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Karl-Heinz Rummenigge im Interview

"DFB sollte den Ball flach halten"

Samstag, 12.03.2016 | 23:28 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge richtete kritische Worte an den DFB
© getty
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Nach dem 5:0-Erfolg des FC Bayern über Werder Bremen lobt Karl-Heinz Rummenigge das Team und blickt voraus auf das schwierige Spiel gegen Juventus Turin am Mittwoch. Außerdem nimmt sich der FCB-Vorstandschef den DFB und dessen Sportgericht zur Brust. Der Rekordmeister wehrt sich.

Frage: Herr Rummenigge, haben Sie sich das Spiel gegen Bremen so leicht vorgestellt, obwohl der Gegner so defensiv und kompakt stand?

Karl-Heinz Rummenigge: Bis zum 2:0 war es sicherlich nicht so einfach, aber wir haben das gut gemacht, speziell Coman mit seinen Läufen auf der rechten Seite. Dadurch, dass wir zum Schluss noch drei Tore nachlegen konnten, haben wir nicht nur etwas fürs Punktekonto, sondern auch fürs Torverhältnis getan.

Frage: Pep Guardiola hat auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gesagt, man denke nur an Bremen. Sieht man jedoch, dass Spieler wie Lewandowski oder Robben geschont wurden, hat man das Gefühl, dass das Champions-League-Spiel gegen Juventus beim FC Bayern schon sehr stark im Fokus stand.

Rummenigge: Ja, natürlich ist es eine wichtige Woche für uns. Das hat mit Bremen begonnen und geht am Mittwoch weiter. Auch Köln wird ein wichtiges Spiel. Wir wollen in der Champions League ins Viertelfinale kommen. Wir waren in den letzten vier Jahren jeweils mindestens im Halbfinale und es wäre schön, wenn wir auf diesem Weg weitermachen. Das ist in allen Hinterköpfen drin. Vidal hat heute auch nicht gespielt.

Frage: In Turin führte der FC Bayern den Gegner 60 Minuten lang vor, am Ende stand nur ein 2:2. Orientiert man sich im Rückspiel an Ergebnis und Spielweise aus dem Hinspiel?

Rummenigge: Grundsätzlich ist das 2:2 ein positives Ergebnis. Natürlich hätten wir nach dem 2:0 gewinnen können. Das können wir jetzt aber nicht mehr ändern. Wir haben heute bewiesen, dass wir ganz gut drauf sind. Ich würde sagen, wir schauen dem Mittwoch optimistisch entgegen. Idealerweise gehen wir 1:0 in Führung. Dann wird es sicherlich nicht so einfach für Juventus. Auf der anderen Seite gehen wir mit Respekt in das Spiel. Juventus ist nicht umsonst Tabellenführer in der Serie A.

Frage: Erschwert die Konstellation, dass auch ein 0:0 reicht, diese Aufgabe gegen Juve?

Rummenigge: Wir sind nicht dafür bekannt, zuhause auf 0:0 zu spielen. Das ist auch nicht Pep Guardiolas Stil. Wir werden sicherlich versuchen, die Entscheidung zu suchen, idealerweise mit einem Tor, das der Mannschaft auch Stabilität und Sicherheit gibt. Das würde auch Juventus Turin unter Druck setzen, sodass sie nicht mehr so destruktiv spielen können, wie sie das 60 Minuten lang in Turin gemacht haben. Ich weiß jetzt schon, dass es ein schweres Spiel wird. Wir werden einen guten Tag haben müssen, um am Ende hoffentlich auch ins Viertelfinale einzuziehen.

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Frage: Wie wichtig ist es, dass jetzt auch einige Spieler zurückkommen?

Rummenigge: Das ist gut. Martinez ist gestern wieder ins Training eingestiegen, jetzt geht es in die entscheidende Phase. Es ist wichtig, dass der Trainer alle Spieler an Bord hat, damit er aus dem reichen Fundus am Ende des Tages hoffentlich auch den einen oder anderen Erfolg nach Hause fahren kann.

Frage: Ribery hat gegen Bremen einen starken Scorerpunkt erzielt. Er kündigte Gespräche in Sachen Vertragsverlängerung an. Wie sind dahingehend Ihre Tendenzen?

Rummenigge: Ich bitte um Verständnis, dass ich zur Personalpolitik der Zukunft keine Aussagen machen möchte. Die Gespräche führen wir intern. Bei Spielern über 30 ist der FC Bayern da auch nicht immer so schnell, das ist bekannt. Das haben wir mit Xabi Alonso auch nicht voreilig gemacht. Da müssen die Spieler hin und wieder auch etwas Geduld haben.

Frage: Sie haben sich auf der Vereins-Homepage zu Wort gemeldet und darin auch die Berichterstattung zum Thema Gelbe Karten angesprochen. Zuletzt hatten einige Spieler absichtlich die fünfte Gelbe Karte abgeholt, um nicht gegen die Bayern zu spielen. Was hat Ihnen an den Aussagen von DFB-Sportrichter Lorenz missfallen?

Rummenigge: Es hat mir missfallen, dass Bayern München in dem Zusammenhang überhaupt genannt wird. Zwei Spieler haben sich eine Gelbe Karte geholt. Ob die korrekt oder nicht korrekt waren, weiß ich nicht. Aber in den Fällen muss der Richter nicht Bayern München nennen. Beim DFB sollte man den Ball flach halten, zumindest, was Bayern München betrifft. Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen und dagegen wehre ich mich. Der DFB ist gut beraten, Bayern München nicht negativ in irgendeinem Zusammenhang zu nennen.

Frage: Und wenn die Spieler das klar zugeben, nicht gegen die Bayern spielen zu wollen?

Rummenigge: Ich muss offen und ehrlich sagen, es ist nicht verboten. Es ist nicht einmal ein Statutenfehler. Ich finde es schon fast skurril, dass die Spieler mit Geldstrafen belegt wurden. Denn es gibt kein Statut, das jemandem verbietet, eine fünfte Gelbe Karte zu erhalten - gegen wen auch immer. Da ist es auch egal, gegen wen sie danach spielen. Fertig, Ende, aus.

Frage: Was halten Sie von Rainer Kochs Idee, den Zeitpunkt der Sperre auszulosen?

Rummenigge: Ich bin kein Freund des Schicksals. Losen bedeutet immer Schicksal. Ich bin ein Freund der klaren Entscheidung. Es gibt festgelegte Statuten. Nur, weil wir jetzt ein oder zwei derartige Fälle in Deutschland hatten, sollte man nicht das ganze Reglement in Frage stellen. Das ist kalter Kaffee.

Bayern - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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