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Bayern schießt sich für Juventus warm

Samstag, 12.03.2016 | 20:22 Uhr
Thiago Alcantara brachte die Bayern schon in der 9. Minute in Führung
© Getty
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Der FC Bayern München hat das 100. Liga-Duell mit Werder Bremen am 26. Spieltag der Bundesliga mit 5:0 (2:0) für sich entschieden. Damit baut der Rekordmeister den Vorsprung auf Borussia Dortmund vorerst wieder auf acht Punkte aus.

Vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena brachte Thiago Alcantara die Bayern schon in der 9. Minute mit seinem ersten Saisontor in Führung. Damit blieb Werder in den letzten 29 Bundesliga-Partien nie ohne Gegentor. Kein anderer Bundesligist wartet aktuell so lang auf ein Zu-Null-Spiel.

Thomas Müller erhöhte noch vor der Pause (31.). Nach zuletzt vier torlosen ersten Halbzeiten in der Bundesliga gelang dem FCB wieder ein Treffer im ersten Durchgang. Mario Götze kam zu seinem 150. Bundesliga-Einsatz.

Im zweiten Durchgang schraubten Müller (65.), der eingewechselte Robert Lewandowski (86.) und erneut Thiago (90.) das Ergebnis weiter in die Höhe. Der FC Bayern gewann damit die letzten elf Duelle mit Werder allesamt. Im DFB-Pokal-Halbfinale werden sich die Teams am 19. April in München ein drittes Mal in der laufenden Saison begegnen.

Die Reaktionen

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Wir haben gut gespielt, das ist das Wichtigste für mich. Ich bin Trainer, aber auch Fan - und da freue ich mich über so ein gutes Spiel. Es war wichtig nach der Niederlage gegen Mainz hier, wir wollen unseren Titel unbedingt verteidigen. Die Leute können sich nicht vorstellen, wie schwer es ist, zehn Spieler im Strafraum zu attackieren, deshalb ein großes Kompliment an meine Spieler. Jetzt denken wir nur noch an unser 'Finale', an Juventus Turin."

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Das war ein hochverdienter Sieg für Bayern München. Man darf beim Spiel gegen den Ball nicht nur laufen, sondern muss auch Bälle holen, das haben wir nicht so oft geschafft. Am Ende dürfen wir die Tore nicht so einfach kriegen - aber das ist Bayern München. Wenn sie einen guten Tag haben, ist es nicht nur für uns schwierig, sondern für den Rest der Welt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum 0:0 in Dortmund tauscht Guardiola fünfmal: Neu dabei sind Benatia, Thiago, Ribery, Coman sowie nach langer Verletzungspause erstmals wieder Götze. Dafür müssen Bernat, Vidal, Robben, Costa und Lewandowski weichen.

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Skripnik muss sein Team gegenüber dem 4:1-Erfolg über Hannover dagegen auf vier Positionen ändern: Die gelbgesperrten Fritz und Junuzovic fehlen ebenso wie der verletzte Pizarro und der angeschlagene Bartels. Dafür beginnen Galvez, Yatabare, Veljkovic und Ujah.

2.: Bayern kombiniert sich erstmals gefährlich durch den Werder-Strafraum: Götze legt am Elfmeterpunkt zurück auf Lahm, der direkt auf rechts zu Coman verlagert. Dessen Abschluss zwingt Wiedwald zu einer ersten Parade.

9., 1:0, Thiago: Coman hat auf rechts zu viel Platz zum Flanken. Am Fünfmeterraum verpasst Götze erst knapp, direkt dahinter kommt aber Thiago angerauscht, der den Ball über die Linie drückt.

23.: In einer völlig harmlosen Situation bekommt Ribery gut 25 Meter halblinks vor dem Tor den Ball. Der Franzose zieht einfach einmal ab - die Kugel flattert lange und landet oben auf dem Tornetz. Knapp.

24.: Götze wird am Strafraum freigespielt. Der deutsche Nationalspieler fokussiert direkt das Tor und sucht aus 18 Metern den Abschluss. Der abgefälschte Schuss geht knapp links am Tor vorbei.

31., 2:0, Müller: Thiago macht das Bayern-Spiel durch eine scharfe Verlagerung auf rechts zu Coman mal schnell. Der Franzose geht unnachahmlich ins Dribbling gegen Garcia und lässt den Bremer einfach stehen. Müller hält seinen Fuß in die druckvolle Hereingabe und überwindet Wiedwald so aus etwa zehn Metern.

41.: Thiago wurschtelt sich rechts durch den Strafraum. In Ermangelung eines Abnehmers zieht er aus spitzem Winkel selbst ab. Wiedwald hat die Kugel im Nachfassen.

48.: Ribery zieht über links sein Tempo-Dribbling auf und legt dann zurück an den Sechzehner-Rand, wo Thiago den Ball annimmt und dann ans rechte Lattenkreuz nagelt. Fast das 3:0!

49.: Wieder kombinieren sich die Bayern in den Strafraum. Am Ende der Passstafette steht Götze, dessen Schuss aus zwölf Metern halbrechter Position Wiedwald mit den Füßen gerade noch zur Ecke abwehren kann.

61.: Die Bayern öffnen durch einen langen Ball auf Lahm das Spiel. Der Kapitän ist rechts frei durch und kann im Sechzehner den völlig freien Coman bedienen. Dessen Schuss aus elf Metern muss das 3:0 sein, ist aber zu unplatziert, sodass Wiedwald klären kann.

65., 3:0, Müller: Traumtor der Bayern! Thiago spielt den Eckball von rechts aufs lange Sechzehner-Eck, wo Ribery die Kugel volley in Richtung Winkel haut. Wiedwald pariert erst stark, den Abpraller drückt Müller aber kompromisslos über die Linie.

86., 4:0, Lewandowski: Nach einem katastrophalen Fehler in Werders Vorwärtsbewegung kommt Lewandowski auf dem linken Flügel an den Ball. Der Pole läuft alleine auf Wiedwald zu und schiebt die Kugel aus spitzem Winkel eiskalt ins lange Eck.

90., 5:0, Thiago: Wieder setzt sich Coman rechts überragend im Eins-gegen-eins durch und bedient im Fünfmeterraum Thiago. Der vollstreckt aus kürzester Distanz zum 5:0.

Fazit: Völlig verdienter Sieg überlegener Bayern, die nie gezwungen wurden, an ihre Leistungsgrenze zu gehen. Werder war von Anfang an auf Schadensbegrenzung aus und agierte viel zu respektvoll und in der Folge auch zu zögerlich.

Der Star des Spiels: Kingsley Coman. Spielte seinen Gegenspieler Garcia immer wieder schwindlig. Mit großem Zug in seinen Aktionen, suchte immer wieder zielstrebig den Weg in den Strafraum. Überragende drei Torvorlagen, hätte zudem ein Tor machen können. Auch stark: Müller und Thiago.

Der Flop des Spiels: Santiago Garcia. Hatte seine linke Seite überhaupt nicht im Griff. Coman erwischte den Argentinier dauernd auf dem falschen Fuß und ließ den Verteidiger ein ums andere Mal stehen - wie beim 1:0 und 2:0. Immer wieder mit schlechtem Stellungsspiel. Gewann nicht einmal ein Drittel seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Guido Winkmann. Hatte über weite Strecken Glück mit einer fairen Partie. Gebre Selassie nach dessem überharten Einsteigen gegen Ribery mit Gelb einzubremsen, war korrekt. Ulisses Garcia nach dessen Rempler gegen Ribery nur Gelb zu geben, war vertretbar, da der Franzose auf dem Weg zum Tor noch hätte gestört werden können.

Das fiel auf:

  • Die Bayern spielten von hinten heraus wieder mit der theoretischen Viererkette, Alaba rückte aber mal wieder auf die linke Seite, weil Benatia zentral neben Kimmich begann. Bei eigenem Ballbesitz schoben die Außen Alaba und Lahm aber wieder zentral vor die beiden Innenverteidiger und kurbelten von dort aus neben Alonso den Spielaufbau an. So wirkte Pep wieder dem vermeintlichen Mittelfeld-Übergewicht des Gegners entgegen.
  • Im deutlicher als sonst erkennbaren 4-2-3-1 der Bayern spielte Götze in der offensiven Dreierreihe den zentralen Part auf der Zehnerposition zwischen Coman und Ribery. Müller agierte davor als einzige echte Spitze. Den Weg nach vorne suchten die Gastgeber aber fast ausschließlich über die Außenbahnen. Götze nahm kaum am Spiel teil.
  • Werder empfing den Meister im sehr tiefgestaffelten 5-4-1, bekam dabei aber selten so gut Druck auf den Ball wie die Mainzer das in der Vorwoche geschafft hatten. Die riesige Dominanz des Rekordmeisters ließ sich entsprechend schon zur Halbzeit ablesen: 84,5 Prozent der Ballanteile gingen auf das Konto des FC Bayern.
  • Ebenso inkonsequent war Werder in der Vorwärtsbewegung. Die Gäste nutzten die einzige Chance, die sie hatten, die Bayern durch schnelles Umschalten auszukontern, nicht. Nach Ballgewinn hoffte die Hintermannschaft, sich durch überhastete lange Bälle in Richtung Ujah von der FCB-Belagerung zu befreien. Die Bremer versuchten es nicht einmal, diese Situationen auszuspielen und kamen so zu keiner wirklichen Torchance.
  • Auch den Bayern fehlte in einigen Situationen die nötige Konsequenz und Zielstrebigkeit, jedoch waren die Gastgeber zu jeder Zeit in der Lage, das Tempo situativ zu erhöhen und Werder damit in große Bedrängnis zu bringen. Initiatoren dieser Verschärfungen waren immer wieder Thiago und Coman.

Bayern - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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