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Uth entschieden, Julian!

Samstag, 20.02.2016 | 22:00 Uhr
Mark Uth erzielte gegen Mainz 05 einen Doppelpack
© Getty
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Beim 3:2-Sieg der TSG Hoffenheim über den FSV Mainz 05 war Mark Uth mit seinem Doppelpack der Matchwinner. Der Stürmer wird zum Sinnbild der kurzfristigen Entwicklung im Kraichgau, die erst Julian Nagelsmann ermöglichte.

Es gab so einige - ziemlich gute wie eher schlechte - Wortspiele, die sich nach dem dritten Saisonsieg der TSG Hoffenheim anboten: "Uth gut, alles gut", "Es ist noch einmal Uth gegangen", "Uth ab, Hoffenheim" oder vielleicht doch lieber "Was lange währt, wird endlich Uth". Es stand jedenfalls außer Frage, wer sich gegen die Nullfünfer den Titel "Man of the Match" verdient hatte.

Mit seinen zwei Treffern brachte Mark Uth 1899 auf die Siegerstraße. Dabei ging vom 24-Jährigen, der in der letzten Saison für Heerenveen noch 20-mal geknipst hatte, eine ungeheure Selbstverständlichkeit aus - vor allem bei seinem ersten Tor.

Im Zweikampf mit dem unerfahrenen Alexander Hack stellte der agile Angreifer seinen Körper gut zwischen Ball und Gegner und schloss dann eiskalt aus der Drehung ab. Und auch beim zweiten Treffer bewies Uth seinen Torriecher: Durch seinen guten Laufweg stand er letztlich goldrichtig und hatte kein Problem, den Ball über die Linie zu drücken.

Sinnbild der neuen Marschrichtung

Ausgerechnet Uth, der in dieser Saison zuvor erst viermal in der Startelf gestanden hatte und dabei nur einmal über die volle Distanz ran durfte. Ausgerechnet Uth, der seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer bei der TSG nie so richtig Fuß fasste. Ausgerechnet dieser Mark Uth, den vor allem in der Rückrunde bislang so gar keiner auf dem Zettel hatte.

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Julian Nagelsmann traute sich einmal mehr, zu überraschen. Offensivfußball hatte er angekündigt, eine offensive Elf bot er auch gegen Mainz auf und wie schon in Bremen verkörperte seine Mannschaft diesen neuen Hoffenheimer Alles-oder-Nichts-Stil.

Auf die Frage, warum aber ausgerechnet Mark Uth die Chance erhalten hatte, antwortete der 28-jährige Coach: "Das Gefühl hat er mir implantiert, weil er eine tolle Trainingswoche hatte. Das wollte ich ihm mit Vertrauen zurückzahlen."

Letztlich war es ein beidseitiges Geben und Nehmen: "Schön, dass ich heute das Vertrauen bekommen habe und es zurückzahlen konnte", sagte Uth passenderweise, als hätte er sich in Sachen Wortwahl mit Nagelsmann abgesprochen.

(G)Uth entschieden, Julian

Aus dem Stürmer sprudelte die volle Identifikation mit dem Coach heraus. Es wirkte, als habe er im Vergleich zur Zeit unter Markus Gisdol und Huub Stevens eine ganz andere Gefühlswelt betreten. Damit stand er nicht allein: "Julian Nagelsmann hat uns das Vertrauen in unsere Fähigkeiten gegeben", pflichtete ihm Nadiem Amiri bei.

Auch Alexander Rosen imponierte das Hoffenheimer Auftreten unter dem jüngsten Bundesliga-Coach der Geschichte: "Ich weiß, welche Kompetenz und welche Ausstrahlung er mitbringt. Er lebt etwas vor und die Mannschaft ist ihm heute komplett gefolgt. Ich gehe fest davon aus, dass wir in der Bundesliga bleiben", sagte der Sportchef fest entschlossen.

Bevor sich jedoch eine zu große Euphorie entfachen konnte, bremste Rosen ein: "Wir stehen immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz. Wir werden uns nicht tagelang in den Armen liegen." Am Samstag tat man aus gutem Grund aber genau das. Und so bleibt - zumindest für diesen Spieltag - nur zu sagen: Uth entschieden, Julian Nagelsmann.

Hoffenheim - Mainz: Die Statistik zum Spiel

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