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Bayern nach dem Härtetest in Leverkusen

Standort: Ganz okay

Sonntag, 07.02.2016 | 10:00 Uhr
Badstuber und Kimmich: Das neue Innenverteidiger-Duo des Rekordmeisters überzeugte
© Getty
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Pep Guardiola rief in Bayer Leverkusen national einen der bestmöglichen Gegner aus. Die Standortbestimmung lieferte im größten Problemfeld eine positive Erkenntnis. Die Frage nach der Tauglichkeit auf höchstem Niveau bleibt.

92 Minuten und ein paar Sekunden waren in der Bay-Arena vergangen. Und manch aufmerksamer Beobachter fühlte sich vielleicht an den 29. August erinnert. Bayern gegen Leverkusen, in der Allianz Arena. Die Szenen glichen sich frappierend. Linke Seite. Ein langer Ball aus dem Münchner Mittelfeld. Der Adressat: Douglas Costa. Der Gegenspieler: Roberto Hilbert. Und ein Laufduell gen Sechzehnmeterraum, in dem der Leverkusener - gelinde gesagt - unterlegen war.

Ende August, im Hinspiel, nahm das Schicksal von Bayer so seinen Lauf. Costa bediente Müller, der traf zur Führung, am Ende sollte es 3:0 für die Münchner heißen. Ein Statement-Sieg war das, so früh in der Saison. Die Bayern? Schon wieder unschlagbar, sagten alle.

Am Samstagabend ging es an dieser Stelle jedoch anders weiter. In der Mitte war Robert Lewandowski und nicht Müller, der köpfte die Kugel nicht in den, sondern über den Kasten - und am Ende stand ein 0:0 auf der Anzeigetafel in der Bay-Arena. Ein Ergebnis, mit dem man zufrieden ist im Lager der Roten, angesichts der Verletztenkrise, angesichts der Unruhe, die seit Wochen von außen in die Mannschaft getragen wird.

Aber ist "unschlagbar" aktuell ein Adjektiv, das man dem Rekordmeister ob der Mammutaufgabe in der Königsklasse gegen ein Juventus, das mit 13 Ligasiegen zuletzt Geschichte geschrieben hat, nicht anheften würde. Es bleibt die Frage, inwiefern sich das dezimierte Team von Coach Pep Guardiola auf der ganz großen Bühne behaupten kann. Auch, wenn die Standortbestimmung gegen Leverkusen zumindest in einem Bereich positiv ausfiel.

"Kimmich hat überragend gespielt"

So war da abermals Joshua Kimmich, der nach dem Sieg gegen Hoffenheim auch in Leverkusen von Beginn an als Innenverteidiger auf dem Platz stand. Peps Überraschungspersonalie nach den Ausfällen von Jerome Boateng, Javi Martinez und Medhi Benatia - sie schickt sich allem Anschein nach an, zur Dauerlösung auf der unterbesetzten Position zu werden.

Ein "großes Kompliment" gab es für den 20-Jährigen im Anschluss vom Coach. "Es war erst sein zweites Spiel als Innenverteidiger, er hat überragend gespielt", lobte Guardiola den Youngster. Und wenn man von kleinen anfänglichen Wacklern ob des intensiven Pressings der Leverkusener absieht, kann man dem Modell Kimmich neben Holger Badstuber durchaus eine Zukunft attestieren. Wenn auch nur eine kurze. Dennoch ist es für die Münchner wohl die wichtigste und beruhigendste Lehre aus Leverkusen.

Die Lehre, dass die Notinnenverteidigung aus dem Mittelfeldspieler und dem Dauerpatienten als Chef auch gegen einen Angriff wie Chicharito und Kießling bestehen kann. Die Angreifer, die von Guardiola im Vorfeld über den grünen Klee gelobt wurden, "hatten beide keine Torchance", wie der Katalane bei seiner Analyse deutlich herausstellte. Die Lehre, dass man eine taugliche Alternative mehr hat. Möglichkeiten, die zuletzt rar wurden.

Robben und Vidal schwächeln

Mit dieser Erkenntnis in der Tasche sah Pep dann auch über die ein oder andere Baustelle der Münchner hinweg. "Gut gemacht" habe es seine Mannschaft, gewinnen hätte man können. Unter dem Strich, fast schon obligatorisch: "Kompliment an meine Spieler."

Verdient hatten sich das aber bei Weitem nicht alle. Der zuletzt wegen angeblicher Alkoholeskapaden und Übergewicht ins mediale Kreuzfeuer geratene Arturo Vidal lieferte eine maue Vorstellung ab und musste sogar am Knie verletzt ausgewechselt werden. Auch Arjen Robben, der nicht einmal jeden zweiten Ball zum Mitspieler brachte, ist noch Lichtjahre von seiner Topform entfernt.

Insgesamt gaben die Bayern nur neun Schüsse auf Bernd Lenos Kasten ab, das ist zusammen mit einer Passquote von 77 Prozent Saisontiefstwert. Einen einzigen Schuss auf das Gehäuse des Gegners gab es zuletzt vor fünf Jahren.

Doch eine Gala wie am 29. August hatten sie bei den Münchner ohnehin nicht erwartet. Genauso wenig einen Statement-Sieg. Es ist die Null, die nach 92 Minuten auf der Anzeigetafel in der Bay-Arena stand, die die Bayern am meisten freuen dürfte.

Leverkusen - Bayern: Daten zum Spiel

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