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Gladbach nimmt Werder auseinander

Freitag, 05.02.2016 | 22:20 Uhr
Chelsea-Leihgabe Andreas Christensen erzielte gegen Bremen seine ersten Bundesligatreffer
© Getty
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Borussia Mönchengladbach hat den 20. Spieltag mit einem 5:1 (2:0)-Sieg gegen Werder Bremen eröffnet. Durch den Dreier klettern die Fohlen zumindest über Nacht wieder auf den vierten Tabellenplatz.

Lars Stindl brachte Borussia Mönchengladbach vor 51.569 Zuschauern im Borussia-Park in der 13. Minute mit seinem sechsten Saisontor in Führung. Noch vor der Pause erhöhte Andreas Christensen mit seinem ersten Bundesligatreffer auf 2:0 (31.).

Kurz nach dem Seitenwechsel war es erneut junge Däne, der in der 50. Minute auf 3:0 für die Fohlen stellte. In seiner 400. Bundesliga-Partie verwandelte Claudio Pizarro in der 56. Minute einen Elfmeter, nachdem Martin Hinteregger Levin Öztunali auf den Fuß gestiegen war. Es war bereits der achte Strafstoß gegen Mönchengladbach in der laufenden Saison.

Nur wenig später bekamen auch die Fohlen einen Elfmeter zugesprochen, nachdem Jannik Vestergaard Lars Stindl zu Fall gebracht hatte. Raffael trat an und vollendete mit seinem achten Saisontreffer. Den Schlusspunkt setzte Havard Nordtveit in der 88. Minute. Der Norweger steht damit schon bei vier Saisontoren, so viele hatte er noch nie.

Die Reaktionen:

Andre Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben ganz genau analysiert, woran es zuletzt gelegen hat. Wir haben gegen Ende der Rückrunde acht Spiele in 20 Tagen gemacht und waren auch zuletzt noch nicht bei 100 Prozent. Wenn die Jungs frischer sind und wieder in einen Lauf kommen, dann greifen die Mechanismen auch wieder. Das hat die Mannschaft gezeigt und zwar sehr eindrucksvoll."

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Mönchengladbach war einfach besser als wir. Wir müssen in den entscheidenden Momenten konsequenter sein, das hat uns heute gefehlt. Und wir haben einen sehr guten Gegner erwischt, die Körpersprache der Gladbacher war von Beginn an sehr stark. Wir machen derzeit unsere Schritte, aber wir machen sie langsam. Wir müssen trotzdem weiter an uns glauben, es gibt noch genügend Spiele. Wir haben genug Qualität, aber es muss auch alles passen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schubert wechselt nach den Niederlagen gegen Dortmund (1:3) und zuletzt Mainz (0:1) auf drei Positionen. Elvedi startet für Korb, Dahoud für Hoffmann und Hazard für Traore, die allesamt auf der Bank Platz nehmen.

Zwei Änderungen gib es auf der Gegenseite im Vergleich zum 3:3 gegen Hertha BSC. Skripnik muss die verletzten Garcia und Grillitsch ersetzen, dafür rücken Winter-Neuzugang Kleinheisler und Guwara, der sein Bundesliga-Debüt feiert, in die Mannschaft.

7.: Nach einer Raffael-Ecke von links steigt Christensen am Elfmeter-Punkt am höchsten, köpft dann aber knapp über das Tor.

13., 1:0, Stindl: Raffael setzt Dahoud im Zentrum ein. Rechts zieht Hazard in den Sechzehner, bekommt das Anspiel und gibt sofort flach und scharf vor das Tor. Stindl setzt sich am Fünfer gegen Gebre Selassie durch und schiebt ein.

29.: Hazard hat rechts im Sechzehner erneut viel zu viel Platz, lässt Guwara aussteigen und visiert den langen Pfosten an - knapp vorbei.

31., 2:0, Christensen: Wieder Chaos im Werder-Strafraum. Diesmal lässt sich Gebre Selassie von Raffael austanzen, Dahoud kommt aus dem Rückraum und legt mit dem Außenrist zum aufgerückten Christensen quer, der den Ball aus fünf Metern nur noch über die Linie drücken muss.

56., 3:1, Pizarro (FE): Hinteregger steigt Öztunali am Strafraumrand auf den Fuß. Den fälligen Elfmeter verwandelt Pizarro unten links, Sommer ist in der falschen Ecke.

65.: Fast der Anschluss. Barthels zieht aus 14 Metern rechter Position ab. Sommer holt den Ball mit starkem Reflex aus der Ecke, lenkt ihn aber genau vor Pizarros Füße, der eigentlich nur noch einlochen muss. Elvedi rettet in höchster Not per Grätsche.

70., 4:1, Raffael (FE): Stindl setzt sich im Strafraum gegen Vestergaard durch und wird dann von hinten gefällt. Raffael tritt an und versenkt halbhoch rechts. Wiedwald ist noch dran, kann den Ball aber nicht entscheidend ablenken.

88., 5:1, Nordtveit: Aus dem Getümmel im Werder-Sechzehner landet das Leder bei Nordtveit, der erkennt, dass Wiedwald zu weit vor dem Kasten steht und diesen wunderbar überhebt.

Fazit: Verdienter Sieg für spielstarke Borussen. Bremen war nach dem 1:3 dran, bekam dann aber den Todesstoß durch Raffael..

Der Star des Spiels: Mahmoud Dahoud. Gegen Mainz schmerzlich vermisst, heute starker Regisseur mit toller Übersicht. Leitete Stindls Treffer ein, fand Christensen mit einem Weltklasse-Pass vor dem 2:0 und holte die Ecke vor dem 3:0 heraus. Ebenfalls herausragend: Doppel-Torschütze Christensen und Raffael.

Der Flop des Spiels: Leon Guwara. Völlig überfordert mit Hazard, der ihm ein ums andere Mal entwischte. Verlor Hazard vor dem 1:0 im Rücken und übersah auch Christensen beim 2:0. Dazu mit vielen Fehlpässen und Ballverlusten.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann. Unauffällige und deshalb gute Leistung. Lag im Verbund mit seinen Assistenten bei allen wichtigen Entscheidungen richtig. Dahouds Einsatz vor der Ecke, die zum 3:0 führte, ist nicht als Foul zu bewerten, weil auch Vestergaard hielt und zog. Unstrittig auch die Elfmeterpfiffe gegen Hinteregger und Vestergaard.

Das fiel auf:

  • Schubert kehrte wieder zu einer flexiblen Abwehrreihe zurück, die er schon Ende der Rückrunde mehrfach aufbot. Bei eigenem Ballbesitz schob Wendt links raus, Elvedi, Hinteregger und Christensen bildeten eine Dreierkette. Johnson war offensiv mit vielen Freiheiten ausgestattet, tauchte mal auf dem linken Flügel und mal im Zentrum auf.
  • Wenn Bremen das Leder kontrollierte, besetzte Wendt die Position des Linksverteidigers, Gladbach stand dann in einer Viererkette, Johnson unterstütze auf links.
  • Werder offenbarte immer wieder große Probleme in der Abstimmung, die Fohlen kombinierten sich mit einfachsten Mitteln bis vor Wiedwald. Besonders die hochgewachsenen Vestergaard und Djilobodji bekamen ihre deutlich agileren Gegenspieler Raffael und Stindl nicht unter Kontrolle.
  • Trotz einer überzeugenden Offensiv-Leistung fehlte auch den Gastgebern die defensive Ordnung. Bremen brach immer wieder über die Außen durch und deckte große Lücken auf.

Gladbach - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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