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Bundesliga - 18. Spieltag

Lewy beschert FCB Auftaktsieg

Freitag, 22.01.2016 | 22:20 Uhr
Rene Adler verschuldete in der ersten Halbzeit den Elfmeter an Thomas Müller
© Getty
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Der FC Bayern München ist mit einem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg in die Rückrunde der Saison 2015/16 gestartet. Gegen einen lange Zeit stark dagegenhaltenden Hamburger SV erzielte Robert Lewandowski beide Treffer.

Rene Adler brachte Thomas Müller vor 57.000 Zuschauern im Volksparkstadion in der 37. Minute zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte Robert Lewandowski.

Nachdem Xabi Alonso den Hamburger SV durch ein Eigentor (erster FCB-Pflichtspiel-Gegentreffer seit 434 Minuten) zurück ins Spiel brachte (53.), traf erneut Lewandowksi, der nun bei 17 Saisontreffern steht. Gleichzeitig war es das 107 Bundesligator des Polen, wodurch er sich von Ailton und Stephane Chapuisat absetzt und nun drittbester ausländischer Torschütze der Geschichte ist.

Durch den Dreier hat Bayern nun elf Punkte Vorsprung auf Verfolger Dortmund, der am Samstag zum Topspiel nach Mönchengladbach reist. Mit 49 Punkten nach 18 Spieltagen stellen die Bayern weiter die zweitbeste Bilanz der BL-Historie. Nur 2013/14 war es zu diesem Zeitpunkt ein Punkt mehr.

Einen Rekord feiert auch Javi Martinez, dem im 58. Bundesligaspiel sein 50. Sieg gelingt. Bisher lag der Rekord bei 71 Spielen für die ersten 50 Siege - gehalten von Arjen Robben, Andreas Ottl und Sven Bender.

Die Hamburger verloren drei der letzten vier Partien und punktete in dieser Zeit nur beim 1-1 in Wolfsburg. Erstmals seit Bruno Labbadias Rückkehr auf den Trainerstuhl ist der HSV vier Bundesligapartien ohne Dreier.

Die Reaktionen:

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Das war zum Kotzen für uns, es waren billige Tore gegen uns. Das ist einfach ärgerlich. Wir haben in der ersten Halbzeit kaum Chancen zugelassen, aber so ein Duseltor zum 1:2 kotzt mich einfach an. Das waren Dreckstore, die wir heute kassiert haben."

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Kompliment an meine Mannschaft, sie hat das gut gemacht. Für das erste Spiel nach der Pause war das gut. Wir sind viel gelaufen und haben nur eine Chance zugelassen. Wir waren eine Mannschaft."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gegenüber dem 0:1 im Heimspiel gegen Augsburg am 17. Spieltag ändert Labbadia seine Startelf auf drei Positionen: Cleber ersetzt Spahic im Abwehrzentrum, Diekmeier verteidigt rechts hinten für Sakai und im defensiven Mittelfeld spielt Kacar für Gideon Jung.

Auf der Gegenseite nimmt auch Guardiola drei Veränderungen an der Mannschaft vor, die Hannover 1:0 schlug. Alaba, Lahm und Costa kommen für Martinez, Vidal und Rafinha, der mit einer Knieprellung ausfällt.

Wintereinkäufe gab es auf beiden Seite nicht, beim HSV stehen aber der 18-Jährige Finn Porath und Artjoms Rudnevs erstmals in dieser Saison im Bundesliga-Kader.

21.: Diekmeier kommt mit Dampf über rechts und wird von Müller in Szene gesetzt. Coman kann nicht mehr eingreifen, der Schuss des Rechtsverteidigers aus 18 Metern geht aber gut zwei Meter links vorbei.

37., 0:1, Lewandowski: Müller entwischt Kacar und Diekmeier nach einer Lahm-Flanke. Adler kommt raus und räumt Müller ab. Lewandowski verwandelt den Elfmeter trocken im rechten Eck.

49.: Costa wird am linken Strafraumeck nicht angegriffen und hämmert das Leder volley Richtung Adlers Tor - knapp drüber.

53., 1:1, Alonso (ET): Alonsos Fehlpass wird zum HSV-Konter, den Bayern per Foul stoppt. Den anschließenden Freistoß zieht Hunt Richtung Tor. Im Zentrum gehen Lasogga und Alonso zum Ball, letzterer ist als letzter dran und spitzelt ihn ins eigene Netz.

61., 1:2, Lewandowski: Müller holt dem Ball am Strafraum runter und versucht es per Dropkick. Lewandowski steht nicht im Abseits, hält die Picke rein und fälscht unhaltbar ab.

66.: Wahnsinns-Freistoß vom Alaba aus 26 Metern halbrechter Position. Adler fliegt in die rechte Ecke, ist aber chancenlos - der Pfosten rettet.

78.: Thiago schiebt den Ball nach Zuspiel von Costa von der rechten Seite im Strafraum aus 13 Metern in Richtung rechten Winkel. Djourou fälscht den Ball beim Klärungsversuch gefährlich ab, doch Adler lenkt die Kugel per Reflex über die Latte.

Fazit: Verdienter, wenn auch für den HSV sehr unglücklicher Bayern-Sieg. Hamburg hielt lange Zeit stark dagegen, trat offensiv aber zu selten in Erscheinung und konnte die Gäste-Führung kein zweites Mal egalisieren.

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Der Star des Spiels: Robert Lewandowski. Lange Zeit gar nicht zu sehen, dann aber bei beiden Treffern zur Stelle und eiskalt. Führte die meisten Zweikämpfe aller Feldspieler und gewann davon für einen Stürmer starke 65 Prozent.

Der Flop des Spiels: Rene Adler. Hatte ob der herausragenden Arbeit seiner Vorderleute überhaupt nichts zu tun, patzte dann aber in der ersten Szene, in der er wirklich gefragt war und spielte den Bayern damit in die Karten. Nach dem Seitenwechsel zwar verbessert, dennoch ein unglücklicher Abend für den Keeper.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer erlebte einen Abend mit Licht und Schatten. Hervorragend seine Vorteils-Auslegung vor dem 1:0 der Bayern. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit seinem Assistenten vor dem 2:1. Lasogga hätte er nach dessen Ellenbogenschlag gegen Alonso aber Gelb zeigen müssen. Hamburg hätte sich nach dem Einsteigen Clebers gegen Müller in der 40. Minute nicht über einen weiteren Elfmeter beschweren können. Die Gelbe Karte gegen Lahm kurz vor der Pause war eine klare Fehlentscheidung.

Das fiel auf:

  • Bayern agierte bei eigenem Ballbesitz mit Alaba, Badstuber und Boateng in einer Dreierkette, Lahm unterstütze Alonso im Zentrum beim Aufbau. In der Rückwärtsbewegung kippte Lahm auf rechts ab und formierte eine Viererkette, die sich bei langen Bällen aus der Hamburger Hälfte nahe der Mittellinie postierte.
  • Der HSV entgegnete in einem sehr offensiv ausgerichteten 4-2-3-1, das den Ballvortrag der Bayern knapp zehn Meter vor dem Strafraum mit teilweise sechs Spielern energisch attackierte und die Anspielstationen erfolgreich zustellte. Bei Abstößen von Adler tummelten sich teilweise 14 Spieler um den Mittelkreis.
  • Der FCB bemühte sich trotz des aggressiven Forecheckings Hamburgs um einen flachen Spielaufbau, tat sich aber enorm schwer, aus der eigenen Hälfte herauszuspielen und das Mittelfeld zu überbrücken. Der ballführende Spieler sah sich meist zwei Gegnern gegenüber, Lewandowski und Müller hingen in der vordersten Linie völlig in der Luft. 35 Minuten verstrichen ohne eine einzige Torchance des Rekordmeisters.
  • Hamburg ließ sich vom 1:0 der Gäste nur kurz aus dem Konzept bringen und schien nach dem Ausgleich wieder zurück zum Matchplan gefunden zu haben. Den erneuten Rückstand steckte das Team von Labbadia dann aber nicht mehr weg.
  • Während Bayern sich zumeist über die Außen, wo rechts Lahm und Links Alaba Überzahl schufen, weiter Chancen erspielte, fehlte es dem HSV an nutzbarer Tiefe, die die Offensive kaum herstellen konnte.

Hamburg - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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