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Bundesliga - 18. Spieltag

Wie erwartet und "zum Kotzen"

Samstag, 23.01.2016 | 00:46 Uhr
Für Bruno Labbadias Hamburger SV war zumindest ein Punkt gegen den FC Bayern greifbar
© Getty
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Der FC Bayern hat in Hamburg das erwartet schwere Spiel, nimmt aber wie erwartet trotzdem die drei Punkte mit. Schuld daran hat auch der tapfere HSV, dem es vor allem an Effizienz fehlte.

Die Reaktionen:

Bruno Labbadia (Trainer Hamburg): "Es ist zum Kotzen für uns, weil wir heute so billige Tore kassiert haben. In der ersten Halbzeit haben wir so gut wie keine Torchance zugelassen. Das ist einfach ärgerlich für uns. Für das ordentliche Spiel können wir uns leider nichts kaufen. Wir haben sehr mutig nach vorne verteidigt und Bayern München früh attackiert. Die Mannschaft hat das klasse umgesetzt. Es bleibt die Verärgerung, dass wir zwei Dreckstore kassiert haben."

Rene Adler (Hamburg): "Wir haben ein sehr leidenschaftliches und emotionales Spiel gezeigt. Mit ein bisschen Glück hätten wir etwas holen können. Das Glück hatten heute aber die Bayern. Das wären heute Bonuspunkte gewesen. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und nehmen einiges mit für die nächsten Spiele."

Lewis Holtby (Hamburg): "Man muss unserer Mannschaft ein Kompliment machen. Wir waren aggressiv, bissig und haben Positionsdisziplin gehabt. Wir haben uns als Team präsentiert und es den Bayern so schwer wie möglich gemacht. Für die Gegentore muss man keinen Applaus geben. Es war ein Elfmeter und ein Slapstick-Tor. Das zweite Gegentor killt uns dann, das ist bitter."

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Kompliment an meine Mannschaft, sie hat das gut gemacht. Für das erste Spiel nach der Pause war das gut. Wir sind viel gelaufen und haben nur eine Chance zugelassen. Wir waren eine Mannschaft."

Thomas Müller (FC Bayern): "Wir haben das Spiel gewonnen und freuen uns. Es war klar, dass uns hier nichts geschenkt wird. Aus meiner Sicht hätte es nicht besser laufen können, ich bin zufrieden. Wir wussten, dass wir noch nicht auf unserem Top-Level sind. Das hat auch das Spiel gegen Karlsruhe gezeigt. Aber wir wussten auch, dass wir heute auf jeden Fall konkurrenzfähig sind und drei Punkte holen können. Das haben wir gemacht. Wir wollen uns Spiel für Spiel steigern."

Nachbetrachtung:

Mit einem breiten Grinsen trat Thomas Müller nach dem 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV vor das erste Mikrofon, das ihm entgegengestreckt wurde, und berichtete freudestrahlend von seiner Fehde mit Keeper Rene Adler. Der unterstellte Müller in Bezug auf die Elfmeterszene neckisch, dass dieser am Bein gar nicht gefoult werden könne, weil er dort keine Muskeln besäße.

Damit aber nicht genug, holte Müller zum freundlichen Rundumschlag gegen den Journalisten aus, der ihm eine veränderte Situation bei der Zuordnung der Elfmeterschützen entlocken wollte. Als der hartnäckige Interviewer dann noch wissen wollte, bei wie viel Prozent der Rekordmeister gerade stehe, konterte Müller amüsiert mit der Frage, ob sich der Reporter noch in der Winterpause befände.

Bayern hochzufrieden

Auch zum Spiel äußerte sich der Münchner hochzufrieden, es habe kaum besser laufen können. Eine auf den ersten Blick überraschende Aussage nach einem knappen, glanzlosen und sicher auch etwas glücklichen Sieg in Hamburg. Eigentlich aber auch nicht. Die Bayern wissen um die Bedeutung der ersten Bundesliga-Spiele, die indirekt mit zur Vorbereitung auf den Start der englischen Wochen Mitte Februar gehören. Entsprechend gerüstet war man auf eine nicht nur dem obligatorischen Understatement wegen als schwer angekündigte Partie in Hamburg.

Auf das hohe Pressing der Gastgeber war man vorbereitet, auch darauf, dass man dieses zum aktuellen Zeitpunkt spielerisch nicht im Vorbeilaufen würde überwinden können. Gleiches gilt für die Konsequenz im eigenen Angriff, wo der letzte Pass zu oft den falschen Abnehmer fand. Trotzdem reichte es für drei verdiente Punkte, Verfolger Dortmund muss in Gladbach gegen einen Elf-Punkte-Vorsprung anrennen. Einzig die Verletzung von Jerome Boateng trübte das Bild beim Erfolg des Rekordmeisters. Der Abwehrboss droht länger auszufallen.

Alles wie erwartet

Die Gründe für den Ausgang des Spiels sind gleichermaßen beim FC Bayern wie beim Hamburger SV zu suchen. Die Hanseaten hatten den Rekordmeister 35 Minuten im Griff, schnitten sich dann durch nachlässiges Abwehrverhalten und schlechtes Timing von Adler aber selbst ins Fleisch. Über 90 Minuten fehlte es dem HSV zudem an klaren Gelegenheiten in der Offensive. Der FCB konnte sich hingegen wieder mal auf seine individuelle Klasse verlassen. Robert Lewandowski machte den Unterschied.

Und so war es am Ende zwar das erwartet schwere Spiel, gleichzeitig aber auch der erwartete Sieg für den FC Bayern - auf die durchaus zu erwartende Art und Weise. Den Hamburgern ist damit freilich wenig geholfen. Die erhofften und durchaus möglichen Bonuspunkte bleiben ein Konjunktiv und ließen einen sichtlich angefressenen Bruno Labbadia zurück, der gleich mehrfach die aus seiner Sicht passendste Formulierung für den Ausgang des Spiels fand: zum Kotzen.

Hamburg - Bayern: Daten zum Spiel

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