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Bundesliga - 18. Spieltag

Dortmund siegt im Borussen-Duell

Samstag, 23.01.2016 | 20:21 Uhr
Marco Reus schoss den BVB kurz vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung
© Getty
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Borussia Dortmund hat sein Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach am 18. Spieltag der Bundesliga mit 3:1 (1:0) gewonnen. Damit verkürzte der BVB den Rückstand auf Tabellenführer Bayern München wieder auf acht Punkte.

Vor 54.010 Zuschauern im Borussia Park brachte der Ex-Gladbacher Marco Reus den BVB im 88. Borussen-Duell der Liga-Geschichte kurz vor der Pause in Führung (41.).

Nach Wiederanpfiff erhöhte Henrikh Mkhitaryan auf 2:0 (50.), Raffael machte die Partie durch seinen Anschlusstreffer aber noch einmal spannend (58.). Der starke Ilkay Gündogan entschied die Partie mit seinem Treffer zum 3:1 (75.).

Für Gladbach war es die erste Heimniederlage in der Ära von Andre Schubert (zuvor sechs Siege und ein Remis). Der BVB dagegen hat seit 2004 nicht mehr zum Rückrundenauftakt verloren (damals 0:1 gegen Schalke).

Reaktionen:

Andre Schubert (Trainer Gladbach): "Wir haben vorne einige Möglichkeiten gehabt, die wir nicht genutzt haben. Den Gegentoren sind leichte Fehler vorausgegangen. Ich bin immer enttäuscht, wenn wir verlieren."

Thomas Tuchel (Trainer Dortmund): "Wir waren gut und haben es verdient. Wir haben eine sehr reife, erwachsene Leistung geboten. Der Schlüssel waren unsere Zweikampfquote und die Balleroberung."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schubert wechselt im Vergleich zum letzten Pflichtspiel im Dezember gegen Darmstadt (3:2) auf zwei Positionen: Dahoud und Traore rücken in die Startelf, Hazard und der rotgesperrte Xhaka stehen nicht auf dem Platz.

Thomas Tuchel nimmt im Vergleich zur 1:2-Niederlage in Köln drei Veränderungen vor: Neu in der ersten Elf sind Reus, Castro und Piszczek. Ginter und Kagawa sitzen auf der Bank, Hofmann sitzt nach seinem Wechsel im Winter beim Gegner Gladbach auf der Bank.

6.: Erstes Riesending! Nach einer Ecke lässt Christensen seinen Gegenspieler Weigl mit einer einfachen Körpertäuschung stehen und kommt so frei zum Kopfball. Der Ball springt von der Latte ins Toraus.

19.: Traores Pass auf den links gestarteten Raffael ist zu steil, aber der Brasilianer legt ab für den anstürmenden Wendt, der sofort den Abschluss sucht. Aus halblinker Position verpasst er das rechte Toreck knapp.

26.: Den im Mittelfeld aufspringenden Ball nimmt Castro einfach mal volley. Elvedi fälscht die Kugel so ab, dass sie dem freistehenden Aubameyang in den Lauf springt. Der ist über die Freiheit wohl zu überrascht und bringt den Ball nicht am herauseilenden Sommer vorbei.

33.: Hummels eröffnet scharf vertikal auf Mkhitaryan, der direkt auf Gündogan klatschen lässt. Der deutsche Nationalspieler macht einen Schritt nach rechts und zieht aus 22 Metern voll ab. Die Kugel klatscht an die Latte!

41., 0:1, Reus: Ganz stark vorgetragener Angriff des BVB: Bürki überspielt Gladbachs beiden vorderen Ketten mit einem weiten Ball. Gündogan schaltet ebenso schnell und schickt Reus steil, der sich im Rücken der Gladbacher Viererkette davonstiehlt. Aus spitzem Winkel findet sein Flachschuss von der rechten Sechzehnerkante das linke untere Toreck.

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50., 0:2, Mkhitaryan: Hummels gewinnt hinter der Mittellinie einen wichtigen Zweikampf und leitet den BVB-Angriff dadurch ein. Gündogan schaltet wieder schnell und schickt Reus, der zwei Gladbacher auf sich zieht und dann den völlig blank stehenden Mkhitaryan auf der linken Seite bedient. Der vollendet aus 14 Metern flach rechts unten.

58., 1:2, Raffael: Unordnung im BVB-Strafraum: Stindl stochert die Kugel von links durch den Sechzehner, Sokratis, Hummels und Park rutschen am Ball vorbei. Auf Höhe des langen Pfostens steht Raffael, der den Ball ins rechte untere Eck schweißt.

73.: Nach einer Gladbacher Ecke klärt Durm den Ball in den Lauf von Aubameyang, der im Sprint in Richtung Tor zieht. Im Strafraum macht er noch einen Schlenker und chippt den Ball dann aber knapp an Sommer und am rechten Pfosten vorbei.

75., 1:3, Gündogan: Mkhitaryan wird auf rechts von Sokratis geschickt und hat Zeit für seine Flanke, die halbhoch an den Fünfer kommt - wo sich Gündogan im richtigen Moment löst und volley aus sechs Metern einnetzen kann.

Fazit: Verdienter Sieg eines mutig-riskant, aber souverän spielenden BVB. Gladbach wollte die Gäste mit dessen eigenen Mitteln schlagen, machte dabei aber zu viele Fehler.

Der Star des Spiels: Ilkay Gündogan. Omnipräsent auf dem Platz - in beide Richtungen. Trieb das BVB-Spiel in der Offensive an und verteilte die Bälle immer wieder mit guter Übersicht und ganz viel Gefühl (wie bei beiden Toren). Entschied die Partie zudem mit seinem Tor und präsentierte sich auch extrem zweikampfstark.

Der Flop des Spiels: Nico Elvedi. Ihm war die fehlende Erfahrung in der Gladbacher Hintermannschaft am meisten anzumerken. Leistete sich keinen Katastrophen-Auftritt, offenbarte zusammen mit Wendt aber immer wieder Unsicherheiten. Zudem mit schwacher Zweikampfquote (42,9 Prozent) und wenig guten eröffnenden Pässen.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych. Leitete die Partie sehr souverän und profitierte von der fairen Spielweise beider Mannschaften. Behielt auch in der etwas hektischeren Schlussphase die Übersicht. Gelb gegen Weigl nach dessen taktischen Foul war korrekt.

Das fiel auf:

  • Gladbach empfing Dortmund bei gegnerischem Ballbesitz mit einem offensiven 4-1-3-2 mit Raffael und Stindl als vorderste Pressingspieler. Das schränkte den BVB zwar in dessen eigener Hälfte ein, offenbarte aber umso mehr Platz, sobald die Gäste Gladbachs Mittelfeld-Dreierreihe überspielt hatten.
  • Beim BVB schob das gesamte Team bei eigenem Ballbesitz ebenfalls weit raus. Im Gegensatz zu den Gastgebern äußerte sich die Pressingformation aber mehr in einem 3-4-3, was genauso das Risiko einer gewissen Konteranfälligkeit barg.
  • Durch diese offensive Herangehensweise beider Teams entwickelte sich früh ein sehr temporeiches Kombinationsspiel auf beiden Seiten. Beide Teams forderten das Risiko gewissermaßen heraus, sodass es zu vielen Torabschlüssen kam.
  • Mit zunehmender Spieldauer schaffte es der BVB, dem Spiel mehr den eigenen Stempel aufzudrücken und gerade im Aufbau mehr Ruhe zu wahren. Gladbach war dadurch gezwungen, sich tiefer fallen zu lassen und sich in der eigenen Hälfte neu zu sortieren, da Dortmund den Ball gut laufen ließ.
  • Wie beim 1:0 erkannte und nutzte der BVB die Räume zwischen den Gladbacher Ketten besser als es die Fohlen ihrerseits taten. Tuchels Idee, über möglichst wenige Stationen schnell vertikal in Richtung Tor zu kommen, ging so mehrere Male voll auf.

Gladbach - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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