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Calhanoglu-Traumtor ebnet Bayer-Sieg

Samstag, 25.10.2014 | 20:17 Uhr
Stefan Kießling und Benedikt Höwedes im Kopfballduell
© Getty
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Venlo

Bayer Leverkusen hat den FC Schalke 04 am 9. Spieltag mit 1:0 (0:0) geschlagen und sich auf Platz vier in der Tabelle vorgeschoben. Hakan Calhanoglu erzielte das Tor des Abends per Freistoß.

30.210 Zuschauer in der BayArena sahen eine ereignislose erste Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel erzielte Hakan Calhanoglu die verdiente Führung per Traum-Freistoß (53.). Tin Jedvaj, der für den am Auge verletzten Stefan Reinartz eingewechselt wurde, sah nach einer brutalen Grätsche die Rote Karte (85.).

Leverkusen siegt damit zum ersten Mal in dieser Saison nach einem CL-Erfolg auch in der Bundesliga, Schalke kassiert gleichzeitig die erste Niederlage unter Neu-Trainer Di Matteo.

Reaktionen:

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben heute unser Spiel durchgezogen. In Stuttgart sind wir letzte Woche von unserem Spiel abgekommen. Wir haben hervorragend gespielt, auch mit nur zwei Tagen Pause nach der Champions League ein Top-Spiel abgeliefert."

Hakan Calhanoglu (Bayer Leverkusen): "Ich trainiere Freistöße aus dieser Position in jedem Training. Die kurze Ecke war halt frei, deshalb wollte ich den Ball genau dahin schießen."

Roberto Di Matteo (Trainer Schalke 04): "Wir wollten nach vorne mehr bieten, als wir heute geboten haben. Defensiv haben wir nicht so schlecht gestanden. Nach vorne und im Spielaufbau können wir uns verbessern."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Heim-Trainer Schmidt verzichtet wie erwartet darauf, seine Mannschaft, die in der Champions-League gegen Zenit St. Petersburg überzeugen konnte, umzustellen. Auch Jedvaj bleibt erstmals in dieser Saison nur die Bank.

Gegenüber Di Matteo ist zu einer Veränderung im Vergleich zum 4:3 gegen Sporting Lissabon gezwungen. Choupo-Moting beginnt für Boateng (Bänderdehnung im Sprunggelenk), der nicht rechtzeitig fit geworden ist.

23.: Noch keine Torchancen in Leverkusen, dafür der erste Wechsel. Reinartz bekommt Högers Ellenbogen im Luftduell ins Gesicht und muss mit einem stark zugeschwollenen Auge runter. Jedvaj ersetzt ihn.

28.: Die erste Torannäherung. Bender bedient Calhanoglu, der den Ball mit dem Rücken zum Tor annimmt, sich dreht und aus 20 Metern halblinker Position abzieht. Fährmann klärt zur Ecke.

32.: Bayer nimmt langsam Fahrt auf. Son dribbelt sich gegen zwei Verteidiger in den Strafraum und legt rüber zu Kießling. Der kommt an den etwas zu steil gespielten Ball aber nicht mehr dran.

49.: Calhanoglu tritt zum Freistoß aus 23 Metern halbrechter Position an und zirkelt das Leder über die Mauer. Fährmann steht gut und fängt den zu mittigen Ball sicher.

53., 1:0, Calhanoglu: Wieder Freistoß, diesmal von der Sechzehnerkante auf der anderen Seite. Alles rechnet mit einer Flanke - außer Calhanoglu, der den Ball gefühlvoll in den linken Winkel schlenzt. Traumtor!

55.: Bellarabi hält nach starkem Calhanoglu-Solo vom linken Strafraumeck drauf. Der Ball rauscht knapp am rechten Winkel vorbei.

85., Rote Karte, Jedvaj: Ganz fiese Aktion des eingewechselten Jedvajs, der am Mittelreis mit beiden Beiden voraus in Kirchhoff springt und diesen am Sprunggelenk trifft. Gräfe zückt völlig zurecht die Rote Karte.

Fazit: Verdienter Sieg für die Werkself, die sich gegen sehr defensive Schalker lange schwer tat. Von Schalke kam offensiv über 90 Minuten viel zu wenig.

Der Star des Spiels: Hakan Calhanoglu. Die meisten Torschüsse und Flanken aller Spieler auf dem Feld - bärenstarke Leistung des türkischen Nationalspielers, über den fast jeder Angriff Leverkusens lief. Öffnete dem Sieg mit seinem Weltklasse-Freistoß die Tür. Stark bei Schalke: Benedikt Höwedes.

Der Flop des Spiels: Unter Keller noch in der Versenkung, spielt Chinedu Obasi in Di Matteos Mannschaft wieder eine Rolle. Dieses Vertrauen konnte er gegen Bayer nicht zurückzahlen. Keine Ideen, wenig Ballaktionen und eine gruselige Zweikampfbilanz. Musste nach 56 Minuten für Sam Platz machen.

Der Schiedsrichter: Solide und unaufgeregte Vorstellung von Manuel Gräfe, der die Partie jederzeit im Griff hatte. Dass er keine wirklich strittige Szene zu bewerten hatte, schmälert seine gute Leistung nicht.

Das fiel auf:

  • Auch gegen Schalke zog Bayer das gewohnte Offensiv-Pressing auf und attackierte die Gäste weit in ihrer eigenen Hälfte. Schalke konnte sich nur schwer aus dieser Umklammerung befreien. Versuche, kontrolliert nach vorne zu spielen, endeten zu oft in leichten Ballverlusten - weshalb Schalke meist den langen Ball auf die außen postierten Draxler und Obasi spielte.
  • Di Matteos Mannschaft war in erster Linie bemüht, die Werkself nicht in Tornähe kommen zu lassen und scheute aus einer sehr tief stehenden Viererkette heraus jegliches offensives Risiko - verteidigt wurde erst ab der Mittellinie. Bezeichnend: Nach 90 Minuten hatte S04-Keeper Fährmann die meisten Ballaktionen seiner Mannschaft (75).
  • Leverkusen gestaltete den Ballvortrag deutlich öfter über die rechte Seite, wo sich Donati konsequent in jeden Angriff mit einschaltete. Außerdem wichen Bender und Calhanoglu immer wieder auf rechts aus und bildeten dort zusätzliche Anspielstationen. Weil Draxler seine Defensiv-Aufgaben einige Male vernachlässigte, hatte Aogo es oft mit zwei Gegenspielern zu tun.
  • Schalke schaffte es trotz der 1:0-Führung Leverkusens nicht, den Schalter auf Offensive umzulegen und beschränkte sich weiterhin nur auf Konter. Weil sich Bayer aber nicht im gewünschten Maße locken ließ, sondern hinten clever absicherte, ergaben sich dadurch keine Torchancen für Königsblau.

Leverkusen - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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