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Die Saison kann beginnen

Samstag, 18.10.2014 | 23:43 Uhr
Jürgen Klopp war mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden
© getty
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Der BVB verliert am 8. Spieltag auch gegen Aufsteiger Köln und hat nur einen Punkt aus den letzten fünf Spielen geholt. Trainer Jürgen Klopp ist bedient, darf aber unter anderem dank Ilkay Gündogan auch Hoffnung schöpfen.

Ein paar Wochen ist das Derby gegen den FC Schalke 04 her. Damals schickte Jürgen Klopp sein letztes Aufgebot auf den Platz. Kreativspieler gingen ihm ab, das Mittelfeld setzte sich zusammen aus den laufstarken Matthias Ginter, Sven Bender und Kevin Großkreutz, dazu kam der schnelle Pierre-Emerick Aubameyang.

Gegen den 1. FC Köln stellt Klopp nur noch einen einzigen dieser Spieler auf. Großkreutz spielt Linksverteidiger. Die anderen drei finden sich auf der Bank wieder, in der Startaufstellung dürfen Ilkay Gündogan, Marco Reus und Shinji Kagawa ran. Auch Henrikh Mkhitaryan ist zurück - und doch fehlt die zuvor so bitter vermisste Kreativität noch immer.

Probleme gegen organisierte Defensivreihen

Köln verteidigt gut, das 4-4-2 in der Defensive ist jedoch altbekannt. Das Problem, das damit einhergeht eigentlich ebenfalls. Dortmund tut sich unglaublich schwer, wenn sie das Spiel machen müssen, das war schon immer so. Das war so, als man das Champions-League-Finale erreichte, das war so, als man deutscher Meister wurde.

Die Wege zum Abschluss fand man aber dennoch. Robert Lewandowski ist ein Name, der in diesem Zusammenhang fallen muss. Der Pole machte lange Bälle fest und leitete sie weiter auf die startenden Reus und Aubameyang. Diese Gefahr fehlt dem BVB jetzt. Immobile ist bemüht, aber nicht effektiv.

Immobile kein Lewandowski

Der Italiener weicht auf die Außen aus, versucht den Ball dort zu gewinnen. Er ackert im Pressing, läuft Verteidiger auch mal außerhalb der Formation an. Oft fehlt aber noch die Abstimmung. Mal lässt er prallen, mal geht er in den Rücken der Abwehr. Momente, wie nach zwei Minuten, als Reus ihn frei aufs Tor schickt, gibt es nur selten.

Dennoch: Es gibt sie. Das darf dem Trainer Hoffnung machen. Auch wenn er nach der Niederlage so offen wie selten flucht: "Wir haben uns die Suppe selbst eingebrockt und waren nicht in der Lage, sie auszulöffeln. Wir haben eine Art Fußball gespielt, die absolut keinen Sinn macht."

Es gilt jetzt für Klopp, die Mannschaft aufzuwecken. "Wir müssen in den einzelnen Momenten konzentrierter sein. Das ist schwierig, ich muss erst eine Nacht drüber schlafen", so der merklich angeschlagene Trainer. Sein Team macht Fehler, die einem in der Vorbereitung passieren, in der Bundesliga aber unverzeihlich sind.

Einfache Fehler kosten die Punkte

Wie als ob man nach einer intensiven Trainingseinheit ein Benefizspiel absolvieren muss, rückt Hummels beim ersten Köln-Treffer aus der Abwehr. Wie als ob man gegen einen Bezirksligisten deutlich führen würde, segelt Weidenfeller beim zweiten Gegentreffer vorbei. Es sind nicht die einzigen im Laufe des Spiels, sie werden aber eiskalt bestraft.

Dies sind genau die Fehler, die abgestellt werden müssen. Die Spieler müssen auf ihr altes Level zurückfinden. Die Absprache muss zurückkommen, die Ordnung gegen den Ball wiederhergestellt werden. Dann wäre der BVB auf einem guten Weg, sah man doch gegen Köln auch positive Punkte.

Ilkay Gündogans Comeback steht hier an erster Stelle. Der Langzeitverletzte war noch nicht der Alte, wirkte etwas unrund in seinen Bewegungen und schaffte es nicht immer, seine Ideen umzusetzen. Dennoch lieferte er. Klopp spricht von "positiven Themen", wenn er zu ihm und Reus befragt wird. Denn mit Gündogan ist die Kreativität schon ein wenig zurückgekehrt, mit Reus die Explosivität im Umschaltmoment.

Erste Züge schon wiederzuerkennen

So wie beim Ausgleich. Das war der BVB, den die Fans momentan so vermissen. Schnell, direkt und schnörkellos. Kagawa antizipiert gut, erobert den Ball, Reus sieht Immobile, welcher sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und einnetzt. Ein paar wenige Sekunden, die daran erinnern, was möglich war und weiter möglich ist.

Vor dem Spiel gegen Köln machte der Trainer Stimmung. "Der Rest der Saison beginnt jetzt", kündigte er an. Diese Aussage gilt es nicht zu relativieren, sondern ihr Zeit zu geben. "Sie sind wieder da. Jetzt geht es darum, dass die bald auch soweit sind, dass sie unseren Fußball spielen können", sagte er über seine Rückkehrer.

Gegen Köln waren sie noch nicht so weit, die Champions League liefert weitere 90 Minuten, um sich aber dem Stadium zu nähern, das man sich wünscht. Dann sollte gegen Hannover schon alles ein wenig mehr danach aussehen, was man gegen Köln nur minutenweise zu sehen bekam. Dann gibt es aber genauso keine Ausreden mehr.

Der Kader von Borussia Dortmund

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