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HSV weiter ohne Heimsieg

Sonntag, 19.10.2014 | 17:28 Uhr
Roberto Firmino setzt zum Fallrückzieher an, verfehlt das Tor aber knapp
© Getty
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Der Hamburger SV hat den ersten Heimsieg der Saison durch ein 1:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim verpasst. Die Mannschaft von Joe Zinnbauer zeigte allerdings eine gute Leistung, kämpfte sich nach Rückstand zurück in die Partie und verlässt erstmals seit dem 1. Spieltag die direkten Abstiegsränge.

Vor 49.003 Zuschauern in der Imtech-Arena ging der Gast aus Hoffenheim durch Anthony Modeste in Führung (15.). Pierre-Michel Lasogga glich die Partie in der 34. Minute mit seinem zweiten Saisontreffer aus.

Der Hamburger SV zieht durch die Punkteteilung am SC Freiburg vorbei und steht nun auf dem Relegationsplatz, 1899 Hoffenheim verdrängt den FSV Mainz vom dritten Tabellenrang.

Reaktionen:

Joe Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wir haben gegen Hoffenheim gespielt, die sind in der Tabelle weit entfernt. Deshalb dürfen wir die Köpfe nach diesem Unentschieden nicht hängen lassen. Nach dem Spiel sind die Spieler herumgelaufen, als hätten wir verloren, das haben wir aber nicht. Wir wollten erfrischend anfangen, sind aber immer wieder in diese Konter reingelaufen. Die zweite Halbzeit war dann besser."

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): "Ich tue mich schwer mit der Einschätzung. Ich habe eine ziemlich gute Anfangsphase von uns gesehen, da kann sich Hamburg nicht beschweren, wenn sie das zweite Tor von uns kriegen. Dann haben wir leichtfertig das 1:1 kassiert. Am Ende war es okay, dass es 1:1 ausgeht. Ein wenig trauere ich aber der ersten Halbzeit hinterher."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Heim-Trainer Joe Zinnbauer verändert seine Mannschaft, die vor der Länderspielpause 1:0 in Dortmund gewann, auf einer Position. Der wiedergenesene Kapitän van der Vaart verdrängt Jansen aus der Startelf. Der Niederländer rückt ins Zentrum, Holtby kommt dafür über links, Müller über rechts.

Auch Gegenüber Markus Gisdol stellt im Vergleich zum 2:1-Heimsieg über Schalke auf einer Position um. Modeste erhält im Sturm den Vorzug, Szalai nimmt zunächst auf der Bank Platz.

10.: Hoffenheim hat die erste Gelegenheit der Partie. Holtby vertändelt den Ball vor dem gegnerischen Strafraum und leitet so den Konter über Polanski und Modeste ein. Der Franzose passt aber zu überhastet auf den mitgelaufenen Firmino - die HSV-Abwehr kann klären.

15., 0:1, Modeste: Wieder verliert Holtby den Ball im Mittelfeld, diesmal bedient Schwegler den gestarteten Modeste. Drobny steht viel zu weit vor dem Tor und bekommt den Ball aus 17 Metern durch die Hosenträger.

21.: Süle springt nach einem Rudy-Freistoß von rechts am höchsten. Drobny rettet, kann den Ball aber nur halbherzig klären. Firmino versucht, den Abpraller per Fallrückzieher zu verwerten. Knapp rechts vorbei.

23.: Jetzt der HSV mit einer Doppelchance. Erst kommt van der Vaart nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum aus kurzer Distanz zum Abschluss, dann hält Müller von der Sechzehnerkante drauf. Baumann bleibt in beiden Fällen Sieger.

34., 1:1, Lasogga: Aus dem Nichts der Ausgleich. Müller luchst Firmino den Ball am Mittelkreis ab. Arslan leitet sofort zu Lasogga weiter, der nicht im Abseits steht, weil Rudy zu spät rausrückt. Allein vor Baumann schiebt Lasogga überlegt unten rechts ein.

43.: Nach van der Vaarts Ecke steigt Westermann am Elfmeterpunkt hoch, köpft aber knapp am linken Pfosten vorbei. Da wäre Baumann nicht mehr hingekommen.

45.: Glanztat von Drobny auf der anderen Seite. Volland steckt durch zu Elyounoussi, der komplett frei vor Drobny auftaucht. Der 35-Jährige macht sich lang und fischt das Leder mit einem tollen Reflex aus der rechten Ecke.

55.: Die TSG kratzt an der Führung. Firmino fasst sich aus knapp 20 Metern zentraler Position ein Herz und zieht aus der Drehung einfach mal ab. Der linke Innenpfosten rettet für Drobny.

79.: Wenn beim HSV etwas geht, dann ist Lasogga beteiligt. Sein Volleyschuss aus gut 25 Metern kracht aber nur an die Latte.

Fazit: Hamburg tat mehr fürs Spiel, Hoffenheim konterte clever. Eine gerechte Punkteteilung. Auch, weil beide Mannschaften zu viele Torchancen liegen ließen.

Der Star des Spiels: Johan Djourou. Verlor keinen einzigen Zweikampf und hatte die zweitmeisten Ballaktionen aller Spieler auf dem Feld. Bügelte immer wieder aus, wenn sich seine Vorderleute von den schnellen Angreifern der Gäste überlaufen ließen.

Der Flop des Spiels: Wegen der Rückkehr des Kapitäns musste Lewis Holtby auf die linke Seite ausweichen. Diese Position gab er allerdings zu oft auf, um ins Zentrum zu ziehen, und machte es dort eng. Schlimmer jedoch: Der ohnehin etwas indisponierte Ostrzolek sah sich so oft zwei Gegenspielern gegenüber, weil die defensive Hilfe auf seiner Seite fehlte. Nach vorne zudem ohne Ideen und Akzente.

Der Schiedsrichter: Tobias Sippel fand in einer gerade in der ersten Halbzeit nickeligen Partie die richtige Linie und beruhigte das Geschehen immer wieder, indem er viel mit den Spielern sprach. Arslans sehr hartes Foul an Modeste hätte man allerdings auch mit einem Platzverweis ahnden können.

Das fiel auf:

  • Beide Trainer schickten ihre Mannschaften im 4-2-3-1 auf den Platz - die Grundausrichtung war allerdings verschieden. 1899 stand in der Verteidigung tief, nahm den HSV frühesten ab der Mittellinie in Empfang und lauerte auf Konter. Anders die Gastgeber. Hamburg agierte mit einer hoch stehenden Viererkette und attackierte den Hoffenheimer Spielaufbau schon in der ersten Zone.
  • Weil Hoffenheim kein Interesse zeigte das Spiel aufzuziehen, hatte Hamburg mehr als 60 Prozent Ballbesitz. Die Rothosen versuchten zwar, diesen vor allem über die Außen in Torchancen umzumünzen, blieben an den dichten Reihen der Gäste aber ein uns andere Mal hängen.
  • Auch wenn Hamburg längst nicht alles gelingen wollte, ist die Spielidee Zinnbauers immer besser zu erkennen. Die Hausherren spielten von der ersten bis zur letzten Minute mutig nach vorne und auf Sieg. Am Ende standen 17 Torschüsse auf der Habenseite - absoluter Bestwert in dieser Saison.
  • Da dem HSV dabei einige leichtsinnige Fehler im Ballvortrag unterliefen, ergab sich für Hoffenheim eine Vielzahl guter Konterchancen. Den Treffer zum 1:0 ausgenommen, wurden diese allerdings zu unkonzentriert zu Ende gespielt.

Hamburg - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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