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HSV gewinnt wildes Spiel in Dortmund

Samstag, 04.10.2014 | 17:26 Uhr
Matchwinner Lasogga (2.v.l.) lässt sich von Teamkollege Holtby feiern
© Getty
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Venlo

Der Hamburger SV hat am 7. Spieltag wichtige Punkte gegen den Abstieg gesammelt. Beim Favoriten Borussia Dortmund gewannen die Hanseaten ein fahriges Spiel letztendlich verdient mit 1:0 (1:0).

Vor 80.667 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park erzielte Pierre-Michel Lasogga das Tor des Tages für den Hamburger SV (35.).

Der HSV hat nun fünf Zähler auf dem Konto und gibt durch den Dreier die Rote Laterne an Werder Bremen ab. Der BVB steht mit lediglich zwei Zählern mehr auf dem 13. Platz.

Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Unser Problem ist es, eine stabile Form auf den Platz zu bringen. Der HSV war körperlich präsent, und wir haben zu wenig Fußball gespielt. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft noch einmal alle Kräfte mobilisiert."

Josef Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wir sind in der ersten Halbzeit gut ins Spiel gekommen. Wir wollten mit aggressivem Spiel gegen den Ball Dortmund das Leben so schwer wie möglich machen. Das hat gut geklappt. Endlich hat sich die Mannschaft für ihre Leistung belohnt."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Jürgen Klopp schenkt im Sturm dem Doppeltorschützen aus dem Anderlecht-Spiel Ramos das Vertrauen und setzt Immobile dafür auf die Bank. Auch in der Defensive wechselt der BVB-Coach, Durm verteidigt rechts für Piszczek und Kapitän Hummels steht für Subotic in der Startelf.

Wie der BVB starten auch die Gäste aus Hamburg im 4-2-3-1. Joe Zinnbauer kann wieder auf Diekmeier bauen, der rechts in die Viererkette rückt. Westermann rutscht dadurch nach innen und verdrängt Cleber auf die Bank. Links im Mittelfeld soll Jansen für Betrieb sorgen, dafür muss Stieber raus.

12.: Westermann verlängert einen Befreiungsschlag von Diekmeier in den Lauf von Müller. Der Hamburger geht rechts in den Strafraum am schlecht stehenden Hummels vorbei, kommt aber erst in einem sehr spitzen Winkel zum Abschluss. Weidenfeller macht sich groß, der Ball rauscht weit drüber.

22.: Durm und Holtby behacken sich im BVB-Strafraum links an der Torauslinie. Dem Verteidiger springt der Ball etwas vom Fuß, so dass Jansen mit Tempo heranrauschen kann und den Ball aus wenigen Metern scharf aufs Tor bringt. Weidenfeller ist da und klärt zur Ecke.

35., 0:1, Lasogga: Was für eine geniale Aktion von Müller! Ramos spielt einen Horror-Fehlpass im Mittelkreis, Jansen gibt kurz zu Müller, der den Ball an Sokratis vorbeilegt, den Griechen umkurvt und im Vollsprint alleine aufs Tor zugeht. Durm versucht sich noch an der Notbremse, doch der Hamburger tunnelt den BVB-Verteidiger mit einem Querpass auf Lasogga, der ins leere Tor einschiebt.

45.: Holtby spielt einen Steilpass links in den Sechzehner, den Müller dank eines irren Laufwegs quer durch die Abwehr bekommt. Der Angreifer wird abgedrängt, weil Weidenfeller gut rauskommt, kommt aber aus zwölf Metern dennoch zum Abschluss. Der BVB-Keeper kann den Schuss zur Ecke klären!

63.: Das muss das 2:0 sein! Holtby bringt einen Freistoß von rechts in den Strafraum und findet Westermann. Der Verteidiger lässt den Ball über den Scheitel rutschen, aber Weidenfeller ist auf dem Posten und kratzt die Kugel aus dem Eck! Unfassbare Parade!

72.: Schmelzer mit der Flanke, in die sich Aubameyang und Djourou am Fünfer werfen. Der Ball rutscht auf Drobny durch, der die Kugel mit etwas Glück zur Seite klären kann.

76.: Dickes Ding für den HSV! Eine Ecke von rechts kann Jansen am Fünfer mit dem Rücken zum Tor annehmen, sich drehen und aufs lange Eck abschließen. Sokratis hält den Allerwertesten rein - die Kugel hoppelt am Kasten vorbei!

78.: Joker Immobile ist gefühlt zwei Sekunden auf dem Platz und kommt nach einem Querschläger von Djourou zur Riesen-Chance! Vom Sechzehner schließt der Italiener aus dem Vollsprint ab - und setzt die Kugel knapp am langen Eck vorbei!

Fazit: Der HSV ist der verdiente Sieger eines vogelwilden Kicks, in dem sich die Hanseaten den Dreier mit viel Kampf und Leidenschaft sichern. Der BVB findet viel zu spät ins Spiel und enttäuscht vor allem spielerisch.

Der Star des Spiels: Nicolai Müller war im starken Hamburger Mittelfeld der größte Aktivposten und an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Unfassbar bissig im Spiel gegen den Ball und mit einer sensationellen Vorarbeit zum 1:0. In der Defensive bärenstark: Johan Djourou.

Der Flop des Spiels: Erik Durm war heillos überfordert. Gewann schwache 33 Prozent seiner Zweikämpfe am Boden und 28,6 in der Luft und brachte nicht einmal 40 Prozent (!) seiner Pässe an den Mann. Sah beim 0:1 ganz alt aus und musste in der 68. Minute runter. Auch schwach beim BVB: Kevin Großkreutz.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer hatte ein zerfahrenes Spiel zu leiten, das Geschehen aber dank seines entschlossenen Auftretens im Griff. Lag beim Großteil der Zweikampfentscheidungen richtig und zog in den passenden Momenten die Gelben Karten. Hätte allerdings Kehl nach dessen Einsteigen gegen Lasogga (54.) durchaus verwarnen können.

Das fiel auf:

  • Die Gastgeber fanden von Anfang an nicht in ihr Spiel, weil der HSV enorm giftig und aggressiv begann. Die Hanseaten pressten hoch, störten den BVB früh und ließen keinen Spielfluss aufkommen.
  • Viele Fouls und Nickligkeiten sorgten für ein fahriges Spiel, in dem es fußballerisch wenig Höhepunkte gab. Vor allem im Spiel in die Spitze agierten beide Mannschaften sehr schludrig, so dass die meisten Angriffe schon in der Entstehung verpufften.
  • Bezeichnend für das Niveau war das Passspiel: Nach einer knappen halben Stunde blieben beide Teams unter 60 Prozent (BVB 59, HSV 57). Am Ende kamen die Gastgeber immerhin auf 71 Prozent, während beim HSV unterm Strich nur die Hälfte aller Zuspiele ankam.
  • Der BVB scheiterte schon am Spielaufbau und schaffte es nicht, die Abwehr der Gäste unter Druck zu setzen. Wenn es beim BVB mal nach vorne ging, dann meistens durch eine individuelle Aktion. Erst in den letzten zwanzig Minuten zeigte die Brechstangen-Taktik etwas Wirkung, das eröffnete jedoch dem HSV Räume für gefährliche Konter.

Dortmund - Hamburg: Die Statistik zum Spiel

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