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Bundesliga - 7. Spieltag

Werder entfacht zu spät Druck

Von Stefan Rommel
Samstag, 04.10.2014 | 16:49 Uhr
Das Duell Werder gegen Freiburg war der Krisengipfel des Spieltags
© Getty
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Werder Bremen und der SC Freiburg bleiben auch nach dem 7. Spieltag der Bundesliga weiter sieglos. Im Kellerduell trennten sich beide Mannschaften 1:1 (1:1).

Vor 42.500 Zuschauern erzielte Vladimir Darida per Foulelfmeter (8.) die frühe Führung für die Gäste. Franco di Santo glich nach gut einer halben Stunde aus (31.).

Werder rutscht durch das Remis und den gleichzeitigen Sieg des HSV in Dortmund auf Platz 18 der Tabelle ab. Freiburg macht wenigstens einen Platz gut, hängt auf Rang 15 aber immer noch tief im Keller.

Reaktionen:

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Unentschieden. Wir hatten viele Torchancen, haben sie aber nicht genutzt. Das ist sehr, sehr ärgerlich. Wir haben nicht gut angefangen. Da hat man gemerkt, dass es um sehr viel geht. Meine Jungs wollten das Spiel dann unbedingt noch gewinnen und haben alles gegeben. Denn uns war klar: Ein Punkt reicht nicht."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Für uns ist das 1:1 am Ende in Ordnung. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben dann nach der Führung aber zu viele Zweikämpfe verloren. Am Ende hat Werder einen enormen Druck gemacht, und wir hatten nicht mehr die Ruhe und die Kraft, unsere Konter vernünftig zu setzen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Werder mit zwei Änderungen im Vergleich zur Vorwoche in Wolfsburg: Galvez rückt ins defensive Mittelfeld und Elia in den Angriff neben Di Santo. Dafür sitzen Hajrovic und Petersen zunächst auf der Bank.

Freiburg muss Krmas wegen einer Sperre ersetzen, Torrejon beginnt in der Innenverteidigung. Dazu gibt es noch drei weitere Wechsel: Darida, Frantz und Mehmedi rücken in die Startelf. Dafür sitzen Klaus, Höfler und Guede zunächst nur auf der Bank.

3.: Werder klärt einen Freistoß nicht sauber. Darida nimmt den Ball aus elf Metern volley. Wolf ist dran, kurz vor der Linie rettet aber Lukimya.

6.: Angriff über die linke Freiburger Seite. Mehmedis Hereingabe verpasst Frantz am Fünfer völlig frei vor Wolf um wenige Zentimeter.

8., 0:1, Darida: Philipp setzt sich gegen viel robusteren Prödl im Zweikampf fast schon problemlos durch. Der stochert nach, Philipp fällt. Kircher zeigt sofort auf den Punkt. Darida eiskalt, zielt in die linke untere Ecke. Wolf fliegt nach rechts.

24.: Nach einem langen Ball und einem Stellungsfehler von Sorg ist Elia plötzlich frei vor Bürki. Lupfer des Niederländers, aber Freiburgs Keeper ist mit den Fingerspitzen noch dran und lenkt den Ball aufs Tornetz.

31., 1:1, Di Santo: Junuzovic im Mittelfeld mal mit etwas Zeit und Platz. Starker Pass in die Tiefe auf den startenden Di Santo. Der entwischt und knallt den Ball aus 14 Metern halbhoch ins rechte Eck.

48.: Frantz flankt von links durch den Bremer Strafraum. Schmid am langen Pfosten, nimmt den schwierigen Ball fast perfekt und hämmert das Ding aus zehn Metern an den rechten Pfosten.

68.: Ecke Freiburg von links Philipp verlängert an den zweiten Pfosten. Von da köpft Klaus aus spitzem Winkel aufs Tor. Aber Wolf ist da und lenkt den Ball um den Pfosten.

75.: Bartels bekommt einen zweiten Ball und zieht aus 20 Metern volley ab. Bürki faustet nach vorne, Sorg köpft den Abpraller zurück zum Keeper.

77.: Selke zehn Meter vor dem Tor vor Bürki. Dessen Schuss hält der Schweizer. Den Abpraller drückt Di Santo über die Linie. Da hat Kircher aber längst auf Abseits entschieden. Korrekte Entscheidung.

Fazit: Werder wollte mehr, war aber spielerisch nicht in der Lage, die bestenfalls ordentlichen Gäste zu knacken. Der Punkt für den SCF ist deshalb etwas schmeichelhaft.

Der Star des Spiels: Franco di Santo bestätigte seine gute Form. Der Argentinier war immer dabei, wenn es brenzlig wurde, wählte vor dem 1:1 den perfekten Laufweg und schloss in einer Bewegung aus Ballannahme und -verarbeitung eiskalt ab. Bei den Gästen stark: Keeper Bürki, der alles hielt, was zu halten war und überdies einige gefährliche Angriffe durch präzise Abschläge einleitete.

Der Flop des Spiels: Sebastian Prödl wurde in der Halbzeit als bester Zweikämpfer auf dem Platz ausgerufen, zwei Drittel seiner Duelle hatte er bis dahin gewonnen. Die zwei entscheidenden gegen Philipp aber nicht. Da stellte sich der Österreicher so unbeholfen an wie mit dem Ball am Fuß. Prödl unterliefen einige Querschläger, für den Bremer Spielaufbau war er nahezu wertlos. 52 Prozent Passquote sind für einen Abwehrspieler ungenügend.

Der Schiedsrichter: Knut Kirchers Leistung: Souverän, unaufgeregt, fast fehlerlos. Lag beim Elfmeterpfiff für die Gäste richtig. Daridas hohes Bein gegen Garcias reichte zu Recht nicht für einen Strafstoß. Ansonsten nur mit kleineren Fehlern in der Zweikampfbewertung.

Das fiel auf:

  • Werder verschlief den Start in die Partie total. Nichts war zu sehen von einer geläuterten Mannschaft, Freiburg spielte sich wie selbstverständlich durch die Reihen der Gastgeber. Die hatten in den ersten 20 Minuten unheimlich große Probleme im Spielaufbau, weil die Innenverteidiger und Galvez zum einen frühen Freiburger Druck spürten und zum anderen auch schlampig in ihren Aktionen waren.
  • Erst nach und nach wurden die Bremer Aktionen klarer und zeigte die angemessene Leidenschaft. Weil Freiburg im Gegenzug deutlich die Zügel schleifen ließ und kaum noch nach vorne spielen wollte, bekam Bremen immer mehr die Kontrolle über die Partie. Chancen für die Gastgeber gab es lange aber nur nach Standards.
  • Freiburg kam bis zur Pause nicht mehr zurück in die Partie und konnte sich phasenweise gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte befreien. Werder schob als Mannschaft immer weiter auf und kam besser in Pressingsituationen tief in der gegnerischen Hälfte. Die eigentlich technisch überlegenen Gäste ließen sich komplett das kampfbetonte, leidenschaftliche Spiel Werders aufdrängen und hatten damit große Probleme.
  • Das Niveau der Partie in den ersten 15 Minuten nach der Pause genügte kaum Bundesligaansprüchen. Beide Mannschaften überboten sich in Fehlpässen, hatten keine Ruhe am Ball. Alle paar Sekunden wechselte der Ballbesitz, Spielfluss gab es kaum noch.
  • Bis zum Ende lebte die Partie von ihrer Spannung, wobei Werder deutlich mehr investierte und besonders gegen Ende der Partie auch so etwas wie Druck entfachen konnte. Freiburg blieb weit unter seinen Möglichkeiten.

Bremen - Freiburg: Die Statistik zum Spiel

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