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Bayern zeigt keine Gnade mit Hannover

Samstag, 04.10.2014 | 17:11 Uhr
Erzielte gegen Hannover seine Saisontore drei und vier: Robert Lewandowski
© Getty
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Der FC Bayern bleibt der Schrecken von Hannover 96. Der Rekordmeister holte beim 4:0 (3:0) im Heimspiel den siebten Sieg in Folge gegen die Niedersachsen.

Hannover, das in der laufenden Bundesliga-Saison auswärts ohne Sieg bleibt, weist in dieser Serie ein Torverhältnis von 3:27 auf. Robert Lewandowski (6., 39.) und Arjen Robben (12., 79.) sorgten für den nie gefährdeten Bayern-Sieg vor 71.000 Zuschauern beim letzten "Wiesn"-Spiel 2014.

Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Wir sind sehr zufrieden heute. Das Wichtigste aber ist, dass wir in jedem Spiel ein bisschen besser spielen. Es ist ein gutes Ergebnis, wir haben vier Tore geschossen, wir haben noch mehr Chancen kreiert. Auch unsere Spielweise war gut. Wir haben die letzten, zwei oder drei Wochen besser gespielt. Wir sind zu viel gelaufen mit dem Ball. Du kannst nicht gut spielen, wenn du zu viel läufst. Wir müssen auf unsere Positionen bleiben und den Ball laufen lassen.

Tayfun Korkut (Trainer Hannover 96): "Nicht nur Hannover 96 tut sich hier schwer. Wir hatten schon auch eine Idee. Die ist sehr schnell durch die frühen Tore über den Haufen geworfen worden. Der FC Bayern ist sehr dominant, das ist einfach Fakt. Aber wir hatten schon vor, defensiv stabil zu stehen, deswegen haben wir auch mit einer Fünferkette gespielt. Wir hatten schon auch vor zu kontern. Aber die frühen Tore haben das alles verhindert."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Pep Guardiola nimmt im Vergleich zum 1:0 in Moskau zwei Änderungen in der Startelf vor: Shaqiri und Rafinha ersetzen Müller und Götze, die beide vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Auch Hannover mit zwei Änderungen: Sobiech und Felipe ersetzen Bittencourt (Bank) und Andreasen, der wegen Oberschenkelproblemen aussetzen muss. Für Felipe ist es der erste Startelf-Einsatz seit Mai 2013.

6., 1:0, Lewandowski: Wahnsinnspass von Rafinha. Der Brasilianer haut das Ding von der Mittellinie nach vorne direkt auf die Brust von Lewandowski. Der Pole nimmt den Ball mustergültig mit und schließt frei vor Zieler eiskalt ab.

12., 2:0, Robben: Felipe mit dem Fehlpass auf Lahm, der blitzschnell schaltet und Robben steil schickt. Der Niederländer hat zentral viel Platz und schließt von der Strafraumgrenze zu seinem zweiten Saisontor ab.

16.: Robben zieht von rechts nach innen, schlenzt den Ball auf das lange Eck. Der Ball geht aber knapp am Pfosten vorbei.

29.: Robben geht mit großem Tempo rechts an die Grundlinie, zieht an Schulz vorbei und passt in die Mitte aufs kurze Eck, Lewandowski lauert. Marcelo klärt, trifft aber fast das eigene Tor.

36.: Wieder Robben. Dieses Mal probiert es der Flügelflitzer aus knappen 20 Metern, wobei Zieler das Leder über die Latte lenkt.

38.: Rafinha flankt von der rechten Seite mustergültig für Lewandowski, der am langen Pfosten ungehindert köpfen kann, aber Zieler nicht überwinden kann.

39., 3:0, Lewandowski: Fast eine Kopie des ersten Treffers von Lewandowski. Dieses Mal kommt der lange Ball allerdings von Shaqiri, wobei der Stürmer wieder alleine vor Zieler auftaucht und mit Hilfe des linken Innenpfostens seinen ersten Doppelpack für die Bayern und sein viertes Saisontor erzielt.

44.: Glanzparade von Neuer! Sobiech wird vom Mittelkreis steil geschickt und kann alleine auf den Nationalkeeper zugehen, doch der bleibt lange stehen und klärt das Ding zur Ecke.

59.: Lewandowski legt an der Strafraumgrenze mit der Hacke ab zu Robben, doch der Niederländer verpasst den Ball knapp - Sakai klärt in höchster Not zur Ecke, die Lewandowski dann wiederum knapp über den Latte köpft.

70.: Robben kann nach Doppelpass mit Lahm zu seinem zweiten Treffer einschießen, macht aber einen Haken zu viel und wird dann aus kurzer Distanz von Marcelo abgeblockt

79, 4:0, Robben: Nun hat auch der Niederländer seinen Doppelpack und sein insgesamt drittes Saisontor. Und in typischer Manier zieht er dabei von rechts nach links in den Strafraum und zieht aus 15 Metern unhaltbar für Zieler ab.

81.: Bester Angriff der 96er, wobei Sakai in die Mitte auf Sobiech legt. Der kommt frei zum Kopfball, legt das Ding aber direkt auf Neuer.

Fazit: Den Bayern genügten starke 45 Minuten gegen Hannover, das erst nach der Pause Gegenwehr zeigte. Zu spät.

Der Star des Spiels: Arjen Robben. Brillierte gerade in der ersten Hälfte mit viel Spielwitz und vor allem Laune. Robben übte vehement Druck aus, ging in die meisten Zweikämpfe auf dem Platz und besorgte schließlich selbst auch zwei Tore.

Der Flop des Spiels: Felipe. Sollte als zusätzliche Absicherung die Mitte dicht machen, war aber als Spieler mit klarer Aufgabe über weite Strecken plan- und orientierungslos. Katastrophal der Fehlpass vor dem 0:2. Seine Rückkehr in die Startelf nach 551 Tagen hat er sich anders vorgestellt.

Der Schiedsrichter: Daniel Siebert aus Berlin hatte bei seinem 20. Bundesliga-Einsatz leichtes Spiel, weil die Angelegenheit recht einseitig und auch über weite Strecken körperlos war. Positiv: Die gute Kommunikation mit den Spielern.

Das fiel auf:

  • Hannover mit einer Grundordnung von 5-3-2 beim gegnerischen Ballbesitz. Felipe rückte immer wieder ins Zentrum der Innenverteidigung. Dass Hannover alle Tore über eine Lücke im Zentrum kassierte, warf das Konzept über den Haufen.
  • Bayern agierte im klaren 3-4-3, wobei Alonso im Zentrum wieder Ausgangspunkt vieler Aktionen im Aufbau war.
  • Hannover gab auch trotz frühem Rückstand die defensive Grundordnung nicht auf, agierte nach der Hereinnahme von Bittencourt für Joselu zumindest offensiv etwas flexibler, da beide nominellen Stürmer nicht mehr ganz so starr agierten. Mehr Chancen gab es trotzdem nicht. Hinten war Pander ein guter Gegenpart für Robben, der dann aber doch noch einmal traf.
  • Interessantes Rolle für Lewandowski nach Pizarros Hereinnahme: Der Pole wich auf die linke Offensivseite auf und mimte bisweilen den Außenbahnspieler. Eine Torchance kreierte er auf der Position aber nicht mehr.

Bayern - Hannover: Die Statistik zum Spiel

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