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Hallo, Zwei-Klassen-Gesellschaft

Samstag, 04.10.2014 | 21:44 Uhr
Arjen Robben (l.) und Robert Lewandowski erwischten gegen Hannover einen Sahnetag
© Getty
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Venlo

Der FC Bayern geht mit der nächsten Gala in die Länderspiel-Pause und hat trotz vorausgesagter Probleme wieder neue Maßstäbe gesetzt. Dass die Konkurrenz patzt, nehmen die Münchener zu Kenntnis und erinnern wieder an alten Zeiten. Für die aktuelle Gala sorgte vor allem ein Duo.

Dass Thomas Müller eine Neigung zum richtigen Timing hat, beweist seine bisherige - und eigentlich noch junge - Karrierestatistik. 60 Tore in 171 Bundesliga-Spielen, 19 Tore in 27 DFB-Pokalspielen, 22 Tore in 60 Champions-League-Spielen und dazu noch 24 Länderspieltore in 58 Versuchen dokumentieren ein Zeugnis eines Fußballers, der weiß, wann er das Richtige tun muss.

Manchmal muss er nicht mal auf dem Platz stehen, um einen zeitlich perfekten Treffer zu landen.

Adrian Ramos verlor in der gerade gesendeten TV-Sequenz den Ball und leitete so das Gegentor Borussia Dortmunds ein, das später die Niederlage (0:1) gegen den Hamburger SV einleiten sollte.

Müller führte in der Mixed Zone der Allianz Arena just im selben Augenblick aus, dass die "Anderen", damit ist unter anderem auch der BVB gemeint, "es scheinbar nicht so gut machen", während es "wir zu Zeit einfach gut machen". 4:0 gewann der FC Bayern gegen Hannover 96, die übrigen Champions-League-Teilnehmer ließen derweil allesamt Punkte liegen. Hallo, Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Neue Top-Werte

Kann der FC Bayern die Mehrfachbelastung einfach besser stemmen? "Vielleicht haben wir die meiste Erfahrung in diesem Geschäft", mutmaßte Müller, relativierte aber dann schnell wieder seine Aussage. "Bei Dortmund hat es in den letzten Jahren auch immer funktioniert." Also ist es das nicht.

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge begründet es recht plausibel, weshalb der FC Bayern schon wieder die beste Offensive (15 Tore) und die beste Defensive (seit 658 Minuten ohne Gegentor) der Liga hat: "Wir haben eine sehr gute Mannschaft und einen sehr guten Trainer."

Nichts zu sehen von den Problemen beim FC Bayern, die man ob der belastenden Weltmeisterschaft vorausgesagt hatte. Der FC Bayern marschiert vorneweg und wird immer besser. Der Leistung gegen Hannover gab Rummenigge eine "Eins mit Sternchen" - zumindest für den Part in der ersten Hälfte, als die Bayern schon nach 12 Minuten 2:0 führten und kurz vor dem Pfiff noch einmal nachlegten.

Wieder eine Fünferkette gegen Bayern

Die Gäste wollten mit einer Fünferkette die Kreise der Bayern stören. Trainer Tayfun Korkut montierte einen vorgezogenen Libero in Felipe, der sich immer wieder zwischen die Innenverteidiger schob. Und dennoch schoss Bayern alle Tore über die Mitte. "Hannover war die dritte oder vierte Mannschaft, die gegen uns mit einer Fünferkette gespielt hat, das ist nicht einfach", sagte Pep Guardiola. Und dennoch sah es so aus, als hätte man nie ein Problem damit.

"Sie haben uns heute nicht bremsen können", sagte Arjen Robben mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Der Niederländer nahm die Hauptrolle der Geschehnisse gegen unterlegene Hannoveraner ein. Zehn Torschüsse sind laut OPTA ein neuer Karriererekord für den Niederländer in der Bundesliga. Zwei Tore erzielte Robben - und er hätte den einen oder anderen noch machen können.

Lob für Robben und Lewandowski

"Arjen ist in einer unglaublichen Verfassung. Das hat man schon bei der WM gesehen", lobte Vorstandschef Rummenigge. "Er scheint die Verfassung von damals konserviert zu haben. Er konnte von keinem Verteidiger aufgehalten werden. Nicht mal von Sergio Ramos, der als einer der weltbesten Verteidiger bekannt ist."

Aber Robben war nicht alleine: "Auch Lewandowski hat super gespielt. Nicht nur, dass er die Tore gemacht hat, sondern auch wie er sie gemacht hat, war Weltklasse", so Rummenigge. Der Pole, der seinen ersten Doppelpack für den Rekordmeister erzielte, war hinterher "einfach nur glücklich", ob der Leistung der Mannschaft, aber auch seinen persönlichen Erfolg.

Lewandowskis Eingewöhnungsprozess geht voran, der Angreifer ist immer mehr ein Teil des Bayern-Spiels - ganz egal, in welchem System. Gegen Hannover war es ein 3-4-3, das Guardiola aufbot. Zuvor variierte der Katalane immer wieder mal und wird es auch weiter tun.

Wie viele Maß gehen?

"Man kann sich schon auf sie einstellen und man hat auch gesehen, dass die Chancen zulassen", sagte Hannovers Ceyhun Gülselam gegenüber SPOX, aber kommen die Münchener einmal ins Rollen, "sind sie schwer aufzuhalten". Das hat gerade Hannover über sich ergehen lassen müssen. "Das Wichtigste ist, dass wir in jedem Spiel etwas besser spielen als davor. Wir spielen mehr und laufen weniger. Deswegen bin ich glücklich", sagt Guardiola.

Die Bayern gehen glücklich in die Länderspiel-Pause. Vorher aber erst einmal zum obligatorischen Oktoberfest-Besuch. Eine ähnliche Leistung wie auf dem Platz erwarten die Vereinsoberen nicht. "Ob die jungen Burschen vier Maß schaffen, weiß ich nicht", frägt sich Rummenigge. Aber: "Sie haben sich jede Maß verdient."

Bayern - Hannover: Daten zum Spiel

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