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Schalke holt in Bremen ersten Sieg

Von Stefan Rommel
Dienstag, 23.09.2014 | 21:51 Uhr
Schalke 04 konnte in Bremen den ersten Sieg der Saison feiern
© Getty
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Der FC Schalke 04 hat endlich den ersten Saisonsieg gefeiert. Die Königsblauen siegten am 5. Spieltag bei Werder Bremen mit 3:0 (0:0).

Vor 40.000 Zuschauern im Bremer Weserstadion erzielten Max Meyer (48.) und Roman Neustädter (51.) mit einem Doppelschlag unmittelbar nach der Pause die Tore für die Gäste. Tranquillo Barnetta besorgte dann fünf Minuten vor dem Ende den Endstand.

Mit dem ersten Dreier vermied Schalke den schlechtesten Start in eine Bundelsiga-Saison seit 47 Jahren. Trainer Jens Keller dürfte zumindest bis zum kommenden Wochenende wieder etwas mehr Ruhe haben.

Werders eigentlich ordentlicher Saisonstart hat nach der zweiten Niederlage innerhalb von vier Tagen erhebliche Dellen bekommen. Die Bremer warten jetzt saisonübergreifend seit sechs Spielen auf einen Sieg - die längste Negativserie unter Trainer Robin Dutt.

Zudem bleibt Schalke der Bremer Angstgegner: Jetzt steht Werders Bilanz gegen Königsblau bei nur zwei von möglichen 27 Punkten aus den letzten neun Spielen.

Reaktionen:

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Leider bringen uns Aussetzer immer wieder um den verdienten Lohn. In der ersten Halbzeit hat meine Mannschaft sogar mehr für das Spiel getan. Danach haben wir leider einen Doppelschlag zugelassen, den wir anders als in den letzten Wochen diesmal nicht mehr ausgleichen konnten."

Jens Keller (Trainer Schalke 04): "In der ersten Halbzeit lief es überhaupt nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Vielleicht lag es daran, dass wir zuletzt zwei intensive Spiele zu bestreiten hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir alles viel besser gemacht und kaum noch Bremer Torchancen zugelassen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Werder fallen wegen einer Magen-Darm-Grippe drei Spieler aus. Fritz, Prödl und Petersen müssen passen. Für Fritz beginnt der junge Busch rechts hinten in der Viererkette, Caldirola ersetzt Prödl in der Innenverteidigung.

Bei den Gästen fehlen Boateng und Draxler wegen ihrer Sperren, dazu die übrigen Verletzten Höwedes, Goretztka, Farfan, Kolasinac und Santana. Uchida kehrt immerhin wieder zurück und geht rechts in die Viererkette. Höger rückt dafür nach ins Mittelfeldzentrum neben Aogo. Sam rückt für Boateng ins Team.

4.: Fuchs zu naiv im Zweikampf gegen Bartels. Der bedient Selke. Der Youngster windet sich um Ayhan und zieht aus 14 Metern halbrechter Distanz ab. Knapp am langen Pfosten vorbei.

40.: Junuzovic' Ecke köpft Lukimya aus sechs Metern stark bedrängt nur aufs Tornetz.

41.: Huntelaar über rechts mit Platz zum Flanken. Caldirola fälscht den Ball noch leicht ab, so dass Aogo acht Meter vor dem Tor frei zum Schuss kommt. Der Schalker muss aber in den Ball grätschen und bringt ihn deswegen nicht kontrolliert aufs Tor. Der Ball geht knapp rechts vorbei.

43.: Überragender Konter der Gastgeber. Junuzovic nach einer abgewehrten Schalker Ecke in den Lauf von Bartels. Der verzögert perfekt und wechselt dann die Seite auf Elia. Der Niederländer ist völlig frei vor Fährman, sein Schuss aus zehn Metern kommt aber genau auf Schalkes Keeper.

48., 0:1, Meyer: Langer Abschlag von Fährmann. Lukimya lässt Huntelaar den Ball fast unbedrängt runternehmen. Pass auf Meyer, den auch keiner angreift. Der Youngster zieht aus 14 Metern ab. Wolf ist noch dran, kann den eigentlich wenig platzierten Ball aber nicht abwehren.

51., 0:2, Neustädter: Ecke von der rechten Seite, vom Tor weg. Neustädter geht unbedrängt und mit Anlauf in den Ball und wuchtet das Ding per Kopf unhaltbar halbhoch in die linke Ecke.

58.: Ecke Werder von rechts. Lukimya mit dem Kopf am Ball, zielt aber knapp links vorbei.

64.: Konter Schalke. Clemens von rechts flach zur Mitte auf Huntelaar. Dessen Schuss aus halbrechter Position streicht aber knapp am langen Pfosten vorbei.

82.: Konter der Gäste. Matip setzt sich gut gegen zwei Gegner durch, bedient Huntelaar. Dessen Schuss aus 18 Metern halt Wolf aber stark.

85., 0:3, Barnetta: Ball in die Tiefe auf Barnetta. Der umkurvt Wolf und schiebt den Ball aus zehn Metern ins leere Tor ein.

Fazit: Am Ende geht der Schalker Sieg sogar in Ordnung. Werder warf sich durch zwei leichte Fehler selbst aus der Bahn und kam nie wieder richtig zurück in die Partie. Allerdings ist das 0:3 deutlich zu hoch ausgefallen.

Der Star des Spiels: Eric-Maxim Choupo-Moting war selbst in der (offensive-)schwachen ersten Schalker Hälfte eine auffällige Erscheinung und drehte im zweiten Durchgang noch mehr auf. Verlor kaum mal einen Ball, hatte auch unter Druck eine Lösung parat. Neben dem ebenfalls starken Neustädter Schalkes bester Feldspieler.

Der Flop des Spiels: Eljero Elia konnte man das Bemühen nicht absprechen. Aber in den entscheidenden Szenen war der Niederländer einmal mehr nicht konzentriert - nicht nur bei seiner großen Chance vor der Pause, mit der er die Partie in eine andere Richtung hätte lenken können. Nach den beiden Gegentreffern war Elia kaum noch existent, die Körpersprache wie in seinen schlechten Zeiten. Folgerichtig musste er nach 71 Minuten runter.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark hatte die phasenweise hektische Partie im Großen und Ganzen gut im Griff, leistete sich keine gravierenden Fehler. Allerdings einige Male auch sehr kleinlich in der Zweikampfbewertung. Und bei den persönlichen Strafen lag Stark auch nicht immer richtig. Die Gelben Karten gegen Höger und Di Santo waren überzogen. Korrekt dagegen, Garcia nach dessen Schwalbe zu verwarnen.

Das fiel auf:

  • Werder attackierte die Gäste sehr früh und aggressiv und bekam viele zweite Bälle. Hinter den ersten Pressinglinien taten sich oft große Räume auf, die Schalke aber in den ersten 15 Minuten kaum bespielen konnte.
  • Die Königsblauen hatten einige Probleme, den Ball kontrolliert nach vorne zu bringen. Erst als Uchida auf der rechten Seite öfter mit nach vorne rückte und Höger und Aogo im Zentrum mehr Ruhe am Ball hatten, wurde Schalkes Spiel etwas flüssiger.
  • Bis kurz vor der Pause gab es in beiden Strafräumen aber kaum nennenswerte Aktionen, weil beide Mannschaften zwar bis 30 Meter vor dem Tor teilweise recht ordentlich kombinierten, dann aber die nötige Präzision vermissen ließen oder schlicht keine Ideen hatten - ehe es dann binnen fünf Minuten drei klare Chancen gab.
  • Völlig unverständlich, wie die davor so konsequenten und konzentrierten Bremer gleich nach der Pause zwei Gegentreffer förmlich herschenkten: Nach einem neutralen Ball von Fährmann und einer Ecke. Beide Male verteidigten die Gastgeber miserabel.
  • Dutt stellte mit Hajrovic' Einwechslung nach gut einer Stunde auf ein 4-1-3-2 um und schob das offensive Mittelfeld weiter nach vorne. Junuzovic war der als einzige Abräumer, Bartels nahm die Position im Mittelfeldzentrum davor ein. Den gewünschten Effekt brachten die Umstellungen aber nicht.
  • Schalke versäumte es Mitte der zweiten Halbzeit, den Platz zu Kontern besser zu nutzen und so das Spiel endgültig zu entscheiden. So blieb Werder bis zu Barnettas Treffer am Leben.

Bremen - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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