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Fussball

Gladbach landet CL-Big-Point

Gladbachs bestritt gegen Leverkusen das 1.600. Spiel der Vereinsgeschichte (das 800. Heimspiel)
© Getty

Borussia Mönchengladbach hat Bayer Leverkusen am 32. Spieltag der Bundesliga mit 3:0 (0:0) geschlagen und damit allerbeste Chancen, in der nächsten Saison in der Champions-League-Gruppenphase zu spielen. Verfolger Leverkusen trennen vor den letzten beiden Spielen fünf Punkte von den Fohlen.

Max Kruse brachte Borussia Mönchengladbach vor 53.715 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park mit seinem elften Saisontor in Führung (50.), eher Patrick Herrmann, ebenfalls mit seinem elften Saisontreffer, in der 81. Minute den Deckel auf das Spiel machte. Den Schlusspunkt setzt der eingewechselte Ibrahima Traore mit einem schönen Fernschuss (88.).

Durch den ersten Heimsieg gegen Leverkusen (gleichzeitig der neunte in Folge) seit 1989 springt Gladbach zumindest über Nacht auf den zweiten Tabellenplatz und braucht nur noch zwei Punkte aus den verbleibenden beiden Spieltagen, um die Saison mindestens als Dritter zu beenden.

Leverkusen, das aufgrund des sehr guten UEFA-Koeffizienten auf eine lösbare Aufgabe in der CL-Quali treffen würde, musste Roberto Hilbert schon nach 25 Minuten verletztungsbedingt ausgewechseln.

Die Reaktionen:

Lucien Favre: (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es war ein schönes Spiel mit viel Tempo. Leverkusen hat hervorragend angefangen, das Pressing war sehr gut. Wir wollten keine gefährlichen Konter bekommen, das hat gut geklappt. Wir wollten keine Lücke lassen für Son oder Brandt. Das 1:0 war unerwartet und hat uns auf der Bank überrascht. Dann ist Leverkusen gekommen. Das 2:0 kam im richtigen Moment."

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Gratulation an Lucien Favre und Borussia Mönchengladbach zum Sieg und der wahrscheinlichen Champions-League-Qualifikation. Es ist sehr schade, dass wir heute verloren haben. Wir haben eine gute Leistung gebracht. Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften ihre Waffen auf den Platz bringen können. Beim 0:1 waren wir unaufmerksam, hatten aber auch danach noch Chancen. Nach dem 0:2 wurde es eine Herkulesaufgabe."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Heim-Coach Favre bringt exakt die Elf, die am vergangenen Wochenende 2:1 in Berlin gewann. Auf der anderen Seite nimmt Leverkusens Trainer Schmidt zwei Veränderungen im Vergleich zum 2:0-Sieg über die Bayern vor: Brandt ersetzt den gelbgesperrten Bellarabi und Bender verdrängt Reinartz auf die Bank.

20.: Gladbach hat die erste Chance nach einer hektischen Anfangsphase. Über links und Raffael läuft der Konter der Fohlen, den der Brasilianer durch Wendells Beine zu Kruse schiebt. Leno kommt raus, bleibt lange stehen und lenkt Kruses Schuss aus 14 Metern halbrechter Position über den Kasten.

31.: Bayer kann sich hier bei Leno bedanken. Diesmal taucht Herrmann von Raffael freigespielt frei vor dem Schlussmann auf, weil Wendell zuvor wegrutscht. Leno bleibt Sieger im Eins-gegen-eins, anschließend verpasst Herrmann den Querpass.

34.: Das Tor fällt auf der anderen Seite. Kießling ist bei einem Calhanoglu-Freistoß vor Sommer am Ball und nickt ein. Gagelmann gibt den Treffer allerdings nicht, weiß Kießling zuvor sichtbar im Abseits stand - die richtige Entscheidung.

38.: Über Kießling und Xhaka tropft der Ball zu Son, der zentral von der Strafraumkante mit links abzieht und die rechte Ecke anvisiert. Sommer ist unten und lenkt das Leder um den Pfosten.

40.: Herrmann geht im Strafraum nach einem Zweikampf mit Bender, der von Seite eingrätscht, zu Boden. Gagelmanns Pfeife bleibt stumm, obwohl Bender nur Herrmann trifft, bzw. dessen Bein einklemmt, und keine Chance hat, an den Ball zu kommen. Klarer Elfmeter für Gladbach.

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50., 1:0, Kruse: Die verdiente Führung! Xhaka schickt Herrmann mit einem fantastischen Diagonalball in den Rücken der Abwehr. Gladbachs Nummer 7 zieht von rechts in den Strafraum und legt quer zum mitgelaufenen Kruse, der den Ball nur noch über die Linie drücken muss.

58.: Klasse Konter der Fohlen, wieder ist Herrmann durch und steckt auf den diesmal gestarteten Raffael durch. Aus spitzen Winkel muss der Brasilianer das Leder aus spitzen Winkel nehmen und verzieht mit dem schwächeren Linken.

81., 2:0, Herrmann: Xhaka spielt den Freistoß per Pass in die Mitte auf Raffael. Der legt im Sechzehner mit dem Rücken zum Tor auf Kramer ab, der von der linken Strafraumkante flach ins lange Eck schießt. Leno sieht den langsamen Schuss spät und lässt ihn nach links klatschen, wo Herrmann (leicht im Abseits) steht und in die kurze Ecke verwandelt.

88., 3:0, Traore: Rums! Wie schon gegen die Hertha zieht Traore in Robben-Manier nach innen und fackelt die Kugel von der Sechzehnerkante in die lange Ecke.

Fazit: Absolut verdienter Sieg der Borussen, die gegen drückende Gäste fast nichts zuließen und vorne für mächtig Wirbel sorgten.

Der Star des Spiels: Patrick Herrmann. Erneut eine Riesenpartie des Gladbachers. Fast jeder Angriff lief über seine rechte Seite. Bereitete das 1:0 mustergültig vor, erzielte das 2:0 selber. Gladbachs Garant für die Champions League. Auch Kruse machte ein bärenstarkes Spiel.

Der Flop des Spiels: Wendell. 85 Ballaktionen, anständige 67 Prozent gewonnene Zweikämpfe - eigentlich eine solide Partie des Brasilianers. Allerdings war Wendell bei den entscheidenden Partien des Spiels nicht auf der Höhe und bekam seinen Gegenspieler Herrmann nie in den Griff. Stellungsfehler beim 0:1, genau wie Jedvaj zu spät rausgerückt beim 0:2, von Traore überlaufen beim 0:3.

Der Schiedsrichter: Peter Gagelmann lag bei vielen Entscheidungen richtig und leitete die Partie souverän. Völlig unverständlich aber, warum er Herrmann in der 40. Minute einen Strafstoß verwehrte, obwohl er nur fünf Meter entfernt stand und beste Sicht hatte. Auch der zweite Treffer der Borussen darf wegen Abseits nicht zählen, vom Freistoß, der der zum Treffer führte, ganz abgesehen.

Das fiel auf:

  • Schmidt schickte seine Mannschaft in einem wahnsinnig offensiv ausgerichteten 4-2-3-1 auf das Feld. Der Ballvortrag der Gladbacher wurde weit in der gegnerischen Hälfte energisch angerannt, die abkippenden Sechser bis zur Viererkette begleitet.
  • Die Fohlen taten sich dadurch unheimlich schwer im Spielaufbau, egal ob Xhaka, Kramer, Wendt oder Korb - die Borussen sahen sich schon in der eigenen Hälfte meist zwei Gegenspielern gegenüber und leisteten sich entsprechend viele Fehlpässe und Ballverluste.
  • Nach 20 Minuten intensivem Forecheckings genehmigte sich Leverkusen dann aber merklich eine Pause und ließ den Gastgebern mehr Platz. Gladbach wusste diesen sofort zu nutzen und kam durch Kruse und Herrmann zu den ersten Chancen der Partie.
  • Super Spiel von Raffael, der den Ball immer wieder bei den Sechsern oder Flügelspielen abholte, um ihn vor den Sechzehner zu tragen und dort an die einlaufenden Mitspieler zu verteilen. Der Brasilianer war so maßgeblich an der Entstehung fast aller Gladbacher Torchancen beteiligt.
  • Das frühe Tor nach dem Seitenwechsel spielte der Borussia in die Karten. Während Leverkusen seine Bemühungen weiter intensivieren musste, konnte Gladbach sich in erster Linie auf eine stabile Defensive konzentrieren und auf Konter lauern.

Gladbach - Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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