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Schalke klaut Punkt in Wolfsburg

Sonntag, 19.04.2015 | 19:16 Uhr
Schalkes Rückkehrer Farfan im Zweikampf mit den Wolfsburgern Perisic und Rodriguez
© Getty
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Der FC Schalke 04 hat sich zum Abschluss des 29. Spieltags 1:1 (0:0) vom VfL Wolfsburg getrennt und muss seine Chancen auf die Champions League endgültig ad acta legen. Die Wölfe bleiben auch im zweiten Pflichtspiel vor eigenem Publikum ohne Sieg.

Vor 25.000 Zuschauern in der Volkswagen-Arena brachte Leroy Sane den FC Schalke 04 mit seinem dritten Bundesliga-Treffer mit 1:0 in Führung (53.), ehe Kevin De Bruyne den Spielstand in der 78. Minute mit einem schönen Fernschuss egalisierte.

Wolfsburg bleibt nach dem Punktgewinn weiterhin Zweiter und hat fünf Spieltage vor Ende der Saison sieben Punkte Vorsprung auf Leverkusen und Gladbach. Schalke kursiert weiter auf den fünften Rang, hat aber nur noch rechnerische Chancen auf einen Champions-League-Platz und muss die Verfolger aus Bremen und Dortmund im Auge behalten.

Marvin Friedrich ist der 29. Spieler, der in dieser Saison in der Schalker Startelf stand: Liga-Höchstwert.

Durch die Punkteteilung könnte Bayern schon am kommenden Spieltag die Meisterschaft eintüten - vorausgesetzt der Rekordmeister schlägt Hertha BSC und Wolfsburg siegt nicht in Gladbach.

Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer VfL Wolfsburg): "Nach so einem Spiel wie am Donnerstag ist es normal, dass die ersten 20, 30 Minuten etwas zäh waren. Vor der Pause hätte ich mir aber gewünscht, dass wir in Führung gehen. Auch nach der Pause hatten wir noch zwei große Chancen. Nach dem Rückstand hat sich die Mannschaft selbst belohnt. Was ich bemerkenswert fand, war, dass die Mannschaft auch nach dem Ausgleich noch weiter gemacht hat."

Roberto Di Matteo (Trainer Schalke 04): "Es war ein kampfbetontes Spiel in der ersten Halbzeit. Wir hatten ein paar gute Situationen. Aber der letzte Pass hat gefehlt. Wir sind dann mit einem super Tor in Führung gegangen. Wolfsburg hat uns dann aber unter Druck gesetzt. Und am Ende des Tages können wir mit dem Punkt zufrieden sein."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hecking verändert sein Team drei Tage nach dem 1:4 gegen Neapel auf vier Positionen: In der Viererkette kommt Klose für Knoche, Träsch beginnt anstelle von Guilavogui. Maximilian Arnold spielt außerdem für Caligiuri und Perisic für Dost, Schürrle rückt in das Sturmzentrum.

Auf der anderen Seite tauscht Di Matteo drei Mal: Friedrich ersetzt den angeschlagenen Nastasic und kommt zu seinem Bundesliga-Startelf-Debüt. Im Mittelfeld spielen zudem Neustädter und Sane anstelle der ebenfalls verletzten Coupo-Moting und Fuchs.

19.: De Bruyne visiert mit einem Schlenzer von halblinks den rechten Winkel an, zielt aber knapp drüber, der Ball landet auf dem Tordach.

33.: Auweia! Kolasinac räumt Vierinha am rechten Strafraumeck mit einer brutalen Grätsche ab. Dingert zeigt Gelb, womit Kolasinac gut bedient ist.

44.: Ganz starke Tat von Fährmann! Perisic zieht über links in den Strafraum und prüft den Keeper aus spitzem Winkel. Den Abpraller legt der Kroate dann in die Mitte, wo De Brunye aus elf Meten flach abzieht - Fährmann rettet mit der Fußspitze.

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47.: Rums! Rodriguez wird im Mittelfeld nicht angegriffen und packt aus 25 Metern linker Position den Hammer aus - der laut an die Latte knallt. Da wäre Fährmann nie und nimmer hingekommen.

53., 0:1, Sane: Plötzlich führt Schalke. Sane nimmt den Ball nach einer WOB-Ecke in der eigenen Hälfte auf, schleppt ihn bis zum gegnerischen Sechzehner, wo Träsch nur halbherzig klärt. Sane reagiert am schnellsten und netzt unten rechts ein.

67.: Wieder Fährmann! Diesmal behält er im Getümmel nach einem Eckball den Überblick und pariert mit einem super Reflex.

67.: Schürrle setzt sich nach langem Pass gegen Matip im Laufduell durch, scheitert von halbrechts aber am erneut hervorragend reagierenden Fährmann.

78., 1:1, De Bruyne: Jetzt ist auch der Keeper machtlos. Caligiuri zieht von rechts zur Mitte und bleibt in der Schalker Verteidigung hängen. De Bruyne hat aufgepasst und zirkelt den Abpraller aus 20 Metern neben den rechten Pfosten.

Fazit: Glücklicher Punkt für Schalke, das Wolfsburg nur kurz im Griff zu haben schien. Die Wölfe müssen sich ihre schlechte Chancenverwertung vorwerfen lassen.

Der Star des Spiels: Ralf Fährmann. Ganz Gelsenkirchen fieberte seine Rückkehr herbei und weiß spätestens nach dem heutigen Spiel wieder warum. Außergewöhnliche Vorstellung Fährmanns, der auf der Linie, in der Strafraumbeherrschung und im Eins-gegen-eins überzeugen konnte.

Der Flop des Spiels: Andre Schürrle. Sollte den etatmäßigen Mittelstürmer Dost, der an akuten Ladehemmungen leidet, in vorderster Front ersetzen, und erwies sich dieser Aufgabe als nicht gewachsen. Hatte die mit Abstand wenigsten Ballaktionen aller Wolfsburger Feldspieler und konnte kein einziges Mal für Gefahr im Schalker Strafraum sorgen.

Der Schiedsrichter: Keine leichte Partie für Christian Dingert, der sich spätestens in der 33. Minute für eine großzügige Linie entschied, in dem er Kolasinac nach dessen Sense nicht zum Duschen schickte. Hielt in der Folge korrekterweise konsequent an dieser Gangart fest. Gesamt eine gute Leistung.

Das fiel auf:

  • Wolfsburg überließ Schalke den Ball, lauerte auf Konter und attackierte den Spielaufbau der Knappen erst ab er der Mittellinie energisch. Entsprechend Heckings Spielidee fanden die Gäste fanden überhaupt kein Mittel, diese tief stehende und dicht gestaffelte Formation zu knacken. Vor allem Neustädter und Aogo fehlte es an Ideen, auf den Außen hingen Farfan und Sane ohne jegliche Unterstützung in der Luft.
  • Bezeichnend: In der Hinrunde schickte Di Matteo Königsblau erstmals mit einer Dreierkette auf das Feld und wurde mit einem engagierten Auftritt und einem 3:2-Sieg belohnt. Etwas mehr als fünf Monate später ist Schalke wieder zur Viererkette zurückgekehrt - und offenbarte, wie schleppend diese erneute Umstellung zum 4-2-3-1 abläuft.
  • Weil Schalke aber selber schnell merkte, dass offensiv nur wenig zusammenlief, ließ sich das Team kaum locken und ermöglichte den Wölfen so nur sehr selten die Chance zum Tempogegenstoß.
  • Mit zunehmender Spieldauer machte Wolfsburg immer mehr auf und schuf durch die einrückenden Perisic und Vierinha regelmäßig Überzahl im Zentrum. Außerdem erlaubte sich Schalke viele leichtfertige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung und lud die Gastgeber so förmlich ein.
  • Die sich bietenden Chancen wurden aber dann aber zu oft nur halbherzig zu Ende gespielt, was ein in allen Belangen unterlegenes Schalke im Spiel hielt. Die Quittung gab es dann in der 53. Minute durch Sane. Einzig De Bruynes Geistesblitz verhinderte die Niederlage.

Wolfsburg - Schalke: Die Statistik zum Spiel

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