wird geladen
Fussball

Kölner Big Point gegen Hoffenheim

Von Niklas König
Sonntag, 12.04.2015 | 17:27 Uhr
Matthias Lehmann traf gegen Hoffenheim vom Punkt
© Getty

Der 1. FC Köln hat sich am 28. Bundesliga-Spieltag mit 3:2 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim durchgesetzt. In einem wilden Spiel siegten die Geißböcke verdient und schafften einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt.

Matthias Lehmann (21./Foulelfmeter), Anthony Ujah (54.) und Jonas Hector (78.) erzielten vor 45.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion die Tore für die Gastgeber. Für die TSG trafen Eugen Polanski (70./Foulelfmeter) und Anthony Modeste (88.).

Durch den Sieg zieht Köln in der Tabelle an Mainz 05 und Hertha BSC vorbei und springt auf Platz elf.

Hoffenheim hingegen verpasste die Chance, den sechsten Platz vom FC Augsburg zu erobern und den fünftplatzierten Schalkern auf den Fersen zu bleiben.

Reaktionen:

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "Das war ein schönes Spiel. Ein Glück hatten wir das bessere Ende für uns. Hoffenheim hat eine enorme Qualität. Das war ein wichtiger Sieg für uns."

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, um in Führung zu gehen. Insgesamt haben wir aber zu viele einfache Fehler gemacht. Nach vorne haben wir ordentlich gespielt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Peter Stöger schickte sein Team im bewährten 4-4-2-System auf den Rasen. Im Vergleich zur 0:1-Niederlage beim SC Freiburg am vergangenen Wochenende spielte Kazuki Nagasawa für den gelbgesperrten Peszko. Für den Japaner war es sein erstes Bundesliga-Spiel von Beginn. Zudem ersetzte Yuya Osako Deyverson (Muskelprobleme) als zweite Spitze neben Anthony Ujah.

Hoffenheim antwortete mit einem 4-3-2-1-Tannenbaumsystem. Trainer Marcus Gisdol nahm nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund (2:3 nach Verlängerung) zwei Änderungen vor: Jin-Su Kim ersetzte Jeremy Toljan, der 18-jährige Nadiem Amiri rückte für Pirmin Schwegler (Rückenprobleme) in die erste Elf. An vorderster Front spielten erneut Kevin Volland, Roberto Firmino und Sven Schipplock.

Die Bundesliga geht in die heiße Phase - Jetzt bei Tipico wetten!

1.: Was für ein Auftakt! Schipplock kommt nach langem Ball über die rechte Seite in den Strafraum und bringt den Ball ins Zentrum zu Firmino. Den Schuss des Brasilianers lenkt der heranstürmende Pawel Olkowski noch ebenso an den linken Pfosten.

3.: Die erste Chance für Köln. Ujah bedient Osako, der von rechts in den Strafraum zieht. Kim stößt den Japaner ungeschickt um, hat dabei den Arm ausgefahren. Das hätte Elfmeter geben müssen.

11.: Risse verliert den Ball im Mittelfeld gegen Firmino. Über Kim kommt das Leder zu Volland, der mit seinem Flachschuss an Horn scheitert.

20., 1:0, Lehmann (Elfmeter): Risse schlägt den Ball blind nach vorne. Bicakcic ist da, lässt sich aber von Osako abkochen, der erneut von rechts in den Sechszehner zieht. Bicakcic zieht den Kölner am Trikot und trifft ihn auch mit den Füßen. Lehmann versenkt den fälligen Elfmeter flach und mittig.

22.: Rudy lupft den Ball über die Kölner Hintermannschaft hinweg auf Firmino. Der zieht ab, doch wieder ist Horn zur Stelle.

24.: Nagasawa bekommt den Ball im Zentrum, sein Drehschuss wird abgeblockt, dann ist Rudy mit der Hand am Ball. Knifflige Szene, aber wohl kein Elfmeter.

39.: Köln schnuppert am 2:0: Risse kommt über rechts, tunnelt Kim und bedient den im Strafraum lauernden Ujah. Der trifft aus der Drehung den Pfosten.

53., 2:0, Ujah: Jetzt ist es soweit! Über Nagasawa und Osako kommt der Ball wieder zu Ujah. Der überlistet Baumann mit einem Schuss ins kurze Eck.

69., Rot für Olkowski: Olkowski holt den eingewechselten Modeste übel von den Beinen. Völlig zu Recht gibt es den zweiten Elfmeter des Spiels und die Rote Karte für den Polen.

70., 2:1, Polanski (Elfmeter): Wie Lehmann schießt auch Polanski den Strafstoß in die Mitte. Allerdings deutlich härter und höher - drin.

72.: Modeste setzt zum Fallrückzieher an und verpasst den Ausgleich hauchdünn.

78., 3:1, Hector: Hector gegen alle! Der Linksverteidiger lässt Rudy, Beck, Polanski und Bicakcic wie Slalomstangen stehen und trifft zur Vorentscheidung.

88., 3:2, Modeste: Rudy bringt eine Ecke von rechts in den Strafraum. Horn kommt raus, aber nicht an den Ball, Modeste köpft ein. Klarer Torwartfehler.

Fazit: Köln fährt einen insgesamt verdienten Sieg ein, musste aber nach dem Platzverweis zwischenzeitlich zittern. Hoffenheim schaffte es erst in Überzahl, den Gastgeber unter Druck zu setzen.

Der Star des Spiels: Yuya Osako. Der quirlige Japaner wirbelte die Hoffenheimer Defensive gehörig durcheinander. Er holte den Elfmeter raus und hätte einen weiteren bekommen müssen. Zudem legte der 24-Jährige den zweiten Treffer auf.

Der Flop des Spiels: Jin-Su Kim. Der Hoffenheimer Linksverteidiger hatte große Probleme mit den schnellen Kölnern Risse, Nagasawa und Osako. Wirkte in seinen Zweikämpfen teils überfordert.

Der Schiedsrichter: Peter Sippel hatte die Partie insgesamt gut in Griff. Beide Elfmeterentscheidungen waren richtig, ebenso wie die Rote Karte. Allerdings hätte Köln einen weiteren Elfmeter bekommen müssen, als Kim Osako von den Beinen holte. Der Japaner hatte zwar zuvor im Abseits gestanden, dies hatte das Schiedsrichtergespann aber nicht gesehen.

Das fiel auf:

  • Beide Defensivabteilungen hatten große Probleme, die gegnerischen Sturmreihen zu verteidigen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit vielen Torchancen.
  • Sebastian Rudy ließ sich im Spielaufbau der Hoffenheimer zwischen die Innenverteidiger zurückfallen. Andreas Beck und Kim schoben wiederum weit nach vorne.
  • Das Kölner Offensivquartett Risse, Nagasawa, Osako und Ujah stellte die Hoffenheimer Hintermannschaft immer wieder vor große Probleme.
  • Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahm Köln mehr und mehr die Kontrolle. Hoffenheim hingegen biss sich an der immer besser stehenden Kölner Defensive die Zähne aus.
  • Mit der Hereinnahme von Modeste kam Hoffenheim im Sturmzentrum zu mehr Durchschlagskraft.
  • Die Rote Karte für Olkowski brachte zunächst die spielerische Wende: Hoffenheim drückte mächtig aufs Gas und kam schon kurz nach dem Anschlusstreffer zu zwei guten Gelegenheiten.

Köln - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung