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Samstag, 14.03.2015 | 23:26 Uhr
Auch Mehdi Benatia befindet sich derzeit auf dem Weg zur richtigen Form
© Getty
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Der FC Bayern München schlägt eines der heißesten Teams in der Bundesliga mit 4:0 (2:0). Nicht nur die Souveränität des Erfolgs über Werder Bremen zeigt, dass der Meister langsam richtig auf Hochtouren läuft. Auch die vermeintlichen Problemkinder sind gar nicht vorhanden.

Als der FC Bayern zum Rückrundenauftakt mit 1:4 gegen Wolfsburg unterlag, war der Aufschrei groß. Auch die anschließenden Spiele gegen den FC Schalke (1:1) und den VfB Stuttgart (2:0) waren keine Glanzleistungen. Der bayrische Motor stotterte zu Beginn des Jahres noch gehörig.

Als der Meister in den folgenden Wochen wieder in die Spur fand, wurde nicht nur die Spielweise kritisiert, sondern es wurden auch Problemfässer aufgemacht, die es in dieser Art eigentlich gar nicht gab. Auf der einen Seite sollte sich bei einem erzielten Treffer wieder mehr gefreut werden, auf der anderen Seite sollte die Mannschaft perfekt funktionieren. Emotionalität gepaart mit der Zuverlässigkeit einer Maschine. So die Ansprüche.

Bereits unter der Woche ließ man die ersten Kritiker verstummen, als man Schachtjor Donezk mit 7:0 aus der Arena fegte. Und eine Leistung ablieferte, mit der man so nicht rechnen konnte. Trotz des frühen Platzverweises spielte die Elf von Pep Guardiola die Partie mit einer erschreckenden Konsequenz bis zum Schlusspfiff zu Ende.

Maschinen gepaart mit Emotionen

Der Auftritt gegen Werder kam ebenfalls sehr nah an die Vorstellung von Matthias Sammer ran. Kühl und souverän trat der Rekordmeister fast in der kompletten Zeit auf. Mit Ausnahme der ersten Minuten und der Mitte der zweiten Hälfte, als es ein wenig hektisch wurde, bewahrten die Bayern immer die Ruhe, agierten sehr abgeklärt. Abermals ein erschreckend dominanter Auftritt, bei einem Team, dass in der Rückrunde die gleiche Zahl an Punkten holte wie der Tabellenführer und zu einer der heißesten Mannschaften der Rückrunde gehört.

Thomas Müller verwandelte den ersten gefährlichen Angriff in der 24. Minute sozusagen im Nachschuss. David Alaba machte kurz vor der Pause eigentlich schon den Deckel auf die Partie, als er mit seinem dritten direkt verwandelten Freistoß das 2:0 erzielte (45.).

Sebastian Prödl fasste nach Spielende zusammen, was jeder über die 90 Minute sah: "Der Unterschied war die individuellen Klasse. Die Bayern sind einfach eiskalt, wenn sie eine Torchance haben." Der Österreicher war es, der Mario Götze unglücklich kurz vor dem 2:0 foulte.

Bayern im Glück

Dabei war Prödl an einer nicht ganz unwichtigen Szene im zweiten Spielabschnitt beteiligt, als er im Strafraum von Jerome Boateng kurz gehalten wurde und dabei den Ball mit der Hand spielte. Fin Bartels drosch den Ball über die Linie, aber Thorsten Kinhöfer entschied auf Handspiel.

Anschließend wurde die Partie etwas hektisch. Mehdi Benatia kassierte seine 5. Gelbe Karte und wird damit gegen Gladbach kommenden Sonntag fehlen. Prödl, der sich einen unnötigen Bodycheck gegen den Marokkaner erlaubte, konnte nach dieser Aktion froh sein, überhaupt noch den Schlusspfiff auf dem Feld miterlebt zu haben.

Mitten in die wilde Bremer Sturm und Drang Phase verlor Bremens Kapitän Clemens Fritz im Mittelfeld den Ball. Boateng schickte Thomas Müller, der bediente Robert Lewandowski (76.) und sorgte so für die endgültige Entscheidung.

Gerade die beiden Protagonisten des 3:0 wurden in den letzten Wochen beim FC Bayern des Öfteren kritisiert. Müller traf aber in den letzten drei Spielen fünf Mal. Und Lewandowski, dem in den letzten Monaten vorgeworfen wurde, im bayrischen Angriffsspiel nicht entscheidend genug stattzufinden, erzielte gegen Werder seine Saisontore zwölf und 13. Kurz vor dem Schlusspfiff setzt der Pole den Schlusspunkt (90.). Probleme? Derzeit nicht sichtbar.

Pep ist stolz

Auch der Coach zeigt sich derzeit sehr zufrieden. "Heute war so ein Tag, wo ich stolz war, Trainer dieser Mannschaft zu sein", sagte Guardiola nach dem Spiel. Zudem feierte Philipp Lahm nach viermonatiger Verletzungspause sein Comeback, als er in der 82. Minute für Götze eingewechselt wurde. Es ist also alles angerichtet für einen erfolgreichen April.

Im letzten Jahr befand sich der FC Bayern im März in einer Galaform. Alle Experten waren sich einig, die Münchner seien auf dem besten Weg, als erste Mannschaft die Champions League zu verteidigen. Im April wirkte die Bayern überspielt und nicht mehr auf der Höhe. Gegen Real flog man sang- und klanglos aus der Königsklasse.

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Nun scheint Guardiola sein Team behutsam zur absoluten Top-Verfassung zu führen. Und zwar dann, wenn sie benötigt wird. Werder Bremen oder Schachtjor Donezk sind nicht der Anspruch des FC Bayern, so arrogant das nun wieder klingen mag. Aber für Pep und sein Team zählt es erst, wenn die ganz großen Fische kommen. Wenn Real Madrid oder der FC Barcelona in der Arena vorstellig werden.

Die Münchener befinden sich in den letzten Wochen auf einem sehr guten Weg, es läuft derzeit alles nach Plan. Nun hat man in den nächsten drei Wochen lediglich ein Spiel. Pep kann sein Team in der Zeit weiter feinjustieren. So dass der April so verläuft, wie man sich das in München vorstellt.

Bremen - Bayern: Daten zum Spiel

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