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Meier schießt HSV tiefer in die Krise

Von Daniel Reimann
Samstag, 28.02.2015 | 20:23 Uhr
Alex Meier brachte Eintracht Frankfurt per Elfmeter in Führung
© Getty
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Eintracht Frankfurt schlägt den Hamburger SV mit 2:1 (1:1) und verschärft damit die Krise der Hanseaten. Alex Meier war mit zwei Toren der Matchwinner.

Vor 50.500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena traf Alex Meier per Foulelfmeter zum frühen 1:0 für Frankfurt. Hamburg glich in Person von Zoltan Stieber kurz vor der Pause aus (45.), bevor erneut Meier den alten Abstand wiederherstellte (54.).

Wenig später war Hamburg nur noch in Unterzahl, weil Matthias Ostrzolek nach dem zweiten ungeschickten Foul gegen Stefan Aigner mit Gelb-Rot vom Platz musste. In der Nachspielzeit schoss Meier noch einen weiteren Elfmeter an die Querlatte.

Hamburg hat damit aus den letzten drei Spielen nur einen Punkt geholt, während Frankfurt den Rückschlag gegen Mainz (1:3) scheinbar gut verarbeitet hat.

Reaktionen:

Thomas Schaaf (Trainer Eintracht Frankfurt): "Gerade in der ersten Hälfte hatten wir schon gute Möglichkeiten, ein weiteres Tor zu schießen. Wir waren insgesamt 90 Minuten gut im Spiel und haben den Sieg verdient."

Joe Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wir haben eine dumme Gelb-Rote Karte bekommen. Mit zehn Mann ist es dann schwer. Trotzdem hatten wir die Chance zum Ausgleich. Wir haben uns gut präsentiert. Leider sind wir nicht belohnt worden."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zwei Wechsel gibt es bei der Eintracht: Inui und Hasebe ersetzen die gesperrten Seferovic und Zambrano.

Beim HSV gibt es nur einen Wechsel im Vergleich zum 1:1 gegen Gladbach: Rudnevs ersetzt den angeschlagenen Olic (Oberschenkelprobleme).

3.: Nach einem Pass aus der eigenen Hälfte ist Rudnevs durch, Madlung kommt nicht hinterher und der Hamburger kann aus 13 Metern halbrechter Position abschließen - aber Keeper Trapp hat da prima den Winkel verkürzt und kann den Ball im Herauslaufen abwehren.

9.: Toll, wie Inui da aus dem Lauf durchsteckt für den gestarteten Piazon. Der zieht rechts an die Grundlinie und legt zurück für Meier - doch der Topstürmer der Eintracht trifft den Ball sechs Meter vor dem Tor nicht richtig, sodass Drobny auf der Linie parieren kann.

11.: Elfmeter für die Eintracht! Djourou geht gegen Piazon an der Sechzehnerkante körperlich zu Werke und schubst den Frankfurter um - ein klarer Strafstoß.

12., 1:0, Meier (Elfmeter): Meier läuft an, stoppt kurz ab und verwandelt mit rechts halbhoch ins rechte Eck.

28.: Was für ein Freistoß von Piazon, der den Ball in einer unglaublichen Flugbahn über die Mauer schlenzt und dann Zentimeter über der Latte aufs Tornetz fallen lässt. Das hätte gern auch schon das 2:0 sein können!

45., 1:1, Stieber: Gouaida bindet links am Sechzehner drei Mann und hat das Auge für den im Rückraum stehenden Müller. Der spielt im One-Touch-Stil sofort steil in die zwischen Madlung und Russ entstandene Lücke - und Stieber hat keine Mühe, aus zehn Metern halblinker Position vorbei an Trapp unten links einzunetzen!

54., 2:1, Meier: Jiracek will den Ball mit dem Kopf zu Diekmeier zurückspielen, serviert ihn dabei aber in den Fuß von Piazon. Der geht rechts am Sechzehner ins Dribbling und legt dann quer auf Meier - der aus mittiger Position und 17 Metern passgenau unten rechts einnetzt, weil Rajkovic da mit seiner Grätsche zu spät kommt.

64.: Platzverweis für Ostrzolek! Der Hamburger hat gegen Aigner auf rechts wieder nur das Nachsehen, trifft ihn im Laufduell unten am Fuß - und sieht dafür die zweite Gelbe Karte binnen elf Minuten.

78.: Und wie aus dem Nichts hat der HSV die Riesenchance! Einen langen Ball nimmt Beister auf halbrechts auf, kein Frankfurter kommt mehr hinterher - doch der Hamburger scheitert aus 15 Metern am gut reagierenden Trapp!

90.: Elfmeter für die Eintracht! Stendera zieht von rechts in den Sechzehner, Djourou geht völlig ungeplant in den Zweikampf und trifft den Youngster am Fuß - unstrittig! Meier hämmert den Ball jedoch an die Latte.

Fazit: Verdienter Dreier für eine spielerisch und läuferisch überlegene Frankfurter Eintracht.

Der Star des Spiels: Alex Meier. Elfer souverän verwandelt - ordentlich. Aber wie Meier das zweite Tor machte, war bewundernswert. Starker Blick für die offene Ecke, dann der überlegte Abschluss mit der Innenseite. Mit 16 Toren die ultmative Lebensversicherung der Frankfurter. Schönheitsfehler: Der verschossene Elfer in Hälfte zwei.

Der Flop des Spiels: Johan Djourou. Stand vor allem in der Anfangsphase vollkommen neben sich. Vor dem Elfer stand er schlecht gegen Piazon, dann verursachte er ungeschickt den Strafstoß. Auch in der zweiten Hälfte immer wieder mit Stellungsfehlern. Sein hölzernes Einsteigen gegen Stendera sorgte für einen weiteren Elfer.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer. Kleinlich, aber konsequent - so könnte man Meyers Auftritt beschreiben. Ließ wenig laufen, griff schnell zu Verwarnungen, aber behielt dabei eine klar nachvollziehbare Linie. Einmal unterlief seinem Assistenten ein Fauxpas, als Diekmeier in der zehnten Minute fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Die beiden Elfmeter sowie Gelb-Rot für Ostrzolek sind jedoch beide vertretbar.

Das fiel auf:

  • Frankfurt begann druckvoll und stellte Hamburgs Defensive von Beginn an vor Probleme. Aigner und Piazon machten Druck über die Halbräume, in der Mitte stifteten Inui und Meier Unruhe. Hamburgs Defensive agierte viel zu passiv und kam oft gar nicht erst in die Zweikämpfe.
  • Im eigenen Spielaufbau wirkte der HSV bisweilen einfallslos. Knapp 22 Prozent lange Bälle in der ersten Halbzeit - die oft in der gegnerischen Innenverteidigung untergingen. Am Boden war Hamburg auf die kreativen Impulse von Müller oder Stieber angewiesen. Rudnevs ackerte im Sturmzentrum, agierte dabei aber oft zu verbissen.
  • Die Eintracht verteidigte sehr hoch und übte so bereits im Mittelfeld Druck auf den ballführenden Gegner aus. Kacar und Jiracek fehlte es an der nötigen Pressingresistenz, um sich zu befreien und mögliche Lücken im gegnerischen Pressingverbund effektiv nutzen zu können. Dazu reagierte die Eintracht im Umschaltspiel deutlich schneller auf die sich bietenden Räume, während Hamburgs Defensive sich noch sortieren musste.
  • Auch nach Wiederanpfiff kam die Frankfurt deutlich wacher aus der Kabine, während der HSV in erster Linie reagierte. Vorne sorgte einzig der junge Gouaida für erfrischende Elemente. Die Viererkette offenbarte indes immer wieder eklatante Abstimmungsdefizite. Die Gastgeber waren mannschaftstaktisch die klar überlegene Mannschaft.

Eintracht Frankfurt - Hamburg: Die Statistik zum Spiel

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