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Bundesliga - 22. Spieltag

Keeper patzen bei Last-Minute-Remis

Samstag, 21.02.2015 | 17:43 Uhr
Bremen-Verteidiger Jannik Vestergaard im Duell mit Schalkes Eric-Maxim Choupo-Moting
© Getty
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Werder Bremen hat sich am 22. Spieltag der Bundesliga mit 1:1 (0:0) von Schalke 04 getrennt und muss nach fünf Siegen in Folge den ersten kleinen Dämpfer hinnehmen. Die Torhüter beider Seiten erlaubten sich schwere Fehler und nahmen so erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Partie.

61.000 Zuschauer in der Veltins-Arena sahen eine tor- aber keinesfalls ereignislose erste Hälfte, in der Schalke stark begann und mehr vom Spiel hatte. Bremen wurde nach anfänglichen Unsicherheiten im Ballvortrag immer stabiler und kam ebenfalls zu guten Torgelegenheiten.

Max Meyer brachte die Hausherren nach dem Seitenwechsel mit einem Fernschuss, bei dem Keeper Raphael Wolf böse daneben griff, mit 1:0 in Führung (61.). Für Werders Schlussmann war es in dieser Saison bereits der vierte schwere Fehler, der zu einem Gegentor führt - Bundesliga-Höchstwert! Als die Königsblauen schon wie die sicheren Sieger aussahen, patzte auch auch Timon Wellenreuther und ermöglichte Sebastian Prödl den Ausgleichstreffer in den letzten Sekunden der Partie.

Schalke wartet nach den Niederlagen gegen Frankfurt und Madrid auch im dritten Pflichtspiel auf einen Sieg und könnte am Sonntagabend weiteren Boden auf den Drittplatzierten aus Gladbach verlieren. Bremen kann auch das zehnte Pflichtspiel in Folge gegen Schalke nicht gewinnen, fährt nach dem späten Ausgleichstreffer trotz der gerissenen Siegesserie aber mit einem guten Gefühl nach Hause.

Reaktionen:

Roberto Di Matteo (Trainer Schalke 04): "Wir haben das Spiel sehr gut kontrolliert, eine sehr engagierte Leistung gezeigt. Wir sind verdient in Führung gegangen, haben aber nicht den Raum genutzt, um das zweite Tor zu schießen. Wir sind sehr enttäuscht, so ein Tor kassiert zu haben. Natürlich hat uns Joel Matip beim Gegentor mit seiner Größe gefehlt. Es ist ärgerlich, wenn man in so einem Spiel so spät noch den Ausgleich kriegt."

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Wir sind sehr glücklich mit diesem Punkt. Jeder weiß, wie schwierig es nach einem Rückstand ist. Wir haben eine echt gute Partie abgeliefert, schauen aber nach wie vor nach unten. Einen Punkt auswärts bei so einem Gegner nehmen wir gerne mit."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schalke-Coach Di Matteo stellt nach dem 0:2 gegen Real auf vier Positionen um. Fuchs und Barnetta verdrängen Uchida und Aogo auf den Außenverteidigerpositionen. Außerdem beginnt Meyer für Boateng und Youngster Platte feiert sein Bundesliga-Startelfdebüt für den rotgesperrten Huntelaar.

Gegenüber Skripnik hat nach fünf Siegen in Folge keinen Grund, seine Mannschaft zu verändern, und bringt die Elf, die Augsburg am vergangenen Wochenende 3:2 schlug. Auch dem wiedergenesene Prödl bleibt nach Lukimyas starkem Auftritt gegen die Fuggerstädter nur die Bank. Skripnik lässt erstmals dieselbe Startelf in zwei aufeinander folgenden Bundesligaspielen agieren.

7.: Schalke kommt über rechts und Barnetta. In der Mitte unterläuft verpasst Platte die Flanke nur knapp.

17.: Schöne Aktion von Platte. Der 19-Jährige erobert den Ball im Mittelfeld, läuft noch ein paar Meter und versucht es mit einem Heber über Wolf - zwei Meter am linken Pfosten vorbei.

19.: Erste gute Torchance der Gäste: Fritz spielt den Ball quer vor dem Schalker Sechzehner, Di Santo kommt entgegen und nimmt das Leder direkt. Der Schuss ist zu zentral und deshalb kein Problem für Wellenreuther.

32.: Höger behauptet die Kugel im Strafraum gegen drei Bremer und legt zum aufgerückten Neustädter ab. Dessen Schuss aus 20 Metern rauscht am linken Pfosten vorbei.

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48.: Knifflige Szene! Nastasic geht am eigenen Sechzehner ins Kopfballduell mit Selke, legt dem Bremer den Ball unglücklich in den Lauf und zieht ihn dann an der Schulter zu Boden. Gräfe entscheidet auf Freistoß plus Gelb, weil das Foul kurz vor der Strafraumgrenze begann und Matip noch hätte eingreifen können.

49.: Der Österreicher tritt aus 18 Metern halblinker Position an und zirkelt das Leder wenige Zentimeter am rechten Knick vorbei. Da wäre Wellenreuther, obwohl es seine Torwartecke war, nicht rangekommen.

61., 1:0, Meyer: Schlimmer Patzer von Wolf. Der Bremer Keeper hat freie Sicht auf Meyers Schuss aus 17 Metern, ist auch in der richtigen Ecke und lässt den Ball dann doch unter den Armen durchrutschen. Den muss er haben!

69.: Di Santo bleibt mit einer Flanke zunächst hängen, der zweite Ball landet wieder beim Argentinier. Sein Schuss geht aber Richtung Eckfahne.

90., 1:1, Prödl: Jetzt patzt auch der andere Goalie! Nach einem Junuzovic-Freistoß kommt Wellenreuther viel zu zögerlich raus. Prödl ist da uns köpft aus fünf Metern ein.

Fazit: Insgesamt ein gerechtes Unentschieden für zwei engagiert und offensiv auftretende Mannschaften. Schalke sah lange wie der sichere Sieger aus, einzig ein Standard und der zweite Bock des Keepers ermöglichten den Gästen den Ausgleich.

Der Star des Spiels: Tranquillo Barnetta. Super Spiel des Schweizers, der auf der ungewohnten Halbposition auf der rechten Seite eine gute Mischung zwischen Defensive und Offensive fand. Hatte die meisten Ballaktionen aller Spieler und lieferte den Assist zur Schalker Führung.

Die Torwart-Patzer im RE-LIVE

Der Flop des Spiels: Davie Selke. Fand gegen Nastasic, Matip und Höwedes überhaupt nicht statt und kaum auf insgesamt nur 15 Ballaktionen und 20 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Nach 72. Minuten erlöste Skripnik seinen glücklosen Youngster.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe. Gute Partie des Berliners, der in 48. Minute richtigerweise nicht auf Strafstoß entschied und es bei einer Gelben Karte für Nastasic beließ. Souverän in der Spielführung und unaufgeregt im Dialog mit den Spielern.

Das fiel auf:

  • Di Matteo schickte seine Mannschaft im mittlerweile gewohnten 3-5-2 auf den Platz, das sich in der Rückwärtsbewegung zu einem 5-2-1-2 mit Meyer auf der Halbposition und Platte und Choupo-Moting in vorderster Linie formierte.
  • Anders als im Heimspiel gegen Gladbach war die Grundausrichtung aber deutlich offensiver und auf mehr Ballbesitz ausgelegt. Meyer und Höger schleppten das Leder immer wieder durch das Bremer-Mittelfeld und setzten die aufrückenden Barnetta und Fuchs auf den Flügeln in Szene.
  • Nachdem die ersten Minuten klar den Hausherren gehörten, befreite sich Bremen zunehmend aus der Schalker Umklammerung und kam zu guten Torchancen. Vor allem das schnelle vertikale Umschaltspiel über Bartels und Junuzovic stellte die Verteidigung der Gäste immer wieder vor Probleme.
  • Nach seinen Kurzeinsätzen gegen Frankfurt und Real Madrid durfte Platte zum ersten Mal im königsblauen Dress starten. Das Eigengewächs war unheimlich engagiert, warf sich mit seinem bulligen Körper in jedem Zweikampf und wusste auch mit dem Ball am Fuß etwas anzufassen. Zeigte, dass er eine gute Alternative sein kann, auch wenn die Zahlen am Ende nicht stimmten (Nur 19 Ballaktionen und 28 Prozent gewonnene Zweikämpfe).
  • Wie schon gegen die Fohlen spielte Schalke das 1:0 voll in die Karten. Di Matteos Elf agierte nach der Führung wesentlich defensiver, riegelte den Sechzehner hermetisch ab und fuhr immer wieder gefährliche Konter.
  • Bremen gab sich und das Spiel nicht auf, biss sich an der königsblauen Wand aber immer wieder die Zähne aus und hatte Glück, dass auch Wellenreuther in der Nachspielzeit patzte.

Schalke - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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