wird geladen
Fussball

"Das ist beschämend"

Samstag, 14.02.2015 | 21:45 Uhr
Acht Gegentore kassierte Torhüter Jarsolav Drobny in München
© Getty

Die Spieler des Hamburger SV schlichen nach dem 0:8-Debakel beim FC Bayern wortlos aus dem Stadion. Dafür stellte sich Dietmar Beiersdorfer den Fragen der Journalisten. Der Vorstandsvorsitzende über die Gründe für die historische Niederlage, die Folgen und Applaus für Arjen Robben.

Frage: Herr Beiersdorfer, der HSV hat mit 0:8 die höchste Niederlage seiner Bundesligageschichte hinnehmen müssen. Was sagen Sie zum Auftritt Ihrer Mannschaft und dem desaströsen Ergebnis?

Dietmar Beiersdorfer: Wir haben uns ganz schlecht präsentiert und ein schlechtes Spiel abgeliefert. Es ist keine Schande in München zu verlieren und der FC Bayern ist nicht unser Gradmesser, trotzdem darf das in der Form nicht passieren. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Das ist beschämend. Wir haben vorher schon gesagt, dass alles noch fragil ist. Heute haben wir zu wenig Gegenwehr gezeigt. Es tut uns Leid für alle unsere Anhänger, bei denen müssen wir uns auch entschuldigen.

Frage: Haben Sie als Vorstandsvorsitzender ein paar Worte in der Kabine gesagt?

Beiersdorfer: Was sagt man, wenn man 0:8 verliert? Die Spieler sind alle sehr deprimiert, was normal ist und man auch erwarten muss. Das ist nicht der passende Zeitpunkt. Man braucht sicher noch die eine oder andere Nacht, um das zu verarbeiten. Es ist besser, wenn man in zwei, drei Tagen spricht.

Frage: Ihre Spieler liefen fast nur hinterher, gewannen kaum Zweikämpfe. Hat Ihre Mannschaft zu körperlos gespielt?

Beiersdorfer: Sie können alle Kriterien des Fußballs nennen, da waren wir den Bayern sehr deutlich unterlegen. Das drückt sich auch im Ergebnis aus. Von daher muss ich Ihnen in allen Punkten Recht geben. Wir müssen in jedem Spiel unsere Fitness und unsere Top-Leistung auf den Platz bringen. Das ist bei Weitem nicht gelungen. Ganz unabhängig von der Qualität der Bayern, auch wenn diese enorm ist. Robben war alleine das Eintrittsgeld wert. Als er ausgewechselt wurde, habe ich überlegt, ob ich klatschen soll, wir lagen ja schon deutlich hinten. Dann habe ich es gemacht. Die Ehre muss man ihm erweisen.

Frage: War die Aufstellung mit den beiden jungen Außenverteidigern und zwei Stürmern zu mutig?

Beiersdorfer: Der Mut hat sich leider nicht ausgezahlt. In diese Diskussion möchte ich jetzt ohnehin nicht einstimmen. Der Trainer hat einen Kader zur Verfügung und stellt eine Mannschaft auf, von der er überzeugt ist, dass sie die beste Leistung für den HSV bringen kann. Ich fand, wir standen in den ersten Minuten sehr kompakt. Mit dem Elfmeter und dem gleich darauffolgenden Tor hat sich das dann aufgelöst. Wir wollten das Spiel nicht abgeben und das Beste rausholen. Das ist uns auf breiter Front misslungen. Wenn man verliert, hat man nicht viele Argumente.

Frage: Nach der 2:9-Niederlage im März 2013 ging es turbulent weiter beim HSV. Es gab auch die berühmte Einladung an die Fans zum Versöhnungsgrillen. Was passiert nach dem 0:8?

Beiersdorfer: Wir müssen natürlich auf der Hut sein. In solchen Situationen kommt es schon mal vor, dass man sich gegenseitig zerpflückt. Das wollen wir nicht tun. Jeder Spieler und jeder Offizielle des HSV weiß, dass das heute ein Tag war, der beschämend ist. Aber unsere Pflicht und Aufgabe ist es auch, die Nerven zu behalten und zu versuchen, die Mannschaft auf das nächste Spiel einzustellen und ihr Energie zu geben, um wieder positive Ergebnisse zu holen.

Die Bundesliga geht in die heiße Phase - Jetzt bei Tipico wetten!

Frage: Kann eine Niederlage in der Höhe die Mannschaft aus der Bahn werfen?

Beiersdorfer: Formal ist es eine Niederlage, emotional ist es mehr. Ich habe als Spieler auch mal 0:6 hier in München verloren, das war auch nicht schön. Aber Schuldzuweisungen bringen nichts.

Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Beiersdorfer: Wichtig ist, dass wir das Erlebte schnell verarbeiten. Wir müssen nach vorne schauen, uns auf nächste Woche konzentrieren und auf Borussia Mönchengladbach vorbereiten. Das Spiel müssen wir mit allen Mitteln gewinnen. Wir haben gesagt, dass es ein schwieriger Weg wird. Jetzt dürfen wir nicht stehen bleiben, sondern müssen weitergehen. Wir müssen uns für das höhere Ziel fangen.

Bayern - Hamburg: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung