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Der Motor stottert weiter

Samstag, 07.02.2015 | 22:46 Uhr
David Alaba und Arjen Robben schossen Bayern mit ihren sehenswerten Treffern zum Sieg
© Getty
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Gegen den VfB Stuttgart gewinnt der FC Bayern München das erste Spiel der Rückrunde, ohne dabei wirklich zu überzeugen. Nach dem Unentschieden gegen Schalke deckt auch Stevens Defensivtaktik die aktuell fehlende Durchschlagskraft des Rekordmeisters auf. Ein Rekonvaleszent könnte allerdings für Abhilfe sorgen.

2,4 Treffer erzielte der FC Bayern pro Spiel in der Hinrunde und schoss im Schnitt mehr als 14 Mal aufs Tor. Vom "enteilten FCB", "deutschen Verhältnissen" und "angsteinflößender" Dominanz sprachen die Medien und Liga-Konkurrenten.

Drei Spieltage nach der Rückrunde würden sich wohl die wenigsten zu einer solchen Aussage hinreißen lassen. Dem 1:4 gegen den VfL Wolfsburg und dem Unentschieden gegen Schalke ließ Bayern einen 2:0-Sieg in Stuttgart folgen - auf dem Papier ein gutes Ergebnis: Der erste Dreier der Rückrunde, dazu das erste Spiel ohne Gegentor. Der Sieg gegen Stuttgart hat allerdings erneut deutlich gemacht, dass sich der Rekordmeister noch längst nicht in der bestechenden Form der Hinrunde befindet.

Tempo- und Bewegungsarm

Wie gegen Schalke brachte Bayern auch gegen die Schwaben nur acht Torschüsse zustande. Es ist leicht, diese Bilanz der sehr defensiven Ausrichtung der Stuttgarter, die der bayerischen Offensiv-Maschinerie zumeist neun Feldspieler hinter dem Ball gegenüberstellten, zu Gute zu halten.

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Allerdings hat Stevens mit seinem 4-1-4-1 am Samstag keinesfalls den Fußball neu erfunden. Vielmehr ist es der FCB seit vielen Jahren gewöhnt, gegen massive Defensivreihen und Mannschaften, die den Strafraum hermetisch abriegeln, anzurennen.

Dem Team von Pep Guardiola fehlen aktuell aber die Mittel, die Lücken in einem solchen Verbund zu finden und zu nutzen.

Auf den Außen liefen sich Mitchell Weiser und Juan Bernat ein ums andere Mal fest, weil beide sich, genau wie Arjen Robben, fast immer mit zwei Gegenspielern auseinandersetzen mussten. Bayerns Schaltzentrale schaffte es nicht, die Flügel freizuspielen oder Eins-gegen-Eins-Situation zu kreieren. Bälle in den freien Raum hinter der Viererkette, sonst ein probates und gern genutztes Mittel der Bayern, waren aufgrund der sehr tiefen Deckung ebenfalls nicht möglich.

Weit entfernt von der Hinrunde

Mario Götze und Robert Lewandowski hingen komplett in der Luft, agierten viel zu statisch und waren in den ersten 45. Minuten gar nicht existent. Beiden gelang es zu keinem Zeitpunkt, ihre Gegenspieler zu binden oder aus dem Zentrum zu ziehen, um so Platz für die Außen zu schaffen oder die gut organisierte Viererkette des VfB zu sprengen.

Stuttgarts einzige Spitze Vedad Ibisevic, der nicht gerade für sein feines Kombinationsspiel bekannt ist, war auf der gegenüberliegenden Seite deutlich besser eingebunden.

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Vom temporeichen und dynamischen Angriffsfußball der Hinrunde ist der Rekordmeister aktuell weit entfernt. Dass es am Ende dennoch für den Dreier reichte, verdankt der FC Bayern allein der individuellen Klasse von Robben und David Alaba, die das Spiel mit einem herausragendem Volley und einem Traumfreistoß entschieden.

"Es war schwer, unser Spiel nicht top. Als Vorbereitung auf Hamburg und Donezk war das Ergebnis wichtig, aber wir müssen uns verbessern, um unser Niveau zu erreichen", erklärte Guardiola und sprach damit einen entscheidenden Punkt an.

Situation weiter komfortabel

Auch wenn die Ausbeute mit vier Punkten aus drei Spielen und im Schnitt 1,3 Toren pro Partie alles andere als optimal ist, ist die Situation in der Liga immer noch komfortabel: Bayern liegt acht Punkte vor Verfolger Wolfsburg und hat das wesentlich bessere Torverhältnis. Sorgen bereitet die aktuelle Verfassung eher im Hinblick auf die Champions League.

Dort wartet im Achtelfinale mit Shakthar Donetsk zwar auch kein Schwergewicht, in jedem Fall aber ein anderes Kaliber als der VfB Stuttgart. Vor allem in der Offensive bringen die Ukrainer mit Douglas Costa, Bernard und Alex Teixeira wesentlich mehr Qualität mit.

Dann wird vermutlich auch Franck Ribery, der aller Voraussicht nach am Montag ins Mannschaftstraining einsteigen wird, wieder mit von der Partie sein. Der Franzose vermag es wie sonst nur Robben, sich auch gegen zwei oder drei Gegenspieler durchzusetzen, das Tempodribbling aufzunehmen und eine Abwehr auseinander zu reißen. Unterstützung, die der Niederländer gut gebrauchen kann. Aktuell ist Robben der einzige Münchner Offensivspieler, der seine Form aus der Hinrunde in das Jahr 2015 transportiert hat.

Stuttgart - Bayern: Daten zum Spiel

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