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Bundesliga - 18. Spieltag

BVB: Maloche statt Schnickschnack

Sonntag, 01.02.2015 | 12:00 Uhr
Dem BVB (hier Marcel Schmelzer) waren alle Mittel recht, um Leverkusen aufzuhalten
© Getty
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Der BVB setzt beim 0:0 in Leverkusen die Vorgaben von Jürgen Klopp um. Den spielerischen Offenbarungseid nimmt der Trainer dabei in Kauf. Die nächste Mammutaufgabe wartet aber bereits.

Kevin Kampl war mal bester Spieler der österreichischen Bundesliga, lange bevor Borussia Dortmund auf den in Deutschland geborenen Slowenen aufmerksam wurde und ihn unmittelbar nach dem Ende seiner desaströsen Hinrunde ins Ruhrgebiet lotste.

Der Sprung aus einer wenig beachteten, oft auch belächelten Liga zum großen BVB gelang dem 24-Jährigen reibungslos; in den Testspielen gehörte Kampl stets zu den besten Dortmundern und auch beim Rückrundenauftakt in Leverkusen zeigte Kampl, dass er mithalten kann in der deutschen Bundesliga.

Mitte der ersten Halbzeit sorgte Kampl sogar für das technische Glanzlicht in einem wenig attraktiven Spiel, als er Stefan Kießling ins Leere grätschen ließ, indem er zweimal den Ball mit der Sohle streichelte.

Klopp: "Ich bin total zufrieden"

Geht es nach Jürgen Klopp, hätte Kampl ganz auf technischen Schnickschnack verzichten können. Der Dortmunder Trainer wollte von seiner Mannschaft vor allem eines sehen: defensive Stabilität, gepaart mit Einsatz und Robustheit.

Die Spieler kamen der Forderung ihres Trainers nach. Der BVB hielt von Beginn an dagegen, verstrickte die Leverkusener in unzählige enge Duelle um den Ball und hielt bis auf ein, zwei Ausnahmen seine defensive Ordnung.

"Wir sind im Abstiegskampf. Deswegen kann ich nicht auf der einen Seite Abstiegskampf predigen und auf der anderen Seite Champagner-Fußball fordern. Ich bin total zufrieden", sagte Klopp bei "Sky".

Geringe Ansprüche

Die Ansprüche in Dortmund sind im Jahr 2015 bemerkenswert gering. Eine Mannschaft, die jahrelang für ihren in Deutschland revolutionären Stil bewundert wurde, drei große Titel einfuhr und mehrere große Finals erreichte, definiert sich mittlerweile über Zweikampfhärte und Maloche.

Als Nuri Sahin im TV-Interview erfuhr, dass der BVB gerade die schlechteste Passquote seit der detaillierten Datenerfassung in der Saison 2004/05 erreicht hatte (43,8 Prozent), war er keineswegs verblüfft, sondern fühlte sich eher bestätigt.

"Ich hätte Ihnen schon vor dem Spiel sagen können, dass unsere Passqoute in etwa diesen Wert haben wird. Es ging für uns heute nur darum, gut gegen den Ball zu arbeiten und einen Schritt nach vorne zu machen gegen eine Mannschaft, die zu den besten in Deutschland gehört", sagte Sahin.

Die Opta-Statistik zur Fehlpassorgie des BVB in Leverkusen

Es ist nicht wegzudiskutieren, dass die Dortmunder defensiv dazugelernt haben in der Winterpause. Der BVB stand tief, verteidigte kompakt und aggressiv und schaffte es, auch bei Tempoerhöhung der Leverkusener immer zwei, drei Spieler hinter dem Ball zu haben.

"Kleine Schritte sind wichtig für uns, das gibt uns Stabilität. Wir dürfen nicht im Abstiegskampf stecken und uns mit unserem besten Fußball vergleichen lassen. Das Spiel war superintensiv. Wir haben die Nerven nicht verloren, haben gezeigt, dass wir ein bisschen was gemacht haben in der Winterpause. Diesmal waren fußballerische Elemente nicht gefragt", analysierte Klopp.

Reus taucht ab

Eine derart katastrophale Passstatistik kann aber auch dem Coach nicht gefallen. Ohne Klarheit und überhastet versuchte Dortmund Bayer nach dem Ballgewinn auszukontern, vielversprechende Angriffe gab es lediglich zwischen der 60. und 75. Minute, als Leverkusen die Räume öffnete und vor allem Ciro Immobile über die Flügel mit Ball Meter machen konnte.

Torchancen blieben trotzdem aus, weil auch der wichtigste Offensivspieler des BVB völlig wirkungslos blieb. Marco Reus war viel unterwegs und sich für Abwehrarbeit nicht zu schade, was aber auf Kosten seiner Kreativität und Zielstrebigkeit ging. Reus gab weder einen Torschuss ab, noch bereitete er einen seiner Kollegen vor.

Es wird Klopps nächste Mammutaufgabe werden, Reus und die anderen Offensivkräfte wie Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang so zu polen, dass ihre Stärken auch im defensiv orientierten Spielmodus des BVB zum tragen kommen.

Viel Zeit hat Klopp dafür nicht. Die Rückrunde beginnt bekanntlich gleich mit einer englischen Woche.

Leverkusen - Dortmund: Daten zum Spiel

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