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0:2 in Frankfurt! BVB bleibt Letzter

Sonntag, 30.11.2014 | 19:20 Uhr
In den letzten 37 Duellen zwischen Frankfurt und Dortmund fielen immer Tore
© Getty
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Borussia Dortmund hat zum Abschluss des 13. Spieltags der Bundesliga mit 0:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt verloren. Der BVB rutscht nach der achten Saisonniederlage erstmals seit dem 2. Spieltag der Saison 2007/2008 auf den letzten Tabellenplatz ab, die SGE feiert den zweiten Sieg in Serie und klettert auf Rang neun.

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena gingen die Hausherren bereits nach fünf Minuten durch das achte Saisontor von Alex Meier in Führung. Für den BVB war dies bereits der achte Rückstand im 13. Bundesligaspiel.

Haris Seferovic traf in der 78. Minute zur Entscheidung. Nach zuvor drei Niederlagen in Folge gegen den BVB gewinnt die Eintracht somit mal wieder gegen Dortmund.

Der BVB kassierte in allen sieben Auswärtsspielen dieser Saison exakt zwei Gegentore und holte in den letzten sechs Gastspielen nur einen Punkt (zuletzt beim 2:2 in Paderborn). Kein anderes Team ist seit sechs Bundesliga-Auswärtsspielen sieglos.

Und: Nur 1985/86, als letztlich über die Relegation der Klassenerhalt gelang, hatte Dortmund nach 13 Spielen weniger Punkte (10, auf 3-Punkte-Regel umgerechnet) als aktuell (11).

Reaktionen:

Bruno Hübner (Sportdirektor Frankfurt): "Die Mannschaft hat nahtlos an das starke Spiel in Gladbach angeknüpft. Sie hat sich viele Chancen erarbeitet, zwar auch eine Phase gehabt, in der wenig gelungen ist. Aber der Sieg war hochverdient. Bis zur Winterpause wollen wir nun noch ein paar Punkte einfahren. Doch bin ich hochzufrieden, dass wir bereits jetzt bei 18 Zählern stehen, trotz des großen Umbruchs, den wir haben."

Jürgen Klopp (Trainer Dortmund): "Wir haben Möglichkeiten genug gehabt, aber keine davon genutzt. Irgendwann fällt das 2:0, das passt in unser Kuriositäten-Kabinett. In der zweiten Halbzeit musste der Gegner wenig machen für ein Tor, wir haben aus viel Aufwand nichts gemacht. Wir kommen immer gut rein, dann vergeben wir die Chancen und das merkt man den Jungs an, dass das an ihnen nagt. Und schon nimmt das Ding Fahrt auf. Das zu durchbrechen, ist eine große Herausforderung, vor der wir stehen. Die Pfiffe der Fans sind nachvollziehbar, wir machen es ihnen nicht leicht, das muss man schon sagen."

Sven Bender (Dortmund): "Die Stimmung ist am Tiefpunkt. Wir wissen, auf welchem Platz wir stehen. In der Kabine war es sehr ruhig. Es ist eine brutal schwierige Situation. Das ist ein bitterer Tag für uns. Es ist eine schwierige Situation. Wir haben uns heute wieder viel vorgenommen und wurden wieder enttäuscht. Der Tabellenplatz ist allen bewusst. Aber Selbstzweifel sind jetzt falsch. Wir müssen wieder unser Selbstbewusstsein auf den Platz bringen und zeigen, was in uns steckt. Auch wenn sich das blöd anhört. Wenn wir uns jetzt zurückziehen, dann wird es schwierig. Jeder muss alles für den anderen geben. Jeder alleine als Einzelkämpfer, das wird nicht funktionieren."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Erstmals in dieser Saison lässt Frankfurt-Coach Schaaf zwei Mal in Folge dieselbe Startelf auflaufen und beginnt mit der gleichen Elf wie beim 3:1-Sieg in Gladbach.

Dortmund im Vergleich zum 0:2 gegen Arsenal mit drei Änderungen: Kehl, Kagawa und Durm rücken für Gündogan, Schmelzer (beide Bank) und Immobile (Erkältung) ins Team. Sahin steht erstmals in dieser Saison im Kader.

5., 1:0, Meier: Dortmund im Angriff, aber ungenau. Russ spielt einen flachen Ball nach vorne, der genau zwischen Subotic und Ginter und bei Meier landet. Der läuft frei aufs Tor zu und schiebt unter Weidenfeller hindurch ein.

7.: Kagawa mit Tempo, nimmt halbrechts Mkhitaryan mit. Wiedwald holt dessen unplatzierten Flachschuss aus 15 Metern aber heraus.

19.: Freistoß Oczipka aus dem linken Halbfeld. Auf Höhe des langen Pfostens kommt Anderson zum Kopfball - rechts neben das Tor.

24.: Großkreutz bedient Aubameyang, der im Strafraum Chandler abschüttelt und Wiedwald anschießt. Den Abpraller knallt Großkreutz mit links an den linken Pfosten. Achter Alu-Treffer des BVB in dieser Saison.

28.: Aubameyang legt von der linken Grundlinie im Strafraum zurück zu Kehl, Russ berührt den Ball noch mit dem Oberarm. Kehls Linksschuss ist für Wiedwald aber kein Problem.

38.: Piszczek muss mit Oberschenkelproblemen runter, Ramos kommt. Großkreutz spielt ab sofort Rechtsverteidiger, Aubameyang rückt auf die linke Mittelfeldseite.

40.: Oczipka setzt sich links durch und flankt scharf an die Strafraumgrenze. Meier legt direkt ab auf Seferovic, der halblinks mit seinem Schuss aber scheitert.

45.: Chandler flankt von rechts ins Zentrum, Aigner verlängert am Elfmeterpunkt auf Seferovic, der am zweiten Pfosten sofort freistehend abzieht. Der Ball fliegt ans Außennetz.

46.: Seferovic setzte sich gegen Subotic durch, Stendera kommt am rechten Fünfereck an den Ball. Sein Schuss wird aber von Ginter gerade noch zur Ecke abgefälscht.

49.: Katastrophaler Fehlpass im Spielaufbau von Subotic direkt in die Füße von Inui. Der schickt Meier sofort steil, der frei vor Weidenfeller aus 16 Metern aber deutlich drüber schießt.

51.: Konter BVB über Mkhitaryan und Aubameyang, der Ramos schön freispielt. Der scheitert mit einem Linksschuss aber am exzellent reagierenden Wiedwald.

66.: Seferovic spitzelt den Ball im Sitzen zu Aigner, der von rechts in die Mitte flankt. Dort verliert Subotic Meier aus den Augen, so dass dieser freistehend zum Kopfball kommt - knapp rechts daneben.

70.: Durm flankt von links an den langen Pfosten. Kehl köpft in die Mitte, doch Oczipka klärt im letzten Moment vor dem einschussbereiten Ramos.

78., 2:0, Seferovic: Aubameyang wird fair vom Ball getrennt. Meier mit einem langen Ball in Richtung Seferovic. Weidenfeller läuft unnötigerweise aus dem Tor. Ginter köpft unnötigerweise an ihm vorbei. Seferovic trifft ins leere Tor.

81.: Freistoß Gündogan, der die Kugel über die Mauer in Richtung rechtes Kreuzeck zirkelt, doch Wiedwald scheint heute unüberwindbar zu sein. Der Keeper fischt das Leder mit den Fingerspitzen heraus.

Fazit: Gute Leistung der Eintracht, die allerdings Glück hatte, dass Dortmund nach der Pause nicht der Ausgleich gelang und dann von einem groben Schnitzer des Gegners profitierte.

Der Star des Spiels: Felix Wiedwald. Zeigte sein bislang bestes Bundesligaspiel und hielt sein Team mit mehreren starken Paraden (sechs, Saisonrekord von ihm) im Spiel. In allen Belangen sicherer und selbstbewusster Auftritt. Absolute Glanztat gegen Ramos in einer wichtigen Phase des Spiels.

Der Flop des Spiels: Shinji Kagawa. Steht weiterhin größtenteils neben sich und liefert immer schwächere Leistungen ab. Das Spiel lief weitestgehend an ihm vorbei, er tauchte aber auch zu sehr ab. Auch in der Defensivbewegung keine Hilfe (nur 33 Prozent gewonnene Zweikämpfe).

Der Schiedsrichter: Peter Gagelmann. Solide Leistung, ruhige Körpersprache und dennoch nicht um klare Ansagen verlegen. Bei Russ' ausgefahrenem Arm, der den Ball an den Bereich Oberarm/Schulter bekam, haben andere Schiedsrichter auch schon einen Elfmeter gepfiffen (28.). Korrekt jedoch, Kagawas Abseitsposition vor Mkhitaryans vermeintlichem Ausgleichstreffer abzupfeifen (45.). Überstimmte seinen Assistenten bei einer Einwurfentscheidung (42.) und lag damit richtig. Großkreutz allerdings hätte für sein Foul an Stendera (55.) zwingend Gelb sehen müssen. Das Einsteigen gegen Aubameyang unmittelbar vor dem zweiten Treffer musste man trotz der Dortmunder Proteste nicht zwingend unterbinden.

Das fiel auf:

  • Perfekter Start für die Eintracht, für den BVB setzte es wie schon in London erneut ein sehr frühes Gegentor. Dortmund in der Folge sofort wieder völlig verunsichert und mit enormer Mühe, so etwas wie Kompaktheit herzustellen. In den ersten 20 Minuten ging beinahe jedes Luftduell verloren, die Ballsicherheit der Schwarzgelben war bisweilen katastrophal.
  • Ganz anders Frankfurt, das mit der Viererkette hoch stand, früh anlief und den BVB tief attackierte - sozusagen denselben Ansatz verfolgte wie im Heimspiel gegen den FC Bayern. Insgesamt ein agiler und spielfreudiger Start der Hausherren, die das Zentrum gut im Griff hatten.
  • Dortmund zur Halbzeit mit einer Passquote von 65 Prozent - das ist der schlechteste Wert der gesamten BVB-Saison. Dennoch fand der BVB nach rund 20 Minuten mehr Zugang in die Partie, schob mehr nach vorne und konnte gegen die riskante Spielweise der Eintracht einige frühe Ballgewinne verzeichnen. Oftmals holte man auch den langen Ball hinter die Viererkette heraus, um das Frankfurter Pressing zu überspielen. In dieser Phase kam die Eintracht fast 20 Minuten lang zu keinem Abschluss.
  • Nach der Pause beinahe ein offener Schlagabtausch. Die Borussia mit einem immensen Aufwand und immer druckvoller nach vorne, allerdings viel zu häufig durch das Zentrum. Frankfurt ließ sich zu tief nach hinten drängen, so dass Schaaf auf Lanig zurückgriff, um während der Dortmunder Drangphase für mehr Stabilität zu sorgen. Die Eintracht aber auch am Ball nicht mehr so präzise und zielstrebig.
  • Dortmund kommt enorm gebeutelt daher und bleibt psychisch sehr angeknackst. Wieder muss der BVB einen Verletzten (Piszczek) verkraften, wieder mangelte es am Spielglück in der Offensive, wieder patzten Spieler entscheidend (Weidenfeller, Ginter). Moral und Wille stimmten, das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag erneut nicht.

Eintracht Frankfurt - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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