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Bundesliga - 10. Spieltag

HSV gewinnt Schlacht gegen Bayer

Samstag, 01.11.2014 | 17:11 Uhr
Leverkusen und Hamburg schenkten sich nichts
© Getty
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Am 10. Spieltag lieferten sich der Hamburger SV und Bayer Leverkusen ein rassiges Duell. Rafael van der Vaart gelang der Treffer des Tages per Foulelfmeter, anschließend ging jeglicher Spielfluss verloren.

Vor 52.990 Zuschauern ging der Hamburger SV in einer ersten Halbzeit ohne echte Torchance in Führung. Rafael van der Vaart verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0 nach Foul von Bernd Leno und Marcell Jansen.

Nach der Pause arbeiteten beide Teams weiter an ihrer Foulstatistik, echte Möglichkeiten gab es aber weiter nicht, weil sich das Spiel ausschließlich im Mittelfeld abspielte.

Reaktionen

Joe Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wir wurden oft durch Fouls unterbrochen, beide Mannschaften haben sich von der allgemeinen Hektik anstecken lassen. Leverkusen war spielerisch sicherlich stärker, aber wir hatten unsere eigenen Mittel dagegenzuhalten."

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Was auf dem Platz veranstaltet wurde, hatte wenig mit Fußball zu tun. 90 Prozent unserer Angriffe wurden durch taktische Fouls unterbunden, die fast nie zu Karten geführt haben. Schade, dass wir uns mit der letzten Aktion nicht belohnt haben."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zinnbauer stellt sein Team auf vier Positionen um. Diekmeier, Behrami, Jansen und van der Vaart spielen anstelle von Götz, Arslan, Jiracek und Stieber. Es ist die älteste Hamburger Startelf in der Liga seit fast dreieinhalb Jahren - mit einem Schnitt von fast 28 Jahren.

Auf der Gegenseite gibt es drei Änderungen im Vergleich zum Pokal. Donati, Wendell und Bellarabi spielen anstelle von Hilbert, Jedvaj und Drmic. Calhanoglu kann anfangen und ist damit mit Leno der einzige Leverkusener, der jedes Spiel dieser Saison begonnen hat.

24.: Das Schiedsrichtergespann lässt sich viel Zeit für diese Entscheidung und liegt richtig. Leno kommt aus dem Fünfer und räumt Jansen aus dem Weg, als er den Ball wegfausten will.

25., 1:0, van der Vaart: Erstes Tor für den Niederländer seit 17 Spielen. Leno springt nach links, van der Vaart schießt aber flach mit viel Kraft in die Mitte. Führung für den HSV, ohne dass es bisher eine klare Torchance gegeben hätte.

41.: Nicht die erste Rudelbildung in dieser Partie. Diesmal legt Ostrzolek vor der Leverkusen-Bank Bellarabi, Behrami hakt noch etwas nach und sieht die Gelbe Karte.

46.: Drobny nimmt einen Ball außerhalb vom Strafraum in die Hand. Der Freistoß aus sehr spitzer Position braucht einige Zeit bis zur Ausführung, weil Calhanoglu aus der Kurve heraus beworfen wird. Im folgenden Konter springt Donati nahe der HSV-Bank in Diekmeier hinein und flieht vor den aufspringenden Hamburgern. Papadopoulos stoppt seinen eigenen Mitspieler, anschließend sind Ersatzspieler, Trainer und weitere Funktionäre auf dem Platz, ehe Meyer Diekmeier und Donati eine Gelbe Karte zeigt und das Spiel in die Pause schickt.

61.: Der erste gefährliche Freistoß von Calhanoglu landet bei Toprak. Drobny kann den Kopfball aber aus dem rechten Eck holen.

69.: Diekmeier erobert den Ball in der Rückwärtsbewegung und setzt sich gut gegen Wendell durch. Die anschließende Flanke landet aber hinter dem Tor. Immer noch keine richtige Chance auf beiden Seiten.

83.: Fast wäre es gefährlich geworden. Bellarabi geht rechts in den Strafraum und kämpft sich Richtung Fünfer vor, rennt dann aber mitsamt Ball ins Toraus.

89.: Toprak verschafft sich im Laufduell mit Ostrzolek Luft mit dem Arm und wird verwarnt. Damit ist es auch das Spiel mit dem meisten Gelben Karten dieser Saison.

90+3.: Sensationelle Grätsche von Papadopoulos gegen Rudnevs nachdem der Lette alleine auf Leno zulief. Der Keeper hatte zuvor im Herauslaufen gegen Lasogga eine Kerze produziert.

90+4.: Leverkusen ist jetzt da. Bellarabi mit einem Lauf durch die gesamte Abwehr. Sein Schuss im Fallen hoppelt an Drobny vorbei, der Pfosten lässt das Stadion kollektiv aufatmen.

Fazit: Angesichts des berechtigten Elfmeters ein verdienter Sieg für den HSV. Danach agierten beide Teams jedoch ohne jegliche Torgefahr.

Der Star des Spiels: Johan Djourou. Der Turm in der Abwehrschlacht. Hatte seine Hintermannschaft voll im Griff, entschärfte aber auch einen Großteil selbst. Kompromisslos im Zweikampf, sowie in der Luft und mit einigen gut gedachten langen Bällen.

Der Flop des Spiels: Stefan Kießling. Der Stürmer hatte kein leichtes Spiel angesichts der dichten Mitte und der harten Spielweise seiner Gegenspieler. Gab aber auch schnell auf, gewann kaum Zweikämpfe, forderte nur wenig Bälle und lief sich so zwar kaputt, allerdings ohne Effizienz.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer. Ganz schweres Spiel für ihn und sein Gespann. Bei den Szenen im Spiel traf das Team die richtigen Entscheidungen verlor allerdings den Überblick bei den persönlichen Strafen. Angesichts der sehr hitzigen Partie mit mehreren Rudelbildungen auch keine leichte Aufgabe.

Das fiel auf:

  • Das gewohnt frühe Stören von Leverkusen verbunden mit der Schwäche der HSV-Verteidiger im Aufbau sorgte für ein zerfahrenes Spiel mit vielen Fouls und Luftduellen. Aus der Abwehr der Gastgeber ging es hoch und weit nach vorne, die Passquoten auf beiden Seiten waren katastrophal.
  • Nachdem die Partie sich etwas gefunden hatte, zog sich der HSV gegen den Ball in ein 4-2-3-1/4-1-4-1 zurück, bei dem Lasogga weit weg von der Dreierkette attackierte. Das Zentrum war fest verschlossen, Leverkusen fand kaum ein Mittel, um in die gefährliche Zone zu passen. Wenn doch, landete das Zuspiel im Fuß eines Gegners.
  • Beide Mannschaften scheuten sich nicht davor auszuteilen. Sieben Gelbe Karten und 35 Fouls zur Halbzeit verhinderten jeden Spielfluss und ließen die Partie zu keiner Zeit zur Ruhe kommen. Vielmehr waren beide Teams dadurch hektisch und ungenau in ihren Aktionen. Nach 66 Minuten war es bereits das Spiel mit den meisten Fouls dieser Saison (vor Freiburg - Leverkusen, 45 Vergehen).
  • Wurde es mal nur im Ansatz gefährlich, entschärften die Spieler die Gefahr selbst durch technische Fehler und zu überhastete Aktionen. Behrami jagte einen Abpraller auf die Tribüne, Son verzettelte sich gleich mehrmals in komplexen Dribblings.

Hamburg - Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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