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Gladbach wie im Rausch

Sonntag, 02.11.2014 | 17:19 Uhr
Andre Hahn und Patrick Herrmann waren für Hoffenheim nicht zu stoppen
© Getty
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Am 10. Spieltag schlägt Borussia Mönchengladbach die TSG 1899 Hoffenheim verdient mit 3:1 (2:1) und bleibt auch weiterhin ungeschlagen. Patrick Herrmann und Andre Hahn bescheren den Gästen dagegen die erste Niederlage der Saison.

Vor 52.409 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park konnte Borussia Mönchengladbach früh in Führung gehen. Andre Hahn (12.) erzielte das 1:0, ehe Anthony Modeste (30.) ausglich. Patrick Herrmann (32.) stellte den alten Abstand jedoch schnell wieder her.

In der zweiten Hälfte gelang Herrmann mit seinem zweiten Treffer (52.) die dritte direkte Torbeteiligung. Martin Stranzl musste nach gut 70 Minuten verletzt ausgewechselt worden.

Reaktionen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben bis zum Schluss gelitten, wir hätten das vierte Tor machen müssen. Wir machen zu wenig Tore bei unseren Chancen. Daran müssen wir arbeiten."

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): "Das Ergebnis fühlt sich nicht gut an. Das haben wir ja auch lange nicht gehabt. Mit der Leistung bin ich dennoch total zufrieden. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, nach dem Wechsel hat Gladbach die Führung ausgebaut, dann wird es natürlich schwer. Aber die Niederlage haut uns nicht um."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Lucien Favre setzt im Duell der Ungeschlagenen auf Herrmann, Hahn und Raffael. Die drei Offensivkräfte nehmen die Rollen von Hazard, Traore und Hrgota aus dem Pokal ein. Die 17. Variation der Startelf in 17 Pflichtspielen.

Markus Gisdol entscheidet sich für fünf Änderungen im Vergleich zum 5:1-Sieg im Pokal. Baumann hütet wieder das Tor, Polanski, Schwegler, Elyounoussi und Modeste spielen für Bicakcic, Vestergaard, Volland und Schipplock.

12., 1:0, Hahn: Leichtfertiger Ballverlust von Hoffenheim in der Vorwärtsbewegung. Kramer schaltet schnell und treibt den Ball Richtung Strafraum. Herrmann bekommt ihn auf links und flankt in die Mitte zum völlig blanken Hahn, der trocken einschießt.

19.: Beck flankt aus dem linken Halbraum auf den langen Pfosten. Elyounoussi köpft zuerst an den Pfosten und fällt dann im Nachsetzen über Sommer, trifft aber erneut das Aluminium. Beim Zuspiel stand er im Abseits.

30., 1:1, Modeste: Gladbach kommt hinten nicht mehr raus und trägt die Konsequenzen. Korb klärt auf Firmino, der findet über Elyounoussi Zuber und dieser steckt durch für Modeste. Sommer ist noch dran, kann das Tor aber nicht verhindern.

32., 2:1, Herrmann: Im Anschluss an eine Ecke läuft Hahn Beck davon und flankt flach in die Mitte. Herrmann ist da und drückt den Ball aus fünf Metern an Baumann vorbei.

47.: Herrmann mit der Flanke von rechts nach einer Ecke. Hahn hält den Schädel hin, Baumann fischt den Ball aus dem Kreuzeck.

52., 3:1, Herrmann: Nordtveit zieht einen Freistoß aus gut 20 Metern flach aufs Torwarteck. Baumann klärt nach vorne, Herrmann hat sich aus der Mauer gelöst und staubt eiskalt ab.

59.: Hoffenheim steht jetzt völlig neben sich. Nicht zum ersten Mal sind Raffael und Kruse nach der Balleroberung zu schnell für alle Gegenspieler. Kruse legt in die Mitte, Raffael trifft die Querlatte mit einem satten Schuss.

65.: Ecke Hoffenheim, Kopfball von Firmino an das Außennetz. Es ist erst die vierte Ballaktion der Gäste im Strafraum Gladbachs.

88.: Doch nochmal eine gute Chance für Firmino, nachdem Hoffenheim zuletzt viel Ballbesitz sammelt ohne Gefahr auszustrahlen. Sommer hält allerdings und hat auch den Abpraller.

Fazit: Hochverdienter Sieg der Borussia im Stile einer Spitzenmannschaft. Defensiv kompakt und unfassbar schnell im Gegenangriff.

Der Star des Spiels: Patrick Herrmann war an allen drei Toren direkt beteiligt. Unglaublich reaktionsschnell und mit Tempo kaum zu bremsen. Dazu auch auf engem Raum mit vielen guten Aktionen und in der zweiten Hälfte mit sehr viel Lauf- und Defensivarbeit.

Der Flop des Spiels: Pirmin Schwegler muss als zentraler Mittelfeldspieler mehr liefern, um gegen Gladbach überzeugen zu können. Fand kaum in die Zweikämpfe, verlor viele Bälle im Spielaufbau und hätte die schlechteste Passquote seiner Mitspieler in der Zentrale. Nach 77 Minuten war Schluss.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin und sein Team lieferten eine angenehme, ruhige Partie ab. Das faire Spiel hatten sie so oder so im Griff und zeichneten sich zudem mit einer herausragenden Präzision bei Abseits-Entscheidungen aus.

Das fiel auf:

  • Beide Mannschaften ähnelten sich sehr in ihrer Spielweise gegen den Ball. In einer 4-2-2-2 ähnlichen Formation wurde hoch attackiert (Gladbach) oder an der Mittellinie aufgenommen (Hoffenheim). Den Sechsern kam dabei die wichtige Rolle der Tiefensicherung zu, situativ mussten sie herausrücken oder zurückfallen, um zu offene Räume abzudecken.
  • Weil die Borussia sich zu Spielbeginn sehr ballsicher zeigte, war der Spielrhythmus schnell gefunden. Favres Männer eröffneten das Spiel in einer Art 3-4-3/3-3-1-3, die Gäste warteten ab. Erst nach dem Rückstand schoben sie plötzlich höher und kamen sofort besser ins Spiel, weil der Gegner sich einige Ballverluste erlaubte und keine Tiefe im letzten Drittel aufbaute.
  • Sehr interessant gestalteten sich die Aufgaben der Außenverteidiger auf beiden Seiten. Während Korb und Dominguez asymmetrisch spielten - der Spanier war deutlich offensiver eingestellt - hielten sich auf der anderen Seite sowohl Beck als auch Rudy sehr zurück. Beide orientierten sich nah an ihren direkten Gegenspielern um sie auf keinen Fall aufdrehen zu lassen.
  • Mit der Einwechslung nach 45 Minuten von Vestergaard entschied sich Gisdol zu einem 4-3-3, um den offenen Sechserraum besser zu nutzen und sich dem Druck der Borussia im Spielaufbau zu entziehen. Dies funktionierte - allerdings vor allem, weil die Borussia sich zurückzog und im Mittelfeldpressing auf Abspielfehler lauerte.

Gladbach - Hoffenheim: Die Statistik zum Spiel

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