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Ilicevic hält HSV am Leben

Donnerstag, 28.05.2015 | 22:54 Uhr
Ivo Ilicevic traf in der 73. Minute gegen den KSC zum Ausgleich
© getty
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Im Relegations-Hinspiel der Bundesliga hat der Hamburger SV ein glückliches 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen den Karlsruher SC erzielt. Damit hat der Dino im Rückspiel am Montag weiterhin die Möglichkeit, die Klasse zu halten. Dabei werden dem HSV aber wichtige Spieler fehlen.

Vor 56.615 Zuschauern in der Hamburger Imtech-Arena brachte Zweitliga-Torschützenkönig Rouwen Hennings den KSC bereits in der 4. Minute in Führung.

Nach dem Wechsel sorgte Ivo Ilicevic für den Ausgleich (73.) und hielt den HSV so am Leben. Am 1. Juni reisen die Rothosen nach Karlsruhe, Anpfiff ist um 19 Uhr.

Heiko Westermann und Gojko Kacar sahen jeweils ihre 5. Gelbe Karte und sind am Montag im Karlsruher Wildpark gesperrt. Dominic Peitz muss im Rückspiel ebenfalls zusehen, er sah die 10. Gelbe Karte.

Reaktionen:

Bruno Labbadia (Hamburger SV): "Der Schock saß tief, das ist klar, wenn du so ein Tor aus dem Nichts kassierst. Der KSC hat tief gestanden. Und wir sind nicht der FC Bayern, der gegen eine so engmaschige Mannschaft offen spielen kann. Trotzdem hat die Mannschaft nicht aufgegeben. Wir liegen immer am Boden, stehen immer auf, deshalb sollte man uns nicht abschreiben."

Markus Kauczinski (Karlsruher SC): "Wir haben eine gute Leistung abgeliefert. Wir haben aber auch Möglichkeiten liegen lassen. Insgesamt können wir vor allem mit dem Auswärtstor klasse leben. Es war stark, vor 50.000 Zuschauern so eine Leistung zu zeigen. Es hilft natürlich, wenn man mit dem ersten Angriff so ein Ding macht."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bruno Labbadia nimmt keine Änderungen vor und schickt exakt die gleiche HSV-Elf wie beim 2:0-Sieg am 34. Spieltag gegen Schalke 04 ins Rennen. Heißt: Van der Vaart sitzt lediglich auf der Bank und Lasogga ist fit.

Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen die Münchner Löwen am Wochenende stellt der KSC auf zwei Positionen um: Yabo und Peitz kommen neu ins Team für Krebs (Bank) und Yamada (Wadenprobleme). Der angeschlagene Torschützenkönig Hennings (17 Treffer) kann spielen.

Die Startelf der Hamburger verfügt über eine Bundesliga-Erfahrung von 1396 Spielen - Die 1. Elf der Gäste aus Karlsruhe absolvierte lediglich 38 Partien im Oberhaus.

3.: Holtby bringt die Ecke von der linken Seite an den kurzen Pfosten. Dort verschläft Gordon den Laufweg von Olic komplett, sodass der Kroate aus vier Metern knapp über die Kiste köpft.

4., 0:1, Hennings: Wahnsinn! Was für ein Start für den KSC. Nazaraov bedient Hennings, der zwischen Djourou und Westermann in den Strafraum startet und hervorragend mit links aus 14 Metern abschließt. Rechts unten schlägt's am Innenpfosten ein, Adler ist ohne Chance.

14.: Um ein Haar das 2:0! Der KSC kontert vorbildlich über Hennings. Der spielt den Ball auf den linken Flügel zu Yabo, doch der ehemalige Juniorennationalspieler spielt die Flanke im Sechzehner direkt in die Arme von Adler. Da war mehr drin.

16.: Der HSV verteidigt die Konter des KSC wirklich furchterregend schlecht. Wieder darf Hennings auf die Viererkette zulaufen und den Steilpass auf Yabo spielen. Der scheint schon enteilt, nimmt den Ball aber nicht hundertprozentig korrekt mit, sodass Kacar per Grätsche in allerhöchster Not klären kann.

43.: Endlich mal ein Zeichen vom HSV. Lasogga lässt mit einem kurzen Antritt und einer Drehung zwei KSC-Verteidiger stehen und schießt aus gut 20 Metern nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

53.: Max zieht auf links in den Sechzehner und spielt den flachen Rückpass an den Elfmeterpunkt. Dort kommt Torres über Umwege an die Kugel und haut das Leder aus der Drehung an die Latte. Hamburg klärt den Ball unbeholfen und nur zehn Sekunden später zieht Nazarov aus fast 30 Meter von halblinks ab und bringt das Gebälk erneut zum Wackeln.

63.: Diaz fasst sich aus 20 Meter ein Herz. Sein Schuss verfehlt das rechte Kreuzeck aber um gut zwei Meter.

73., 1:1, Ilicevic: Der HSV ist wieder da! Ilicevic spielt auf die Außenbahn zu Diekmeier, der an der Strafraumgrenze kühlen Kopf behält und den Doppelpass in den Strafraum hinein spielt. Ilicevic nimmt den Ball perfekt mit und trifft aus sieben Metern aus spitzem Winkel in die halblinke Ecke.

90.: Diaz versucht es noch einmal aus der Distanz. Orlishausen muss sich strecken und fischt den Ball aus dem Winkel.

Fazit: Letztlich war es ein verdientes Remis, weil der HSV ab der 60. Minute zwingender agierte. Zuvor verpasste der KSC die Vorentscheidung.

Der Star des Spiels: Dominic Peitz. Ganz starker Auftritt des Sechsers. Gewann die meisten Zweikämpfe auf dem Feld, spielte die meisten Pässe und war in der Luft fast nicht zu bezwingen und zog so dem HSV den Zahn. Bitter: Holte sich die 10. Gelbe ab und fehlt im Rückspiel.

Der Flop des Spiels: Gojko Kacar. War er in den letzten Wochen noch der Retter mit seinen Treffer, doch gegen den KSC erwischte er einen mehr als gebrauchten Tag. Spielte beim Aufbau teils haarsträubende Bälle und brachte sein Team immer wieder in Schwierigkeiten. Hatte auch defensiv kaum Zugriff auf das Spiel.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Guter Leiter der Partie, die von Anfang durchaus hektisch war. Mit klarer und deutlicher Körpersprache. Lag auch bei den persönlichen Strafen immer richtig.

Das fiel auf:

  • Kein Abtasten zum Auftakt, beide Teams mit einer guten Chane in den ersten Minuten - der KSC konnte seine gleich nutzen.
  • Die Badener verteidigten mit zwei Viererketten gegen den Ball. Hennings und Yabo griffen erst kurz vor der Mittellinie an. Der Führungstreffer spielte da natürlich in die Karten.
  • Aus dieser sicheren Defensive schaltete Karlsruhe nach Ballgewinn schnell um und fuhr gefährliche Konter, die den HSV vor arge Probleme stellte.
  • Der HSV versuchte sein Spiel mit weiten Bälle auf Lasogga, was allerdings nicht funktionierte, weil sich Peitz zwischen die Innenverteidiger fallen ließ und die Bälle reihenweise runterpflücken konnte.
  • Auffallend viele Fehlpässe beim HSV im Spielaufbau. So kam keine Ruhe und Sicherheit in das Spiel, obwohl man mehr Ballbesitz hatte.
  • Ab der 60. Minute verlor der KSC die defensive Ordnung, weil die Kompaktheit nicht mehr nicht mehr vorhanden war und die Abstände zwischen den Reihen zu groß war.

Hamburg - Karlsruhe: Die Statistik zum Spiel

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