Verrücktes Baden-Derby endet mit 3:3

SID
Samstag, 24.08.2013 | 17:31 Uhr
Markus Gisdol zeigt, wie es im Derby hin und her ging - ein Wahnsinnsduell
© Getty
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Der SC Freiburg ist rechtzeitig vor der Partie gegen Triple-Gewinner Bayern München in der neuen Saison angekommen. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich, die am Dienstag in einer vorgezogenen Partie auf den Rekordmeister trifft, spielte nach dem Fehlstart mit zwei Niederlagen am 3. Spieltag der Bundesliga 3:3 (2:2) in einem verrückten badischen Derby mit allein drei Platzverweisen.

Sejad Salihovic traf zunächst per Strafstoß (9.) für Hoffenheim, sah direkt danach aber die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Oliver Sorg erzielte den Ausgleich (13.), Kevin Volland brachte die Kraichgauer trotz der Unterzahl erneut in Führung (25.).

Karim Guédé traf dann wieder für den SC (29.). In der 41. Minute sah der Freiburger Francis Coquelin die Gelb-Rote Karte, wonach der aufgebrachte Streich auf die Tribüne verbannt wurde. Von dort sah der Coach die tollen Treffer von Sebastian Freis (65.) und Tobias Strobl (76.). In einer überaus turbulenten Partie sah zu allem Überfluss auch der eingewechselte Freiburger Admir Mehmedi in der 90. Minute "Rot" wegen unsportlichen Verhaltens.

Vor rund 24.118 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena überschlugen sich nach einer kurzen Phase des Abtastens die Ereignisse. Zunächst vergab Sebastian Freis die große Möglichkeit zur Führung für die Gäste (8.). Im Gegenzug foulte der Freiburger Außenverteidiger Sorg den Hoffenheimer Offensivspieler Kevin Volland im Strafraum. Salihovic verwandelte den fälligen Strafstoß sicher, flog gleich danach aber vom Platz.

Ausgleich durch Sorg

Der Bosnier hatte sich zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Er verpasste SC-Kapitän Julian Schuster eine Ohrfeige, die Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) war korrekt. Nur vier Minuten später machte Sorg seinen Fehler vor dem Gegentor wieder gut. Sein abgefälschter Schuss landete unhaltbar für Torwart Koen Casteels im Hoffenheimer Tor.

Kurz darauf (19.) vergab Coquelin die mögliche Führung für die Gäste, bei denen Neuzugang Mike Hanke (Knieverletzung) fehlte. Die Gastgeber, die ohne Sebastian Rudy (Hüftverletzung) auskommen mussten, gerieten in dieser Phase aufgrund ihre Unterzahl unter Druck. Umso überraschender war die erneute Führung durch das Traumtor Vollands, der SC-Torwart Oliver Baumann mit einem Lupfer überlistete.

Platzverweis für Coquelin

Auch danach blieb keine Zeit zum Luftholen. Nachdem Casteels einen Freistoß von Jonathan Schmid zunächst glänzend pariert hatte, traf der Slowake Guédé im Nachsetzen nach Vorarbeit Schusters. Der Platzverweis für Neuzugang Coquelin nach wiederholtem Foulspiel kurz vor der Pause war umstritten. Das erste Foul (Ellbogeneinsatz) war absolut gelbwürdig, das zweite eher fraglich.

Kurz nach dem Seitenwechsel scheiterte Schmid an Casteels (54.), sechs Minuten später vergab Anthony Modeste auf der Gegenseite. In der 64. Minute fabrizierte Hoffenheims Innenverteidiger David Abraham fast ein Eigentor. Nach der folgenden Ecke traf Freis sehenswert per Direktabnahme. Fast noch schöner war das erste Bundesliga-Tor von Strobl elf Minuten später.

Derdiyok klagt gegen 1899

Beste Spieler auf Seiten der Hoffenheimer waren Casteels und Volland. Bei den Freiburgern konnten Schmid und Freis überzeugen.

Abseits des Platzes droht den Hoffenheimern mit Blick auf die umstrittene "Trainingsgruppe 2" Ärger. Der Schweizer Eren Derdiyok, einer von zahlreichen ausgemusterten Stars, hat beim Arbeitsgericht Mannheim einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt. Der Angreifer will ab sofort wieder mit dem Bundesliga-Kader trainieren.

In einem Eilverfahren könnte schon am Mittwoch entschieden werden. "Beide Seiten haben einen Vertrag unterschrieben, an den sich der Arbeitgeber nicht hält. Es war klar, dass Spieler versuchen werden, sich einzuklagen", sagte Spielergewerkschafts-Vizepräsident Christoph Metzelder dazu bei Sky.

Hoffenheim - Freiburg: Daten zum Spiel

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