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Bundesliga - 28. Spieltag

Gladbach verschärft Hamburgs Krise

Sonntag, 30.03.2014 | 17:08 Uhr
Daems traf nach seinem vergebenen Elfer erst im Nachschuss
© Getty
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Der Hamburger SV musste am 28. Spieltag der Bundesliga eine 1:3 (1:1)-Pleite bei Borussia Mönchengladbach hinnehmen. Während die Fohlen im Rennen um die internationalen Plätze bleiben, rutschten Hanseaten auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

Vor 53.650 Zuschauern im Borussia Park brachte Jacques Zoua die Gäste nach einer ereignislosen Anfangsphase überraschend in Führung (28.). Kurz darauf verursachte Michael Mancienne durch ein Handspiel einen Elfmeter für die Hausherren. Filip Daems scheiterte zunächst an Rene Adler, versenkte den Nachschuss allerdings zum Ausgleich (37.).

In der zweiten Hälfte besorgten Raffael nach einer wunderschönen Kombination mit Max Kruse (75.) und Alvaro Dominguez nach einer Ecke (78.) per Doppelschlag die Entscheidung.

Hamburgs Stürmer Pierre-Michel Lasogga musste wegen muskulärer Probleme zur Halbzeit verletzt ausgewechselt werden.

Reaktionen:

Lucien Favre (Trainer Mönchengladbach): "Wir hatten Mühe, waren zu nervös, hatten viel Druck, denn alle erwarten viel. Wir haben drei Siege aus vier Spielen erreicht, das ist nicht schlecht, wenn wir denken, wo wir vor eineinhalb Monaten waren. Chapeau an die Mannschaft."

Mirko Slomka (Trainer Hamburger SV): "Es war eine sehr, sehr gute Partie von uns auswärts und wir stehen mit null Punkten da. Das ist ganz bitter. Wir sind nach wie vor auf dem Weg, dass sich die Mannschaft stabilisiert, aber wir brauchen natürlich im Angriff mehr Qualität, mehr Klasse, damit wir in einer Auswärtspartie mal zwei oder drei Tore machen. Wir geben der Mannschaft den Glauben, dass sie es können, und das brauchen sie auch."

Heiko Westermann (Hamburger SV): "Die Hoffnung ist bei mir voll da. Ich weiß ganz genau, dass im Moment eine Phase ist, in der jeder gegen jeden gewinnen kann. Es braucht hier keiner den Kopf hängen zu lassen. Wir haben uns heute tapfer geschlagen. Wir werden nicht aufgeben."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Lucien Favre sieht nicht viel Grund für Veränderung und tauscht nur einmal: Jantschke verteidigt hinten rechts für Korb. Im 4-4-2 agiert Raffael in der Spitze leicht hängend hinter Kruse.

Beim HSV muss Mirko Slomka neben den Verletzten auch den gelbgesperrten Badelj ersetzen. Zoua beginnt rechts im Mittelfeld, Calhanoglu auf der linken Seite. Hinter der einzigen Spitze Lasogga soll Kapitän van der Vaart für kreative Momente sorgen.

22.: Die Fohlen dürfen sich den Ball ungestört am Strafraum der Hamburger hin und her schieben. Links kommt Daems aus 18 Metern zum Abschluss. Der Schuss zwar fest, aber viel zu unplaziert. Adler hat ihn sicher.

28., 0:1, Zoua: Aus dem absoluten Nichts die Führung! Calhanoglu bringt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld scharf vors Tor. Zoua kann Stranzl abschütteln und hält am Fünfer den Kopf hin. Ter Stegen ohne Chance!

33.: Eine Flanke von rechts findet am Elferpunkt van der Vaart. Der setzt den Kopfball Zentimeter links am Gehäuse von ter Stegen vorbei.

35.: Elfmeter für Gladbach: Mancienne springt mit erhobenen Armen in einen Kopfball von Dominguez. Der Ball geht klar an die Hand, Schiri Kinhöfer zögert keine Sekunde und zeigt auf den Punkt!

37., 1:1, Daems: Der Kapitän schießt schwach in die Mitte, Adler taucht ins linke Eck und kann den Ball nur mit den Füßen nach vorne abwehren. Der Nachschuss ist drin!

42.: Das muss die Führung sein! Durch ein riesen Loch in der Hamburger Defensive wird Arango auf die Reise geschickt. Der Venezolaner ist völlig blank vor Adler, der den flachen Schuss aber mit einer starken Parade abwehrt.

46.: Ganz bitter! Der Hamburger SV muss seinen gefährlichsten Stürmer Lasogga ersetzen, der verletzt in der Kabine bleibt. Für ihn kommt John.

54.: Raffael schickt Herrmann rechts die Linie entlang und bekommt den Ball wieder zurück. Im Sechzehner legt er links rüber zu Kruse, dessen Abschluss vom Elferpunkt aber viel zu schwach ist. Ter Stegen ist da und hat ihn sicher.

73.: Kramer geht mit Tempo in den Strafraum und wird abgedrängt. Der Ball fällt jedoch Arango vor der Füße, der am Fünfer aus dem Gewühl heraus Adler anschießt.

75., 2:1, Raffael: Kruse wird auf links lang geschickt, nimmt den Ball am Strafraum mit der Brust an und chippt wunderbar in den Lauf von Raffael. Der geht links an Adler vorbei und schiebt ein. Starker Angriff!

78., 3:1, Dominguez: Ecke Gladbach von rechts. Der Ball wird per Kopf an den zweiten Pfosten verlängert, wo Dominguez in die Kugel springt und sie über die Linie befördert.

84.: Angriff HSV über links. Der Ball kommt zu van der Vaart, der am Elferpunkt vollkommen freie Schussbahn hat, die Kugel aber über den Querbalken setzt!

Fazit: Verdienter Dreier für die Fohlen in einer spielerisch schwachen Partie. Die Effizienz gab am Schluss den Ausschlag.

Der Star des Spiels: Alvaro Dominguez machte defensiv eine starke Partie. Gewann drei Viertel seiner Zweikämpfen und 100 Prozent seiner Kopfball-Duelle. Holte zudem den Elfmeter zum Ausgleich heraus und entschied die Partie mit dem 3:1 nach einer Ecke selbst.

Der Flop des Spiels: Heiko Westermann versuchte sich auf der Außenverteidiger-Position nach vorne einzuschalten, es blieb allerdings bei den Versuchen. Hatte mit Herrmann und Raffael auf seiner Seite große Probleme und gewann nicht einmal jeden zweiten Zweikampf. Schwach bei den Gastgebern: Juan Arango.

Der Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer hatte mit der fairen Partie keine Probleme und lag nur selten bei kleineren Sachen daneben. Überzeugte mit guter Kommunikation mit den Spielern und der richtigen Entscheidung beim Elfmeter-Pfiff gegen Mancienne.

Das fiel auf:

  • Die Zuschauer sahen eine absolut ereignislose erste halbe Stunde. Beide Mannschaften waren darauf bedacht, ihre Formation zu halten. Pressing gab's erst ab der Mittellinie, in der Offensive fehlte auf beiden Seiten jegliche Risikobereitschaft und das Aufbauspiel dauerte viel zu lange.
  • Gladbach hatte dennoch mehr vom Spiel und ließ den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren. Nach dem überraschenden Führungstor für den HSV schalteten die Fohlen einen Gang rauf, stießen zwischen die Hamburger Reihen und stellten die Hanseaten so vor große Probleme. Die Defensive der Gäste wär löchrig, dennoch fehlte in vielen Situationen die letzte Präzision bei den Fohlen, um für richtige Gefahr zu sorgen.
  • Dem HSV fehlte in Halbzeit zwei Lasogga, der mit muskulären Problemen in der Kabine bleiben musste. Zoua rückte dafür in die Sturmspitze und John spielte rechts im Mittelfeld. Der Hamburger SV hatte in Hälfte zwei deutlich mehr Spielanteile und Zug zum Tor, die Präsenz von Lasogga ging jedoch merklich ab.
  • Gladbach war im Endeffekt einfach effizienter vor dem Tor. Nach dem Doppelschlag kam sogar noch eine Drangphase der Hanseaten, doch die Hamburger vergaben auch hochkarätige Chancen.

Gladbach - Hamburg: Die Statistik zum Spiel

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