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BVB: Der Einfluss der Seuche

Sonntag, 16.03.2014 | 00:00 Uhr
Jürgen Klopp wurde gegen Gladbach in der Nachspielzeit auf die Tribüne verwiesen
© Getty
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Überraschungsmomente und spielerische Kreativität fehlten Borussia Dortmund in dieser Saison schon häufiger - auch bei der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Dies ist eine Folge der Verletzungsproblematik, die unterschiedlichen Formationen der Mannschaft hindern den BVB an der Konstanz.

Beim zweiten Versuch hat es dann doch geklappt. Zunächst verärgerte der "Sky"-Reporter im Bauch des Signal Iduna Park unabsichtlich BVB-Trainer Jürgen Klopp mit einer Bemerkung zum vermeintlich elfmeterreifen Handspiel des Gladbachers Filip Daems. Klopp nahm daraufhin spontan Reißaus, noch ehe er auf Sendung ging. Nach der offiziellen Pressekonferenz einigte man sich dann aber noch und Klopp stand wie gewohnt für Auskünfte parat.

Dass der Coach nach der Partie einen angefressenen Eindruck machte, lag naturgemäß an der Niederlage, die sein Team zuvor gegen den VfL einstecken musste. Es war die siebte in dieser Saison, so viele gab es in keiner der drei vergangenen Spielzeiten.

Dortmund versuchte nach einem 0:2-Halbzeitrückstand (der letzte BVB-Sieg nach einer solchen Ausgangslage datiert vom Mai 1982 beim 3:2 gegen Bochum) in den zweiten 45 Minuten viel und gab nie auf, wirklich Zwingendes kam dabei allerdings kaum heraus.

Klopp: "Nicht zwingend genug"

Doch Klopp trägt in dieser Saison auch die wenig stimmungserhellende Gewissheit mit sich herum, ständig auf neue Problemstellungen reagieren zu müssen. Dortmund hat extrem viele Verletzungen und damit lang- sowie kurzfristige Ausfälle zu verkraften. Deshalb bleibt unter dem Strich festzuhalten: Es kann sich bei allen Bemühungen nicht mehr jene Statik im Spiel entwickeln, die noch zu Saisonbeginn und vor der Seuchenzeit vorzufinden war.

"Die letzte Konsequenz hat gefehlt" und "nicht zwingend genug" waren Teile von Klopps Aussagen nach dem Spiel. Das musste er schon häufiger so äußern, auch nach Siegen. In spielerischen Gesichtspunkten war die Leistung beim Dreier in Freiburg vor einer Woche nicht höher einzuschätzen als die der Pleite am Samstag.

Dortmund tut sich seit dem Herbst des letzten Jahres grundsätzlich schwer. Es fehlt mitunter die spielerische Kreativität, das Überraschende. Es mangelt schlicht zu oft am nötigen Zug in den Offensivszenen. Es ist es aber wiederum auch nicht so, dass die Borussia dadurch ständig in fußballerische Probleme kommen würde.

Borussia kriegt die Tür nicht zu

"Wir können mittlerweile auf nahezu jeden Ausfall reagieren und meistens kommt dann auch guter Fußball heraus", sagt Klopp. Allerdings fehlt am Ende trotz des guten Rückrundenstarts die Konstanz, um mit diesem Fußball auch kontinuierlich Ergebnisse zu bekommen und eine noch komfortablere Ausgangsposition zu schaffen. Der Saisonausgang, der planmäßig mindestens die Champions-League-Qualifikation und gewissermaßen auch den DFB-Pokalsieg vorsieht, bleibt bei diesen Leistungen weiterhin ungewiss.

Ungewissheit herrscht auch vor, wenn es die Gegner des BVB derzeit auch noch hinbekommen, 90 Minuten gut gegen den Ball zu arbeiten. Dann sind nämlich Lösungen gefragt. Und die erarbeiten sich die Akteure in Schwarzgelb zu selten, um die Defensive des Gegenübers zu knacken. Die Spiele bleiben oft offen, weil Dortmund es nicht schafft, die Tür zuzumachen. Gegen die Borussia vom Niederrhein stand die Statistik am Ende bei 25:7 Torschüssen, 12:0 ging allein die letzte halbe Stunde aus.

Geht im dargestellten Szenario der Kontrahent auch noch in Führung und kreiert damit sozusagen eine neue Spielsituation, hat die Borussia Probleme, sich darauf einzustellen und neu zu justieren.

Erst recht - und daher steht dies auch in direktem Zusammenhang -, wenn eben wichtige Stützen des Teams vereinzelt ausfallen und die Startformation defensiv wie offensiv immer wieder verändert werden muss.

Hartes Restprogramm für Dortmund

So kann sich nur schwerlich ein rundes Bild von Pass- und Laufwegen und letztlich kaltschnäuziger Effizienz ergeben. Das Zusammenspiel funktioniert am Ende wie von Klopp angedeutet manchmal besser - oder auch mal wieder schlechter.

Kapitän Sebastian Kehl konstatiert ebenfalls: "Es war kein wirklich schlechtes Spiel von uns. Uns hat ab und an die Lösung gefehlt und wir haben gehofft, öfter zum Abschluss zu kommen."

Es sollte nicht überraschen, wenn Dortmund diese Problematik bis zum Saisonende durchschleifen muss. Sie kann sich im Grunde nur verbessern. Gegen qualitativ schwächer einzuschätzende Teams setzt sich beim BVB häufig auch die individuelle Klasse durch und er kommt so dann auch keineswegs verdient zu den benötigten Punkten.

Die Hoffnung auf die Rückkehrer, die gegen Gladbach Robert Lewandowski und weiterhin Mats Hummels hießen und nächstes Wochenende um Henrikh Mkhitaryan und womöglich auch Marco Reus erweitert werden, ist gerechtfertigt. Spielt die abgesehen von den Langzeitverletzten beste Elf in sehr absehbarer Zeit bis Saisonende zusammen, werden sich auch die Probleme des BVB verringern.

Interessant wird weiterhin zu beobachten sein, ob sie in dieser Spielzeit wirklich vollkommen abzustellen sind. In den letzten neun Bundesligaspielen trifft die Borussia noch auf Schalke, Wolfsburg, Bayern, Mainz und Leverkusen. Da gab es bereits in der Hinrunde lediglich sechs Punkte zu holen - weil sich der Einfluss der Seuche erstmals bemerkbar machte.

Dortmund - Gladbach: Daten zum Spiel

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