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Gladbach beendet die schwarzen Serien

Samstag, 15.03.2014 | 16:52 Uhr
Dortmund drehte seit 1982 gegen Bochum kein Spiel mehr nach einem 0:2-Rückstand in einen Sieg
© Getty
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Borussia Mönchengladbach hat am 25. Spieltag der Bundesliga mit 2:1 (2:0) bei Borussia Dortmund gewonnen. Damit gewannen die Fohlen erstmals nach zuvor neun Partien ohne Sieg wieder ein Spiel.

Vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park ging Mönchengladbach durch Raffaels zwölftes Saisontor in Führung (31.). Max Kruse traf neun Minuten später zum 2:0 für die Gäste. 13 Minuten vor dem Ende kam der BVB durch Milos Jojic zum Ehrentreffer.

Für den VfL war dies der erste Sieg im Jahr 2014 und der erste dreifache Punktgewinn in der Fremde seit dem 2:0 in Stuttgart am 22. November des vergangenen Jahres.

Damit beendete Gladbach auch die schwarze Serie gegen den BVB. Aus den letzten zwölf Bundesligaspiele in Dortmund konnten die Fohlen keines gewinnen. Die Hausherren verloren dagegen nach fünf Siegen in den letzten sechs Partien wieder ein Spiel.

Die Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund) über den nicht gegebenen Handelfmeter: "Deniz Aytekin hatte die Pfeife am Mund. Er hat auch gedacht: könnte sein. Dann ist Philip Daems clevererweise liegen geblieben und hat sich im Gesicht behandelt lassen. Dann hat der Schiri gedacht: Der Ball war im Gesicht. Aber wir alle haben gesehen: Er war nicht im Gesicht."

Max Kruse (Borussia Mönchengladbach): "Na klar bin ich erleichtert, dass der Ball reingegangen ist. Ich habe es die letzten Wochen schon angedeutet: Irgendwann kommt es zurück. Wenn du neun Spiele kein Tor machst, hast du einen Brocken drin." Über die Mönchengladbacher Perspektive:"Wir haben lange Zeit über die Europa League gesprochen, das sollten wir jetzt erst mal hinten anstellen."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dortmund nach dem Sieg in Freiburg mit zwei Änderungen: Hofmann ersetzt bei seinem Startelfdebüt in der Bundesliga den gelbgesperrten Mkhitaryan auf der Zehn. Dazu rückt der wiedergenesene Lewandowski für Schieber in den Sturm.

Gladbach tauscht einmal: Kramer rückt für Jantschke (Fußprellung) auf die Sechs. Xhaka (grippaler Infekt) fällt kurzfristig aus.

6.: Lewandowskis Ball von links wird direkt zu Hofmann abgefälscht. Der schießt aus 19 Metern - direkt auf ter Stegen.

12.: Ballgewinn des VfL im Mittelfeld. Kramer setzt auf links Herrmann ein, der den Ball schön mitnimmt und das lange Eck anvisiert - knapp vorbei.

23.: Mit viel Ballglück tankt sich Hummels in den Strafraum und steht plötzlich blank vor ter Stegen, der seinen Schuss zur Ecke abwehrt. In der Folge scheitert Sahin mit einem Linksschuss.

29.: Lewandowski passt halbrechts zu Aubameyang, der kurz antritt und den Ball aus 17 Metern an die Latte donnert!

31., 0:1, Raffael: Raffael schüttelt im Mittelfeld zwei Dortmunder ab und spielt rechts raus auf Herrmann. Der bedient Raffael wieder in die Mitte, der die Kugel nur leicht berührt, aber sie gegen die Laufrichtung von Weidenfeller unten links ins Netz setzt.

40., 0:2, Kruse: Gladbach kontert über rechts und Herrmann. Der nimmt in der Mitte Arango mit. Pass an den linken Strafraumrand zu Kruse, Weidenfeller kommt aus dem Tor. Kruse wackelt mit einer starken Bewegung Piszczek und Weidenfeller aus und schiebt ins verwaiste Tor ein.

48.: Wieder Konter des VfL. Kruse setzt Raffael links im Strafraum ein, der seinen Linksschuss im Duell mit Piszczek aber über den Kasten setzt.

53.: Kruse kommt an der Strafraumgrenze an den Ball, zieht auf und schließt mit rechts ab. Weidenfeller ist da.

56.: Aubameyang flankt von rechts in den Strafraum. Am langen Pfosten kommt Großkreutz zum Kopfball, setzt diesen aber über das Gehäuse.

60.: Kruse taucht rechts am Strafraum auf und flankt den Ball auf den langen Pfosten. Piszczek kommt nicht dran, Herrmann versucht's direkt - drüber.

66.: Schmelzer passt von links zu Hofmann in den Strafraum, der Lewandowski einsetzt. Der Pole zirkelt den Ball auf den rechten Pfosten, doch ter Stegen wehrt mit einer starken Parade ab.

77., 1:2, Jojic: Stranzl wehrt einen Eckball an die Strafraumkante ab. Der eingewechselte Jojic hält drauf, ter Stegen ist die Sicht versperrt und der von Dominguez abgefälschte Ball landet im Netz.

88.: Lewandowski geht ter Stegen im Fünfer an. Der Ball fällt Ducksch vor die Füße, der einschiebt. Aytekin gibt Foul an ter Stegen.

Fazit: Gladbach lange Zeit brandgefährlich, Dortmund mit zu vielen Fehlern. Dann zog der BVB ein Powerplay auf, welches Gladbach mit Geschick und auch Glück überstand.

Der Star des Spiels: Raffael. Ständiger Unruheherd, immer anspielbar, sehr ballsicher und ruhig am Spielgerät. Gewann mit Abstand die meisten Zweikämpfe auf dem Feld. Dortmund fand kaum ein Mittel gegen ihn. Dazu mit dem Treffer zum 1:0, der das Spiel letztlich zugunsten der Gladbacher kippen ließ.

Der Flop des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang. Ohne echte Bindung zum Spiel und mit viel Leerlauf. Gewann nur 27 Prozent seiner direkten Duelle. Leistete sich zudem einige Stockfehler sowie einfache Fehlpässe und wirkte unter dem Strich häufig unglücklich in seinen Aktionen.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin hatte zunächst wenig zu tun, war aber zur Stelle, als es brenzliger wurde. Bewies eine starke Vorteilsauslegung, die vor allem wie beim Gladbacher 2:0 zum Tragen kam, als er Kehls Foul an Herrmann während des Gladbacher Konters laufen ließ. Der Platzverweis gegen Nordtveit war korrekt. Daems' Handspiel im Strafraum nach Schuss von Lewandowski als nicht absichtlich auszulegenwar ebenso vertretbar wie Lewandowskis Einsteigen gegen ter Stegen vor Duckschs vermeintlichem Ausgleichstreffer als Foul zu werten.

Das fiel auf:

  • Dortmunds Passspiel war häufig ineffektiv. Gladbach stellte beim Spielaufbau des BVB den Ball ins Mittelfeld gut zu. Dortmund griff daher schon früh auf Chipbälle zurück, die meist in den Rücken des Gladbacher Sechserraumes gespielt wurden. Mit der Zeit stellten sich die Gäste darauf aber besser ein.
  • Gladbach präsentierte sich gedankenschnell sowie diszipliniert im Spiel gegen den Ball und gewann gerade im ersten Abschnitt deutlich mehr Zweikämpfe. Besonders stark war jedoch das Umschaltspiel: Vor allem Raffael und Herrmann ließen sich oft fallen und machten das Spiel schnell. Der konternde VfL schaffte es gegen einen BVB im Rückwärtsgang, viele Meter in kurzer Zeit zu überbrücken.
  • Lewandowski, Aubameyang und Hofmann rochierten im vorderen Drittel häufig. Die Laufwege passten aber nur selten zueinander, vieles basierte auf Zufall.
  • Die Partie wurde im zweiten Abschnitt teilweise sehr hektisch. Der BVB rannte an, Gladbach verbarrikadierte sich in der eigenen Hälfte und lauerte auf Konter - erst recht in Unterzahl. Gewann der VfL jedoch den Ball, ging es wie schon in den ersten 45 Minuten blitzschnell nach vorne.
  • Dortmund zeigte zwar eine gute Moral, blieb bei seinen Angriffsbemühungen aber nur selten ruhig und dafür fehlerbehaftet. Gladbach verteidigte die Angriffswellen des BVB mit großer Leidenschaft.

Dortmund - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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