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Dominante Bayern überrollen Hannover

Von Daniel Reimann
Sonntag, 23.02.2014 | 19:20 Uhr
Bastian Schweinsteiger (v.) stand in Hannover wieder in Bayerns Startelf
© Getty
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Der FC Bayern München hat am 22. Bundesliga-Spieltag auch in Hannover einen souveränen Sieg geholt. Die Münchner schlugen 96 verdient mit 4:0 (2:0).

Thomas Müller hatte den FC Bayern vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften HDI-Arena per Kopfball in Führung gebracht (25.). Noch vor der Pause erhöhte Thiago zum 2:0 (34.).

Nach Wiederanpfiff war es abermals Müller (59.), ehe Mario Mandzukic das 4:0 besorgte (66.). Bei Hannover musste Leonardo Bittencourt mit einer Beckenprellung ausgewechselt werden, für ihn kam Edgar Prib (37.).

Die Münchner feiern damit den 14. Bundesliga-Sieg hintereinander. Da die Konkurrenz kollektiv patzte, rückt die Meisterschaft nun immer näher. Hannover hingegen muss aufpassen, nicht auch noch in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden.

Dazu feierten Götze und Mandzukic ein Jubiläum: Für beide war es das 100. Bundesliga-Spiel.

Die Reaktionen:

Tayfun Korkut (Trainer Hannover 96): "Die ersten 25 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht, aber wir haben auch gegen eine Mannschaft mit brutaler Qualität gespielt. Gegen so ein Top-Team reicht es einfach nicht, nur phasenweise seinen Plan abzurufen. Die Bayern nutzen ihre Möglichkeiten eiskalt aus."

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Wir sind sehr zufrieden. Wir haben die Chance genutzt, unseren Vorsprung auszubauen. Zu Beginn hatten wir ein paar Schwierigkeiten. Nach dem Führungstreffer war es dann leichter, und wir haben besser gespielt."

Matthias Sammer (Sportdirektor Bayern München): "Große Teams sind im Alltag stark. Wir sind im Rhythmus und wollen im Rhythmus bleiben. Wir haben die Ergebnisse der Konkurrenten registriert und wussten, dass wir uns heute weiter absetzen können. Das wollten wir. Wir haben eine gute Gruppendynamik in der Mannschaft. So gehen wir weiter!"

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Hannover nur eine Änderung im Vergleich zur Mainz-Pleite: Pocognoli beginnt als Linksverteidiger und ersetzt Hoffmann, Schulz rückt dafür in die Mitte.

Guardiola hingegen rotiert ordentlich: Starke beginnt im Tor, Schweinsteiger in der Zentrale. Robben, Kroos und Dante sitzen alle nur auf der Bank.

16.: Nach Pass von Schmiedebach will Rudnevs Starke umkurven. Das gelingt ihm auch fast, aber der Schlussmann der Bayern bekommt irgendwie noch die Finger an den Abschluss.

25., 0:1, Müller! Hannover findet die Zuordnung nicht schnell genug. Schweinsteiger passt nach rechts raus auf Rafinha, der in die Mitte flankt. Müller steigt am ersten Pfosten hoch und köpft unhaltbar ein.

31.: Müller steckt für Mandzukic durch, der von der Strafraumgrenze abzieht. Zieler kann den platzierten Schuss zur Seite abwehren.

33.: Thiago überläuft auf der rechten Seite Pocognoli und passt quer. Müller scheitert aus zentraler Position an Zieler - starke Parade!

34., 0:2, Thiago! Nach einer Ecke der Bayern kann der Ball zunächst geklärt werden. Aber Bayern bleibt im Ballbesitz und Schweinsteiger bringt die Kugel hoch zurück in den Strafraum. Marcelo hebt das Abseits auf, Thiago sagt Danke und überwindet Zieler aus kurzer Distanz.

56.: Nach einer hohen Hereingabe von Huszti gewinnt Diouf das Kopfballduell gegen Rafinha. Starke zum abtauchen, um den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten zu lenken.

59., 0:3, Müller! Alaba enteilt auf der linken Seite und flankt an die Strafraumgrenze. Mandzukic verlängert wunderschön mit der Hacke, Müller nimmt die Kugel irgendwie mit und verlädt Zieler eiskalt aus zwölf Metern.

66., 0:4, Mandzukic! Rafinha flankt, keiner bei Hannover fühlt sich am zweiten Pfosten wirklich für Mandzukic zuständig, der per Kopf zu seinem 13. Saisontreffer kommt. Zieler sah schon einmal besser aus.

82.: Rafinha klärt an der eigenen Strafraumgrenze zu kurz. Schulz nutzt seinen stärkeren linken Fuß zum Abschluss. Starke wehrt zur Seite ab.

Fazit: Auch in der Höhe vollkommen verdienter Sieg von gnadenlos dominierenden Bayern.

Der Star des Spiels: Bastian Schweinsteiger. Riss das Spiel vom Anpfiff weg an sich., strahlte eine unheimliche Präsenz aus, leitete die ersten beide Tore mit genialen Pässen ein. Hatte schon zur Pause 62 Ballkontakte, bei seiner Auswechslung in der 72. Minute waren es 85. Unterstrich einmal mehr seine Wichtigkeit für das Spiel der Bayern. Ebenfalls stark: Doppelpacker Müller und Allround-Genie Thiago.

Der Flop des Spiels: Bei Hannover fielen einige ab, am meisten wohl noch Edgar Prib. Für Bittencourt eingewechselt, fand der 24-Jährige nie Bindung zum Spiel. 18 Ballkontakte, 7 Pässe - das war's. Bei den Bayern überraschend unauffällig: Mario Götze.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Hatte ein weitestgehend faires Spiel mit kleineren Nickligkeiten zu leiten. Die Verwarnungen für Diouf nach dem Griff an Boatengs Hals und Rafinha nach einem Tackling gegen Bittencourt gingen in Ordnung. Pocognolis Foul an Robben (86.) hätte man pfeifen müssen, allerdings war es knapp außerhalb des Stafraums.

Das fiel auf:

  • Die neue, alte Bayern-Zentrale agierte wie gewohnt sehr variabel. Besonders Thiago hatte einen enormen Bewegungsradius. Ließ sich hin und wieder zwischen die Innenverteidiger fallen, regelmäßig zog es ihn auf die rechte Außenbahn. Wenn diese durch Thiago oder Rafinha besetzt war, schlich sich Müller ins Sturmzentrum, wo die Zuständigkeiten in Hannovers Defensive nicht immer klar verteilt waren - wie beim 1:0.
  • Hannover stellte sich in der Anfangsphase gar nicht so ungeschickt an. Im Spiel gegen den Ball wurde gewissenhaft verschoben, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen so gering wie möglich gehalten. Dennoch schafften es die Bayern durch intuitive Positionsrochaden und die spielerische Überlegenheit im Zentrum immer wieder, in die Lücken der gegnerischen Reihen vorzustoßen.
  • In der Offensive taten sich die 96er jedoch schwer. Bei Ballverlust schalteten die Bayern gedankenschnell um, waren defensiv meist in der Überzahl und attackierten den Ballführenden konsequent, oft sogar in Co-Produktion. Diouf beispielsweise schien dadurch zügig die Lust verloren zu haben.
  • Im zweiten Durchgang wurden die Bayern hin und wieder nachlässig in der Rückwärtsbewegung. So boten sich den Gastgebern ungeahnte Räume im Konterspiel, die jedoch nur selten entsprechend genutzt wurden. Hannover wiederum kapitulierte spätestens mit dem 0:3. Als die Bayern in der Schlussphase zwei Gänge zurückschalteten, kam 96 zwar noch zu zahlreichen Gelegenheiten, scheiterte aber stets im Abschluss.

Hannover - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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