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Boss Boateng und neue Harmonie

SID
Boateng ist nach wie vor der unumstrittene Leitwolf in einer stärker werdenden Schalker Mannschaft
© getty
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Schalke 04 punktet in der Bundesliga zurzeit konstant, auch wenn das Verletzungspech den Königsblauen treu bleibt.Nach dem Traumstart in die Rückrunde hob Horst Heldt mahnend den Zeigefinger.

"Jetzt ja nicht verrückt spielen", warnte der Sportvorstand von Schalke 04, als nach dem 2:0 (2:0) gegen Hannover 96 das Lob auf die Königsblauen nur so niederprasselte. "Wir haben ein klitzekleines Pölsterchen nach hinten, es ist noch ein langer Weg.

So ganz scheint der Manager dem rasanten Aufschwung nach der Winterpause noch nicht zu trauen. Drei Siege, 7:1 Tore, zweitbeste Rückrundenmannschaft hinter Bayern München, Platz vier mit vier Punkten Vorsprung - plötzlich scheint die im vergangenen Jahr so lange vergeblich gesuchte Kontinuität gefunden, Schalke überzeugt auf einmal auch spielerisch.

"Es sind viele Bausteine", erklärte Heldt, als er nach den Gründen für die Trendwende gefragt wurde. Entscheidend war offenbar, dass im Trainingslager in Katar innerhalb der Mannschaft Klartext geredet wurde. "Die Spieler haben sich in die Pflicht genommen", berichtete Heldt, das Resultat: "Sie rufen jetzt viel mehr Leistung ab."

Jeder übernimmt Verantwortung

Man sei enger zusammengerückt, bestätigte auch Jungstar Max Meyer. "Wir sprechen viel mehr miteinander, pushen uns mehr", sagte Torhüter Ralf Fährmann und sprach von "elf Kapitänen auf dem Platz, jeder will Verantwortung übernehmen". Nicht ganz so viele, aber immerhin acht Profis gehören seit den Tagen in Doha dem Mannschaftsrat an - unter anderem jetzt auch Kevin-Prince Boateng, der auf und neben dem Platz immer mehr in die Führungsrolle wächst.

Gegen Hannover war der 26-Jährige die Schaltzentrale des Schalker Spiels. "Er strahlt Ruhe aus, hat immer eine Idee, führt mit seiner Präsenz die Mannschaft und ist auch noch torgefährlich", lobte Heldt den Deutsch-Ghanaer, der sich immer mehr mit seiner Position auf der Doppel-Sechs anfreundet.

Interne Probleme ausgeräumt

"Wir haben einige interne Dinge abseits des Fußballplatzes geklärt", berichtete Boateng. Offenbar ist seit Januar auch die Hierarchie auf Schalke klar: Der Zehn-Millionen-Einkauf ist jetzt der unumstrittene Boss - nicht nur auf dem Feld.

An Boateng richten sich vor allem die Jungen auf. Vier Spieler unter 21 Jahren standen beim Schlusspfiff auf dem Platz, insgesamt fünf aus dem eigenen Nachwuchs. "Es macht unheimlich Spaß, ihnen zuzusehen. Die Jungs wollen jeden Ball haben", schwärmte Boateng.

Die "Jungen" überzeugen

Sead Kolasinac, 20, bereitete nicht nur das 1:0 durch Jefferson Farfán mit einem spektakulären Solo vor (39.), sondern räumte auch defensiv alles auf der linken Außenbahn ab. Kaan Ayhan, 19 und zuvor nur acht Bundesliga-Minuten im Einsatz, ersetzte den früh verletzten Roman Neustädter (Knieprellung mit Platzwunde) gleichwertig. Meyer, 18, erzielte bereits sein fünftes Bundesliga-Tor (44.). Und Joel Matip, 22, dirigierte wie ein Routinier die Abwehr, die in den letzten sechs Pflichtspielen nur ein Gegentor zuließ.

Kapitän Benedikt Höwedes, der mit einem Muskelfaserriss drei bis vier Wochen ausfällt, wurde kaum vermisst. Dass sich ausgerechnet vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag beim Tabellenzweiten Bayer Leverkusen auch noch Neustädter und Atsuto Uchida (Muskelfaserriss) ins ohnehin gut gefüllte Lazarett gesellten, wertete Trainer Jens Keller zwar als "Wermutstropfen". Mit Blick auf den nachrückenden Nachwuchs meinte er aber: "Die Jungs machen einfach Spaß."

Schalke - Hannover: Daten zum Spiel

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