Bundesliga - 2. Spieltag

Mandzukics Kunstschuss reicht Bayern zum Sieg

Von Fatih Demireli
Samstag, 17.08.2013 | 17:21 Uhr
Zambrano (r.) rieb sich in den Zweikämpfen besonders auf und stand kurz vor dem Platzverweis
© Getty
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Der FC Bayern München hat auch das zweite Saisonspiel für sich entschieden. Beim Gastspiel gegen Eintracht Frankfurt gewann der Deutsche Meister mit 1:0 (1:0). Mario Mandzukic erzielte mit seinem zweiten Saisontor den einzigen Treffer in der ausverkauften Commerzbank Arena.

Während der FC Bayern seit nunmehr 27 Bundesliga-Spielen ungeschlagen ist, setzte es für Frankfurt die zweite Saisonniederlage. Allerdings zeigte sich die Eintracht gegenüber dem 1:6 bei Hertha BSC formverbessert.

Bayerns Neuzugang Mario Götze saß in Frankurt 90 Minuten auf der Bank und muss auf sein Debüt noch warten.

Reaktionen:

Armin Veh (Trainer Frankfurt): "Taktisch wollten wir wenig Ballbesitz haben. Die Bayern haben dann auch das Spiel dominiert - auch nach dem 1:0 haben sie es kontrolliert. Ich habe gedacht, unsere Zeit wird kommen, wenn wir nicht das 0:2 kassieren. Dann ist ein Tor für uns gefallen, das war ein sehr guter Zeitpunkt. Es war ein reguläres Tor, aber der Linienrichter war dagegen. Außerdem war es ein klarer Elfmeter, es war ein klares Foulspiel gegen Alexander Meier. Wenn du benachteiligt wirst, holst du keinen Punkt."

Josep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Wir haben das Spiel viel besser kontrolliert, wenige Konter für den Gegner zugelassen. Es ist nie einfach nach Länderspielen. Wir haben sehr viele Chancen erarbeitet, und zu viele Chancen vergeben. Heute bin ich zu 100 Prozent zufrieden. Ich bin glücklich. Wir wollten ein schnelles Spiel, aber mit diesem Rasen war es unmöglich."

Manuel Neuer (FC Bayern): "Wir wollten hier nicht schön spielen und Fußball zelebrieren, sondern nur den zweiten Bundesligasieg einfahren und das ist uns geglückt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Vier personelle, eine taktische Änderung bei der Eintracht: Veh spielt ohne echten Stürmer, Meier ist die falsche Neun in der Spitze. Für den verletzten Jung spielt überraschend Schröck als Rechtsverteidiger. Anderson rückt für Russ in die Innenverteidigung, Inui und Aigner spielen für Rosenthal und Joselu.

Bei den Bayern zwei Änderungen: Boateng und Shaqiri für Martinez und Robben dabei.

9.: Alaba flankt von der linken Seite an den Elfmeterpunkt, Kroos köpft aus der Entfernung aufs Tor. Der Ball senkt sich plötzlich und landet dann am Pfosten.

13., 0:1, Mandzukic: Tolle Müller-Flanke von der rechten Seite in den Strafraum. Dort schießt Mandzukic im Fallen mit der Innenseite des rechten Fußes das 1:0. Schröck steht völlig deplatziert und kann nichts machen.

23.: Aigner hat rechts viel Platz, flankt wuchtig in den Strafraum, aber Meier kriegt beim Kopfball nicht genug Druck hinter den Ball.

33.: Nach Kroos-Freistoß von der linken Seite ein Durcheinander in Frankfurts Strafraum: Dante löst sich von Anderson und schießt aus kurzer Distanz aus Tor. Trapp hält bärenstark.

42.: Nach Ecke Inuis köpft zunächst Flum aufs lange Eck. Meier bewegt sich zum Ball, touchiert die Kugel noch leicht, doch der anschließende Treffer zählt nicht, da Meier beim Flum-Kopfball im Abseits steht.

64.: Inui setzt sich links gut durch, geht in den Strafraum und will ins kurze Eck einschieben. Ein bayerisches Bein ist gerade noch dazwischen.

66.: Alaba tanzt Aigner aus und schießt mit links aus 20 Metern aufs Tor. Knapp über das Tor!

79.: Nach unorthodoxer Rettungsaktion von Boateng im Strafraum schießt der eingewechselte Celozzi im Fallen aufs Tor. Der Ball geht knapp am Tor vorbei.

89.: Neuer rennt aus seinem Kasten, um gegen Lakic zu retten und kommt zu Fall. Lakic will ins leere Tor schießen, aber Dante fängt den Ball noch ab.

Fazit: Knapper, aber nicht unverdienter Bayern-Sieg, wobei die Münchener nur in der ersten Hälfte wirklich überzeugen konnten.

Der Star des Spiels: David Alaba. Auffälligster Bayern-Akteur auf dem Platz, immer anspielbar, immer unterwegs und mit dem einen oder anderen Abschluss. Er verkörpert schon das, was Guardiola von seinen Außenverteidigern verlangt: Hoch stehen, Überzahl- und Kombinationsmöglichkeiten schaffen.

Der Flop des Spiels: Takashi Inui. Wie immer sehr bemüht und aktiv, aber der Japaner agiert mitunter zu sorglos und ohne Konzept. Erstickte so viele aussichtsreiche Frankfurter Vorstöße im Keim.

Der Schiedsrichter: Peter Gagelmann. Unaufgeregter Leiter, dann aber mit dem einen oder anderen Fehler. Der Größte: Meier stand bei seinem vermeintlichen Kopfball-Tor maximal auf gleicher Höhe und nicht im Abseits. Das Tor hätte zählen, Gagelmanns Assistent die Situation erkennen müssen. In der Nachspielzeit hätte auch Meier einen Elfmeter bekommen können, weil Boateng mit der Hand schob - allerdings war die Situation auch schwer zu erkennen. Zambranos Attacke gegen Mandzukic hätte mindestens Gelb verdient (48.), genauso Schröcks Foul gegen Ribery (33.). Gagelmann insgesamt sehr sparsam mit den Karten.

Das fiel auf:

  • Frankfurt mit forschem Start, mit Bedacht auf viel Ballbesitz und Forechecking. Die Außenverteidiger Schröck und Ozcipka agierten sehr hoch. Das Problem: Bayerns Gegenpressing.
  • Bastian Schweinsteiger beim Aufbau zwischen den beiden Innenverteidigern als erste Anspielstation. Der Mittelfeldspieler war omnipräsent, mit extrem vielen Ballkontakten. Wie schon gegen Gladbach: Die Eröffnung soll direkt vom Sechser ausgehen, nicht vom Innenverteidiger. Allerdings: Offensiv wenig Spielraum für Schweinsteiger.
  • Bayerns Standardwert im ersten Durchgang: Mindestens 70 Prozent Ballbesitz, dazu über 90 Prozent Passgenauigkeit. Frankfurt dadurch in der Rolle des Nebendarstellers, aber Bayern trotz der Feldüberlegenheit nicht nachhaltig im finalen Offensivprozess. Dadurch kaum Strafraumszenen.
  • Nach der Pause Frankfurt mit erhöhter Schlagzahl und deutlich mehr Aggressivität. Bayerns Fluss gestört, dennoch großer Mangel an Torchancen. Kurzum: Engagement ohne Profit.
  • Armin Vehs Idee, den schnellen Schröck gegen Ribery aufzustellen, war ein Spiel mit zwei Seiten: In der ersten Halbzeit war Schröck fast schon zu bemitleiden, weil er fast jeden Zweikampf verlor. Im zweiten Durchgang dann deutlich stärker, wacher und mit vielen gewonnen Duellen.
  • Auffällig: Nach Thiagos Einwechslung Schweinsteiger deutlich aktiver im Offensivspiel, obwohl er seine Sechserposition gehalten hat.

Eintracht Frankfurt - Bayern: Daten zum Spiel

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