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Bundesliga - 15. Spieltag

Der Club hat das Siegen verlernt

Von Tim Noller
Freitag, 06.12.2013 | 22:34 Uhr
Die beiden Torschützen im Streit: Der Nürnberger Per Nilsson und Shinji Okazaki von Mainz
© Getty
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Es sah lange Zeit gut aus für den Club. Doch nach 90 Minuten stehen die Nürnberger nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz wieder nur mit einem Punkt da und warten weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Mainz verdiente sich das Remis durch ein eindrucksvolles Power-Play in der Schlussphase.

Reaktionen:

Per Nilsson (1. FC Nürnberg): "Wir müssen normalerweise dieses Spiel gewinnen. Leider ist in dieser Saison 1:1 unser Ergebnis"

Thomas Tuchel (Trainer FSV Mainz): "Mit dem Ergebnis kann ich leben. 70 Minuten haben wir uns sehr schwergetan"

Bei ungemütlichen Temperaturen und Schneefall zog es lediglich 31.000 Zuschauer in die Nürnberger Grundig-Arena. Die Fans, die gekommen waren, durften sich lange Zeit Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg für den 1. FC Nürnberg machen.

Nilsson brachte den Club schon in der fünften Minute per Kopf in Führung. Doch die Mainzer kamen durch Okazaki (75.) zurück ins Spiel und hätten die Partie am Ende gegen müde Nürnberger noch gewinnen müssen.

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gertjan Verbeek muss den grippegeschwächten Markus Feulner ersetzen. Deshalb rückt Josip Drmic bei Nürnberg auf die rechte Seite. Im Sturmzentrum schenkt der Club-Trainer Daniel Ginzcek sein Vertrauen.

Thomas Tuchel entscheidet sich bei Mainz trotz der Rückkehr des rotgesperrten Christian Wetklo wieder für Youngster Loris Karius zwischen den Pfosten. Für den gesperrten Elkin Soto rückt Junior Diaz in die Startelf, der hinten links verteidigt. Joo-Ho Park rückt dafür auf die Sechserposition neben Johannes Geis.

5., 1:0, Nilsson Noch keine fünf Minuten gespielt, schon das erste Tor. Kiyotake setzt sich links durch, verzögert geschickt und flankt die Kugel gefühlvoll an den Fünfer. Dort macht sich Nilsson frei und drückt den Ball zur frühen Führung über die Linie. Der Innenverteidiger war für den Eckball kurz zuvor mit aufgerückt.

21.: Ginzcek verlagert schön auf Hlousek, der nicht angegriffen wird. Der linke Außenstürmer hält einfach mal drauf. Mit viel Mühe wehrt Karius den strammen Schuss ab.

23.: Erste Chance für Mainz! Der aufgerückte Bell erobert den Ball und leitet ihn zu Okazaki weiter. Der Japaner zögert nicht lange und schießt aufs Tor. Schäfer klärt zur Ecke, die wieder für Gefahr sorgt. Wieder ist es Okazaki: Sein Kopfball geht nur knapp am langen Pfosten vorbei.

28.: Fast ein Eigentor. Chandler mit dem nächsten Offensivausflug. Der Rechtsverteidiger schlägt den Ball in Richtung Mitte. Dort fällt er Pospech auf den Oberschenkel. Karius entschärt die Gefahr.

42.: Die nächste Ecke für den Club und wieder wird es gefährlich. Kiyotake bringt das Leder zwischen Fünfer und Elfmeterpunkt, wo Nilsson am höchsten steigt. Karius muss da alles auspacken, um den Kopfball des Schweden über den Querbalken zu lenken.

55.: Riesenchance zum 2:0! Und das gleich doppelt! Kiyotake schickt Drmic in die Tiefe. Der umkurvt Karius und schießt aus spitzem Winkel aufs Tor. Der zurückgeeilte Bell klärt in letzter Sekunde. Die anschließende bringt wieder Nilsson gefährlich aufs Tor. Okazaki rettet für den geschlagenen Mainz-Keeper in höchster Not auf der Linie.

75., 1:1, Okazaki Park lupft den Ball aus dem Mittelfeld in den Lauf von Okazaki, der in die Tiefe ausgebrochen war. Der Japaner nimmt den Ball stark an und haut ihn abgeklärt ins lange Eck. Keine Chance für Schäfer. Das verspricht nochmal eine spannende Schlussviertelstunde.

84.: Das muss es sein! Müller steckt den Ball auf Choupo-Moting durch, der plötzlich alleine vor Schäfer auftaucht. Doch der Club-Kapitän verhindert den Todesstoß.

90., Rote Karte, Sliskovic Schäfer ist außer sich vor Wut. Als Sliskovic in die Tiefe geschickt wird, blickt er nur noch auf den Ball und geht mit gestrecktem Bein voraus in Richtung Ball und Club-Keeper. Zwar trifft er Schäfer "nur" am Bein, doch da hätte auch mehr passieren können.

Fazit: Der Club machte aus seiner Dominanz zu wenig. Große Chancen auf das 2:0 entstanden nur durch Standards. Am Ende konnte Nürnberg angesichts der Riesenchance von Choupo-Moting froh sein, zumindest einen Punkt zu retten.

Der Star des Spiels: Hiroshi Kiyotake war ein ständiger Unruhestifter in der gegnerischen Hälfte. Auffällig war er nicht nur bei seinen passgenauen Eckstößen, sondern auch aus dem Spiel heraus überzeugte er mit tollen Zuspielen auf seine Mitspieler.

Der Flop des Spiels: Junior Diaz war mit Josip Drmic völlig überfordert. Da ihn der Schweizer Nationalspieler am Flügel teilweise schwindelig spielte, beteiligte sich der Linksverteidiger auch kaum am Offensivspiel der 05er.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe zeigte eine klasse Leistung, obwohl die Sichtverhältnisse für den Referee durch den Schneefall nicht immer einfach waren. Vor allem seine sinnvollen Vorteilsentscheidungen führten zu einem schönen Spielfluss. Die Gelben Karten für Frantz und Park sprach er erst im Nachhinein aus, um die erfolgsversprechenden Angriffe nicht zu unterbinden. Bei Sliskovic' Foul blieb ihm keine andere Wahl.

Das fiel auf:

  • Nürnberg drängte die Mainzer in der Anfangsviertelstunde in die eigene Hälfte. Ging der Ball beim beweglichen Offensivspiel verloren, schaltete das Team von Verbeek blitzschnell um und setzte Mainz mit aggressivem Pressing sofort wieder unter Druck.
  • Die Doppelchance von Okazaki hinterließ beim Club Eindruck. In der Folge übernahm Mainz das Kommando über die Partie. Im Offensivspiel wollten die Gäste das Mittelfeld sehr schnell überbrücken. Dadurch gerieten viele Pässe jedoch zu ungenau und die Angriffe verpufften schon bei der Entstehung.
  • Nach 29. Minuten war der Arbeitstag für Polter beendet. Der Mainzer Außenstürmer hatte keine Bindung zum Spiel und wurde durch Choupo-Moting ersetzt. Der Kameruner belebte das Mainzer Offensivspiel spürbar. Immer wieder tauchte er auch gefährlich im Zentrum auf.
  • Beide Teams waren bei Ecken extrem gefährlich. Nicht nur das Tor zum 1:0 fiel im Anschluss an einen Eckstoß. Nilsson hatte noch mehrere teils dicke Chancen für den Club. Auf Mainzer Seite scheiterte Okazaki nur knapp.

Nürnberg - Mainz: Die Statistik zum Spiel

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