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Bundesliga - 15. Spieltag

B04 gewinnt Verfolgerduell beim BVB

Von Daniel Reimann
Samstag, 07.12.2013 | 20:23 Uhr
Bayer Leverkusen ging bei Borussia Dortmund durch Heung-Min Son in Führung
© Getty
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Borussia Dortmund musste am 15. Bundesliga-Spieltag im Verfolgerduell gegen Bayer Leverkusen einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Der BVB verlor gegen die Werkself mit 0:1 (0:1).

Vor 80.645 Zuschauern im Signal-Iduna-Park brachte Heung-Min Son die Gäste aus Leverkusen früh in Führung (18.).

Leverkusen feiert damit den fünften Sieg aus den letzten sechs Pflichtspielen. Auf Seiten des BVB mussten Sven Bender und Nuri Sahin mit Verdacht auf eine Knöchelverletzung ausgewechselt werden (63. und 81.).

Emir Spahic (Rot für eine Tätlichkeit, 80.) und Sokratis (Gelb-Rot nach Ballwegschlagen, 90.+2) flogen dabei vom Platz.

Reaktionen:

Rudi Völler (Sportchef Bayer 04 Leverkusen): "Die erste Halbzeit war mit das Beste, was wir in dieser Saison gespielt haben und auch spielen können. Nach einer schwierigen Woche sind wir super zurückgekommen und jetzt dreimal hintereinander gewonnen. Hut ab vor der Mannschaft. Es war heute sehr wichtig, Deutschland zu zeigen, was wir wirklich können."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Wir waren nicht gut in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit war es leidenschaftlicher, aber auch nicht richtig gut. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal so viele Zweikämpfe verloren haben wie heute. Wir haben oft zu langsam gedacht, waren zu verhaftet in unserem Offensivspiel und nicht ballsicher - da kann man nicht gewinnen, nicht mal wir."

Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund): "Wir haben ganz gut angefangen und nach dem Tor nachgelassen. Die Leverkusener waren zweikampfstärker, bissiger und haben das Spiel deshalb gewonnen. Die Verletzten sind keine Ausrede. Wir haben verdient verloren, das müssen wir akzeptieren. Jetzt können wir noch ein bisschen drüber nachdenken, abhaken und dann Marseille schlagen."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Vier Wechsel beim BVB im Vergleich zur Partie gegen Saarbrücken. Kirch, Kehl, Schieber und Hofmann raus, Sahin, Bender, Lewandowski und Kuba rein. Das System riecht nach 4-2-3-1.

Bei Leverkusen immerhin drei neue in der Startelf: Castro für Reinartz, Hegeler für Kruse, Spahic für Wollscheid.

3.: Aubameyang von links mit dem Heber an den Fünfer, wo Lewandowski die Kugel akrobatisch Richtung Tor befördert. Doch Leno bleibt cool stehen und pariert.

8.: Starker Konter der Gäste, über fünf Stationen kommt die Kugel vor dem Strafraum zu Hegeler. Der zieht ab, doch Weidenfeller pariert sicher.

18.: Tor, 0:1, Son! Dortmunds Viererkette wird unter Druck gesetzt, Friedricht spielt rechts Can den Ball in die Füße. Der reagiert schnell, gibt weiter auf Castro, der Son in die Gasse schickt. Elegante Kurve um Weidenfeller herum und die Vollendung aus spitzem Winkel.

30.: Starker Lauf von Großkreutz über die rechte Seite, er flankt in den Fünfer. Scheinbar zu weit für Lewandowski, doch mit einer Artistik-Nummer kommt er noch an den Ball. Sein Volley mit dem rechten Außenrist landet in Lenos Armen.

31.: Hegeler mit einem überragenden Ball in die Spitze, Son entwischt den aufgerückten Dortmundern. Alleine vor Weidenfeller visiert er die rechte Ecke an, doch der BVB-Keeper bekommt irgendwie noch die Schulter an den Ball, der rechts vorbeikullert.

39.: Traumhaft gespielt! Konter der Gäste, Son schickt Castro. Der legt perfekt mit der Hacke ab auf Hegeler. Unter Druck von vier Dortmunder entscheidet er sich für den Lupfer aus 18 Metern - drüber.

59.: Hegeler hält gegen Bender die Sohle drüber und sieht zurecht Gelb. Bender muss behandelt und anschließend ausgewechselt werden.

80., Rot für Spahic! Spahic mit einem heftigen Einsteigen gegen Lewandowski, wofür er zurecht Gelb sieht. Es folgt eine Rudelbildung, Spahic langt Mkhitaryan ins Gesicht - glatt Rot!

81.: Ganz bitter für Dortmund! Sahin knickt um und muss verletzt ausgewechselt werden. Der nächste Sechser wird wohl länger ausfallen.

86.: Über Hofmann und Mkhitaryan kommt die Kugel zu Lewandowski. Schnelle Drehung, Abzug - doch Leno ist unten und pariert!

90.+2: Sokratis mit einem Foul, das von Schiri Meyer abgepfiffen wird. Er schmeißt wütend den Ball weg und sieht Gelb-Rot.

90.+4: Piszczek bedient Reus nochmal in der Mitte, Direktabnahme! Doch Leno pariert klasse.

Fazit: Ein hart erkämpfter Sieg für tapfer und diszipliniert agierende Leverkusener.

Der Star des Spiels: Simon Rolfes. Das Herz des Leverkusener Spiels - sowohl defensiv als auch offensiv. In der Rückwärtsbewegung mit cleverem Stellungsspiel und konsequentem Zweikampfverhalten. Im Spiel nach vorne dirigierte er und brachte nahe alle Pässe an den Mann.

Der Flop des Spiels: Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier erwischte gegen Leverkusen einen schlechten Tag. War beim Bermuda-Dreieick Castro/Rolfes/Bender abgemeldet, verlor unter Druck zahlreiche Bälle und wagte sich in teils völlig unnötige Dribblings. Hatte insgesamt sehr wenig Spielanteile.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer. Fand einen angemessenen Umgang mit der Partie, die anfangs absolut fair und problemlos zu leiten war, im zweiten Durchgang jedoch ruppiger wurde. Die Verwarnungen für Can und Hegeler gingen absolut in Ordnung. Auch im Fall Spahic (80.) blieb Meyer cool und entschied richtig. Insgesamt ohne nennenswerten Fehlgriff - gute Leistung!

Das fiel auf:

  • Dortmund hatte von Beginn an enorme Probleme im Spielaufbau. Die Sechser wurden sofort angelaufen, sobald sie den Ball bekamen und hatten deshalb nur wenig Reaktionszeit. Auch daraus resultierten zahlreiche Fehlpässe und Ballverluste auf Seiten der Borussia.
  • Spätestens im Schlussdrittel landeten die Bälle des BVB außergewöhnlich oft beim Gegner. Leverkusen machte die Räume geschickt eng, ließ durch die Mitte nahezu nichts zu. Besonders das Defensiv-Trio Rolfes/Castro/Bender verschob geschickt und konsequent, so dass sich Dortmund nur selten Lauf- und Passwege durch die Zentrale boten.
  • Bayer wiederum schaltete brutal schnell um und zog ein sehr dynamisches Vertikalspiel auf. In der gegnerischen Hälfte wurde der Ball nie lange gehalten, sondern sofort weitergegeben. Beispielhaft waren die beiden Konter, die Hegeler erfolglos abschloss (8. und 39. Minute).
  • Auch im zweiten Durchgang fand der BVB nur selten Mittel gegen die diszipliniert und kompakt verschiebenden Gäste. Auffällig: Auch die Standards, in einem solchen Spiel ein probates Erfolgsrezept, waren völlig ungefährlich. Sahins Freistoßflanken und Ecken waren meist lange in der Luft und somit leicht auszurechnen.
  • Erst in der Schlussphase offenbarten sich Lücken im Leverkusener Abwehrverbund, der BVB konnte die sich öffnenden Räume jedoch nicht entscheidend nutzen.

Dortmund - Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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