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Bundesliga - 13. Spieltag

Gladbach macht auch den VfB frisch

Von Tim Noller
Freitag, 22.11.2013 | 22:32 Uhr
Oscar Wendt sorgte mit seinem sehenswerten Volleyschuss für die Entscheidung
© Getty
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Der VfB Stuttgart konnte den Rückenwind aus dem Südwest-Derby gegen Freiburg nicht mitnehmen. Gegen dominante Gladbacher unterlag das Team von Thomas Schneider völlig verdient mit 0:2. Mit dem vierten Sieg in Folge festigt die Borussia Platz vier.

Die 49.560 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Mercedes-Benz Arena sahen eine blutleere Vorstellung der Stuttgarter. Ausgerechnet in einer kurzen Phase, in der die Schwaben mutiger wurden, ging die Borussia durch Raffael in Führung (37. Minute).

Als Oscar Wendt Gladbach in der 73. Minute per sehenswertem Volleyschuss mit 2:0 in Front brachte, war das Spiel entschieden. In der Schlussphase ließ das Team von Lucien Favre unzählige Konter liegen, sodass der VfB mit dem 0:2 noch gut bedient ist.

Die Reaktionen zum Spiel:

Thomas Schneider (Trainer VfB Stuttgart): "Gladbach ist eine sehr reife Mannschaft und war heute einen Schritt weiter als wir. Wir haben es leider nicht geschafft, die Aggressivität über die gesamte Spielzeit hochzuhalten. Rückschläge sind aber einkalkuliert."

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben das Spiel zu 70 Prozent kontrolliert und insgesamt verdient gewonnen. Wir hätten heute auch 3:0 oder 4:0 gewinnen können. Man muss aber auch sagen, dass wir es heute ein bisschen leichter hatten, weil Stuttgart unter der Woche viel mehr Spieler für die Nationalteams abgestellt hat."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim VfB Stuttgart kehrt Antonio Rüdiger nach seiner Rotsperre zurück in die Startelf. Für den U-21-Nationalspieler muss Karim Haggui zurück auf die Bank. Ansonsten vertraut Thomas Schneider auf die gleiche Startformation wie beim 3:1-Auswärtssieg gegen den SC Freiburg.

Lucien Favre sieht ebenfalls keinen Grund für Wechsel in der Startelf. Er schickt die gleiche Mannschaft aufs Feld, die am vergangenen Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:1 die Oberhand behielt.

17.: Doppelchance für Gladbach! Raffael behauptet den Ball im Mittefeld und schickt Herrmann in die Tiefe. Der Rechtsaußen steht halbrechts völlig frei vor Ulreich. Doch der VfB-Keeper bleibt lange stehen und kann den Ball abwehren. Kruses Nachschuss geht nur hauchdünn über den Querbalken.

31.: Stuttgart mit dem Ballgewinn im Mittelfeld. Der Ball kommt zu Maxim, der Werner in die Schnittstelle der Viererkette schickt. Der Youngster will ter Stegen umkurven, doch der Keeper bekommt die Hand dazwischen. Aus spitzem Winkel springt nur eine Ecke für den VfB raus. Da war mehr drin.

34.: Ulreich fängt eine Ecke von Kruse ab und schaltet sofort um. Sein Abwurf erreicht Werner, der den startenden Maxim schicken müsste. Doch der 17-Jährige startet selbst in Richtung Tor. Sein Schuss kann ter Stegen entschärfen.

37., 0:1, Raffael: Tor für Gladbach! Der Ball scheint schon verloren. Doch Herrmann setzt gegen Rausch beherzt nach und legt den Ball Raffael in den Lauf. Der Brasilianer läuft an Ulreich vorbei und schiebt die Kugel ins leere Tor. Die Führung ist nicht unverdient.

42.: Stuttgart ist jetzt viel zu passiv. Arango darf sich den Ball in Ruhe zurechtlegen und zieht mit links ab. Ulreich klärt mit Mühe.

54.: Klasse Flanke von Kruse. Raffael steht in der Mitte völlig frei. Glück für den VfB, dass der Brasilianer nicht der kopfballstärkste Spieler der Bundesliga ist.

68. Herrmann auf Kruse. Dessen Schuss pfeift in Richtung Winkel, doch Ulreich bekommt die Finger noch ran.

73., 0:2, Wendt: 2:0 Gladbach! Herrmann bringt den Ball knapp vor der Torauslinie noch an die Strafraumkante. Der VfB wieder viel zu passiv. Wendt lässt sich nicht zweimal bitten und hämmert das Leder ins linke untere Eck.

74.: Gleich die nächste Chance! Kruse lässt die Entscheidung liegen. Nach einem Konter will der Stürmer den Ball auf Herrmann querlegen, doch sein Pass ist zu schwach und kann geklärt werden.

85.: Die Konterchancen für Gladbach häufen sich. Die Borussia wieder in Überzahl. Flanke auf Herrmann, doch sein Volleyschuss geht knapp am Pfosten vorbei.

Fazit: Die Borussia gewinnt völlig verdient gegen einen harmlosen VfB. Bis auf eine kurze Phase vor dem 0:1 hatten die Schwaben dem ballsicheren Spiel der Gladbacher nichts entgegenzusetzen.

Der Star des Spiels: Patrick Herrmann erwischte einen Sahnetag. Nicht nur, dass der Rechtsaußen beide Gladbacher Treffer vorbereitete, auch in der Defensive überzeugte der 22-Jährige mit einigen Ballgewinnen. An unzähligen Chancen der Gladbacher, vor allem bei Kontern, beteiligt.

Der Flop des Spiels: Vedad Ibisevic blieb im gesamten Spiel ohne Chance. Der Top-Torjäger der Schwaben leistete sich unzählige Ballverluste, sodass viele Angriffe des VfB schon früh verpufften. Zudem fiel der Bosnier mit einigen Nickligkeiten auf.

Der Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer hatte mit dem fairen Spiel keine Probleme. Er leistete sich keine nennenswerten Fehler und nahm sich angenehm zurück.

Das fiel auf:

  • Stuttgart überließ den Gladbachern das Spiel und setzte auf ein kompaktes Mittelfeld. Damit hatte das Team von Lucien Favre lange Zeit Probleme. Da der VfB nach Ballgewinn in den meisten Situationen zu behäbig umschaltete, entstanden die wenigen Chancen auf beiden Seiten eher zufällig.
  • Als der VfB etwas mutiger wurde und sich zwei gute Möglichkeiten durch Werner erspielte, ging die Borussia in Führung und spielte fortan sehr dominant. Stuttgart wirkte wie gelähmt und spielte in der Folge viel zu passiv.
  • In der 63. Minute stellte Thomas Schneider auf ein 4-4-2-System um. Mit der Einwechslung von Abdellaoue versuchte es Stuttgart vermehrt mit Flanken. Zwingender wurden die Schwaben dadurch nicht.
  • Als Stuttgart nach dem 0:2 mehr riskierte, boten sich den Gladbachern riesige Räume im Konterspiel. Aussichtsreiche Möglichkeiten wurden jedoch kläglich vergeben. Mit dem 0:2 war der VfB noch gut bedient.

Stuttgart - Gladbach: Die Statistik zum Spiel

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