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Sonntag, 24.11.2013 | 11:08 Uhr
Pep Guardiola ist als Trainer des FC Bayern in der Bundesliga noch ungeschlagen
© getty
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Mario Götze stand beim Sieg des FC Bayern in Dortmund im Mittelpunkt. Sein Führungstreffer war entscheidend in einer ausgeglichenen Partie. Auch Trainer Pep Guardiola sorgte mal wieder für einige Überraschungen.

Als Stadionsprecher Norbert Dickel die Aufstellungen präsentierte, steuerte alles auf einen ersten Lautstärke-Höhepunkt zu. Beim FC Bayern steht ja mit Manuel Neuer ein ehemaliger Schalker Ultra im Tor, was in Dortmund nicht gern gesehen ist. So laut wie beim 16. Spieler auf dem Spielberichtsbogen wurde es aber selbst bei Neuer nicht.

Mario Götze saß bei seiner Rückkehr nach Dortmund erstmal auf der Bank. Die knapp 70.000 Borussia-Fans im Stadion hatten also eine ziemlich lange Anlaufzeit, um sich auf den kurzen Moment vorzubereiten, in dem der Spieler mit der Nummer 19 vorgelesen wurde. Der Pegel stieg von Spieler zu Spieler an, bis das Stadion beim Namen Mario Götze explodierte und in einem der lautesten Pfeifkonzerte seiner Geschichte versank.

"Mario ist ein cooler Hund"

Es war klar, dass sich die ganze Wut und der ganze Ärger des Dortmunder Publikums über den Wechsel von Götze vor der Saison zum FC Bayern in diesem Spiel entladen würde. Das bekam der Nationalspieler auch bei seiner Einwechslung auch nochmal ohrenbetäubend zu spüren.

Götze hat das alles wahrgenommen, professionell weggesteckt und dann mit einem Tor geantwortet. "Mario ist ein cooler Hund", sagte Dortmunds Hans-Joachim Watzke über Götzes Reaktion.

Gejubelt hat Götze nicht, dafür hat er die Hände gehoben und damit auf eine direkte Reaktion auf die Anfeindungen verzichtet. Eine Geste "aus Respekt vor dem Klub", wie Sportvorstand Matthias Sammer meinte.

"Das ist typisch für den Fußball, das passiert immer wieder", sagte Thomas Müller über die Geschichten, die der Fußball regelmäßig schreibt. "Man fragt sich, wie kann das sein?". Götze hat nach schwachen Einsätzen in der Startelf in Dortmund wieder bewiesen, dass er bei Bayern vorerst als Joker besser funktioniert. "Er hat eine gewisse Klasse. Wenn er die nicht hätte, hätte er nicht 37 Millionen gekostet", meinte Watzke.

Stille statt Pfiffe

Die Dortmunder Fans im Stadion schienen auf so einen Moment nicht vorbereitet gewesen zu sein, denn nach Götzes Treffer herrschte erstmal Ruhe, echte Stille. Die Pfiffe bei Ballkontakten Götzes blieben aus. Zu sehr fieberten die Schwarz-Gelben noch mit ihrer Mannschaft und hofften auf den Ausgleich.

Der kam aber nicht mehr, weil die Bayern mit vollem Einsatz ihr Tor verteidigten und in einigen guten Szenen der Dortmunder auch das "notwendige Quäntchen Glück" (Sammer) hatten. Mit zwei weiteren Treffern sorgten Arjen Robben und Müller für den ersten Sieg der Münchner gegen Dortmund in der Liga seit Februar 2010.

Sammer lobt Guardiola

Neben Götze war auch wieder einmal Trainer Pep Guardiola einer der Hauptdarsteller bei den Bayern. Sammer machte ihn nach der Partie sogar als Hauptverantwortlichen für den Sieg aus.

In der Tat kamen die Bayern nach der Hereinnahme von Götze und Thiago offensiv besser zurecht. "Im Fußball kannst du gewinnen oder verlieren, aber niemals gut spielen ohne Übergewicht im Mittelfeld", sagte Guardiola. "In der zweiten Halbzeit haben wir mit Thiago, Mario Götze, Toni Kroos und Philipp Lahm wieder besser gespielt."

Martinez als Zehner verschenkt

Allerdings hatte Guardiola auch mit einer Aufstellungsvariante zu Beginn überrascht, die sich als nicht erfolgreich herausstellen sollten.

Javi Martinez spielt im Dreiermittelfeld mit Philipp Lahm und Toni Kroos, aber nicht auf seiner Position vor der Abwehr, auf der er in der letzten Saison zum Stabilisator der Münchner wurde, sondern deutlich offensiver, ja sogar auf der Zehn.

Martinez sollte dort als erster Störspieler das gefährliche Dortmunder Umschaltspiel unterbinden, immerhin hält Guardiola den BVB für die "beste Kontermannschaft der Welt". Aber Martinez konnte diese Aufgabe nur selten erfüllen und mit den Zuspielen in aussichtsreicher Position wusste er als Zehner nur wenig anzufangen. Den Bayern gingen so einige gute Möglichkeiten im Ansatz verloren.

Lange Bälle gegen das Pressing

Dass Martinez im defensiven Mittelfeld deutlich stärker und wertvoller für die Bayern ist, zeigte er in den Minuten nach der Pause, als er mit Philipp Lahm die Positionen tauschte und sofort als Balleroberer glänzte.

Es passt aber zu Guardiola, der mindestens ein genauso cooler Hund wie Götze sein muss, wenn er im Spitzenspiel in Dortmund seinen Sechser auf einer komplett neuen Position testet. Schließlich verlangt er von seinen Spielern totale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auf verschiedenen Positionen.

Die Personalie Martinez zeigte aber auch, dass Guardiola und die Bayern "viel Respekt vor uns hatten", wie Klopp meinte. Ein weiterer Beleg laut Klopp: "Bayern hat so viele lange Bälle gespielt wie in den letzten drei Jahren nicht."

Die Bayern hatten in den letzten Duellen mit dem BVB - speziell auch im Supercup - immer wieder Probleme mit dem Dortmunder Pressing. Fehler im Spielaufbau führten sofort zu Chancen und auch zu Toren der Dortmunder. Darauf reagierte Guardiola. Mit langen Bällen wurde das Pressing des BVB überspielt.

Angekommene Pässe und Fehlpässe von Dante und Jerome Boateng

Reaktion auf den Gegner

Guardiola ist kein Fan von langen Bällen, aber ist es gehört zu den Entwicklungsschritten der Münchner, dass sie sich mehr auf ihre Gegner einstellen als in der Vergangenheit.

Schon in der Ära Jupp Heynckes wurde das Mia san Mia in diesem Bereich aufgeweicht und den modernen Anforderungen angepasst.

Hinfahren, sein Spiel durchziehen, gewinnen, das war über Jahrzehnte das Münchner Erfolgsrezept. Diese Formel ist in den meisten Spielen immer noch gültig und ausreichend, in speziellen Momenten wird aber die Spielweise dem Gegner auch erfolgreich angepasst. Wie beispielsweise auch beim 4:0 über den FC Barcelona vergangene Saison, als statt Ballbesitz das Umschaltspiel zum Erfolg führte.

Dieses Mal wollten die Bayern Dortmund nicht in die Karten spielen und warteten geduldig auf ihre Chance, die schließlich auch kam und von Götze genutzt wurde.

Dortmund - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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