wird geladen

Bayern-Sieg dank Mario Mandzukic

Manchmal braucht's den echten Neuner

Samstag, 26.10.2013 | 22:36 Uhr
Mario Mandzukic schoss gegen Hertha BSC seine Saisontore 6 und 7 für den FC Bayern
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
J1 League
So12:00
Tosu -
Urawa
CSL
So13:35
Guangzhou -
Hebei
Serie A
So21:00
Gremio -
Corinthians
Serie A
So21:00
Ponte Preta -
Palmeiras
Primera División
So21:15
Boca Juniors -
Unión Santa Fe
Serie A
So23:30
Bahia -
Flamengo
Serie A
Mo00:00
Chapecoense -
Atlético Mineiro
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta

Der FC Bayern musste beim Sieg gegen Hertha BSC auf die "schmutzige" Methode zurückgreifen, um das Spiel zu drehen. Mario Mandzukic bewies aber nicht nur bei seinen Toren, wie wichtig er für Guardiola sein kann.

Letzten Mittwoch flog Giorgio Chiellini in Madrid vom Platz. Die letzten 43 Minuten der 1:2-Niederlage seiner Alten Dame Juventus Turin im Champions-League-Gruppenspiel bei Real Madrid musste sich der Innenverteidiger im Kabinentrakt des Estadio Bernabeu auf einem Bildschirm reinziehen.

Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte Chiellini nach zwei Fouls mit Gelb-Rot vom Feld geschickt. Beim ersten warf sich Chiellini wenig liebevoll an den Hals Sergio Ramos und riss den Real-Spieler im Strafraum zu Boden. Beim zweiten wusste er sich gegen den 50 Mal schnelleren Cristiano Ronaldo nur mit einem ausgefahrenen Arm zu helfen; sein Hand berührte dabei Ronaldos Unterkiefer.

Dass nach dem Spiel italienische Zeitungen wetterten, der Schiedsrichter habe Juve bestohlen, lag in erster Linie an diesen beiden Szenen. Chiellini handelte jeweils ungeschickt, er hatte aber wohl nicht damit gerechnet, dass die königlichen Gegenspieler so wenig aushalten würden.

Chiellini vs. Mandzukic: ein Spaßduell

Chiellini gehört zur langsam aussterbenden Spezies der Raubeine, jenen Verteidigern, die ihren Gegenspieler 90 Minuten lang traktieren und dabei mitunter auch die Linie des Erlaubten überschreiten. Mit seiner Spielweise hat sich Chiellini aber über Jahre hinweg grenzüberschreitend Respekt bei Mit- und Gegenspielern verschafft.

Er hätte sich in Madrid andere Kaliber gewünscht, als Ramos oder Ronaldo. Spieler, die eine gewisse Härte aushalten, Spieler, die auch mal einen zu energisch eingesetzten Ellbogen fressen, ohne gleich zu jammern.

Einen wie Mario Mandzukic. Im April hatte der Kroate im Champions-League-Viertelfinale zwei Mal das Vergnügen, Chiellinis Fäuste und Schädelknochen zu spüren oder dessen Atem zu riechen. Zwei Mal verkeilten sich Chiellinis und Mandzukic' Körperteile ineinander, hier und da landete der Unterarm irgendwo im Gesicht des anderen.

Beschwert hat sich hinterher niemand, Mandzukic gab sogar an, gegen derartige Gegenspieler den größten Spaß zu haben.

Leader der Torschützen

Der Spaß ist Mandzukic in dieser Saison etwas abhanden gekommen, dabei kann sich der Stürmer weder über Einsatzzeiten noch über seine Torquote beschweren. In 17 Pflichtspielen stand Mandzukic zwölf Mal in Pep Guardiolas Startelf und erzielte dabei acht Treffer. Die Torschützenliste der Bundesliga führt er gemeinsam mit Leverkusens Sam, Hoffenheims Firmino und Stuttgarts Ibisevic an (alle 7).

Und dennoch wirkt Mandzukic verschlossen, Interviews verweigert er seit Saisonbeginn beharrlich. Mandzukic fühlt sich und seine Leistungen nicht richtig wertgeschätzt und der Diskussion über echte und falsche Neuer kann er nichts Positives abgewinnen.

Die beiden Spiele des FC Bayern bei Manchester City (3:1) und in Leverkusen (1:1) werden allgemein als revolutionär gut angesehen; nicht für Mainz-Trainer Thomas Tuchel haben die Münchner in diesen Spielen "eine neue Qualität" im Offensivspiel erreicht.

In beiden Spielen war Mandzukic gar nicht (Manchester) oder nur als Teilzeitkraft (11 Minuten in Leverkusen) aktiv und auch nicht sein Sturm-Vertreter Claudio Pizarro. Thomas Müller spielte stattdessen jeweils in vorderster Front und mit Mittelfeldspieler Müller ganz vorne drin lief es beängstigend gut bei den Bayern.

Ohne Neun gegen Berlin

Gegen Hertha BSC setzte Guardiola erneut auf die Variante ohne echten Neuner, zum dritten Mal in dieser Saison. Eigentlich noch verhältnismäßig selten, weiß man doch um Guardiolas Faible für Mittelfeldspieler, die er gerne auch in den Angriff stellt.

Gegen frech attackierende und gut organisierte Berliner ging der Plan mit Müller jedoch nicht auf. Die Bayern kamen nur mühsam in die Gänge. Kapitän Philipp Lahm machte dafür neben einer gewissen Qualität des Gegners auch "müde Beine und einen müden Kopf nach anstrengenden Wochen" vor allem für die Nationalspieler verantwortlich.

Bei Arjen Robben und Toni Kroos streikte der Körper endgültig nach 25 Minuten; beide mussten mit leichten Leistenbeschwerden ausgewechselt werden. Erst kam mit Mario Götze für Kroos ein weiterer Mittelfeldspieler, der sämtliche Offensivpositionen beherrscht, auch die im Sturm.

Als dann auch noch Robben signalisierte, dass mehr als ein Gang zur Auswechselbank nicht mehr drin sei, blieb Guardiola nichts anderes mehr übrig, als mit Mandzukic einen echten Stürmer zu bringen. Auf der Bank waren keine weiteren Mittelfeldspieler verfügbar, die er hätte in den Sturm hätte stellen können.

Freistoß, Kopfball, Tor

Es dauerte keine weiteren drei Minuten, da hatte sich Mandzukic' Einwechslung schon rentiert. Nach Ribery-Freistoß köpfte Mandzukic das 1:1. Und kurz nach der Pause legte er, erneut nach einem Freistoß, mit dem nächsten Kopfballtreffer nach, diesmal unter arger Bedrängung von Fabian Lustenberger.

Auch unter Guardiola sind die Über-Bayern hin und wieder auf "schmutzige" Tore angewiesen. Ecke oder Freistoß, Kopfball - Tor. "Manchmal muss es eben auch über Standards gehen", sagte Müller.

Und dafür braucht es machnmal auch einen echten Neuner, der sich im Kopfballduell auch entsprechend durchsetzt. "Es gibt keinen Spieler in der Bundesliga, der bei hohen Bällen so schwierig zu verteidigen ist, wie Mandzukic", sagte Hertha-Coach Jos Luhukay anerkennend.

Guardiola ging sogar noch mehrere Schritte weiter: "Mario Mandzukic ist im Sechzehner der beste Spieler der Welt. Wenn wir den Ball da hin bekommen, ist er sehr, sehr stark."

Dass Mandzukic auch die Qualitäten hat, die Guardiola bei seinen Spielern besonders gerne sieht, bewies er gegen Hertha ebenfalls. Häufig wich er auf die linke Seite aus, machte so im Zentrum Platz für Götze und beteiligte sich verstärkt am Kombinationsspiel im letzten Drittel.

Gesprochen hat Mandzukic danach wieder nicht. Auch wenn am diesem Samstag weit und breit kein Chiellini in Sicht war, dürfte der Kroate dennoch Spaß gehabt haben.

Bayern - Hertha: Die Statistik zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung