BVB verliert 141. Revierderby gegen Schalke

Systematische Verunsicherung

Von Jochen Tittmar
Samstag, 20.10.2012 | 22:45 Uhr
Dortmund kassierte gegen Schalke erstmals nach 30 Heimspielen wieder ein Tor in der ersten Halbzeit
© Getty
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Verunsicherung statt Überraschungseffekt - das war das Ergebnis des Experiments Systemumstellung, mit dem Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp im Revierderby gegen Schalke 04 auf die Verletzungsproblematik innerhalb seines Kaders reagieren wollte. Schalke trat derweil den Gegenbeweis zu einer grauenhaften Statistik der Vorsaison an.

Man sah die Borussia aber auch schon in ein klassisches 4-3-3 gekleidet, im Vorjahr beim dringend benötigten Champions-League-Heimsieg gegen Olympiakos Piräus war dies der Fall.

Erstmals unter Klopp mit defensiver Dreierkette

Auch während der Vorbereitungsphase auf die aktuelle Spielzeit ließ sich in manchen Testspielen eine Dreierkette in der Defensive erkennen, um mit einem gestärkten Mittelfeld öfter gegen sehr defensiv agierende Gegner in Überzahlsituationen zu gelangen.

Taktische Variationen des gewohnten 4-2-3-1-Systems, das Dortmund unter Klopp überwiegend spielt, sind beim BVB also keine Seltenheit gewesen, sondern waren hin und wieder schlicht notwendig. Nach dem verdient verlorenen Revierderby gegen den FC Schalke 04 lässt sich nun jedoch darüber diskutieren, inwiefern Klopps überraschende Systemumstellung in dieser brisanten Partie sinnhaft war.

Der Coach schickte sein Team erstmals unter seiner Regie in einer 3-4-3-Anordnung aufs Feld, wobei Mittelfeld und Sturmreihe auch immer wieder fließend von fünf beziehungsweise zwei Spielern besetzt wurden.

Systemumstellung kein Vertrauensbeweis für Löwe

Freilich ließen erst die Ausfälle von Jakub Blaszczykowski, Ilkay Gündogan, Mario Götze und Marcel Schmelzer beim Trainerteam den Entschluss reifen, mit der neuen Formation die vier fehlenden Stützen im BVB-Spiel zu ersetzen. Für einen Spieler aus der zweiten Reihe wie Chris Löwe, der bisher immer links verteidigen durfte, wenn Schmelzer pausierte, nicht gerade ein Vertrauensbeweis.

Klopp ließ somit insgesamt sieben Spieler auf für sie ungewohnte Positionen rotieren - eine für den Trainer recht untypische Maßnahme. Bislang reagierte Klopp auf Ausfälle derart, dass er die vakanten Positionen eins zu eins nachbesetzte und nur wenig am Grundgerüst des Teams veränderte. Untypisch dazu, die Dreierkette nach einer Länderspielpause auszupacken, wo doch nach der Rückkehr der Nationalspieler grundsätzlich nur wenig Zeit bleibt, um in den Trainingseinheiten ein Update für eine neue Variante vorzunehmen.

Statt einem Überraschungseffekt regierte so von Beginn an eine allgemeine Verunsicherung im Dortmunder Spiel, das in allen Mannschaftsteilen nicht aufeinander abgestimmt wirkte und reihenweise Fehlpässe produzierte. Klopp musste schnell einsehen, dass er sich ordentlich vercoacht hatte und korrigierte die Maßnahme nach einer guten halben Stunde wieder zugunsten des 4-2-3-1 - und überraschte erneut, indem er Lukasz Piszczek nicht rechts, sondern links in die Viererkette stellte und Sven Bender erstmals beim BVB auf der Gegenseite spielte.

Klopp: "Ich nehme das gerne auf meine Kappe"

Piszczek bekleidete letztlich drei Positionen (rechtes Mittelfeld, linker Verteidiger, rechter Verteidiger) während der 90 Minuten. Er steht in gewisser Weise als Sinnbild für die gesteigerte Form der Klopp'schen Rotation, die die anfängliche Verkrampfung niemals lösen konnte.

"Ich wollte mit der Systemumstellung der Mannschaft helfen", erklärte Klopp nach Spielschluss. "Das hat ehrlich gesagt nicht so gut geklappt. Wir haben nicht gut gespielt. Ich nehme das gerne auf meine Kappe."

Ganz anders verfuhr sein Pendant auf Schalker Seite. Huub Stevens beließ sein Team, das jetzt nur eine Niederlage aus den bisherigen elf Pflichtspielen der Saison hinnehmen musste, im gewohnten Schema und nahm auch nach Bekanntgabe der Dortmunder Aufstellung keine kurzfristigen Änderungen vor.

Schalke: Endlich ein Sieg in einem Topspiel

Schalke musste zwar kein herausragendes Spiel abliefern, legte jedoch über die gesamte Spielzeit eine außerordentliche taktische Reife an den Tag.

Auch die Umstellungen, die Dortmund während des Spiels vornahm, hatten auf die Herangehensweise der Gäste keinerlei Einfluss.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass die Schalker im Vorjahr bei den Topspielen meist sehr schlecht aussahen und sich teils verfrüht in ihr Schicksal ergaben. Letztes Jahr holte S04 aus den sechs Partien gegen die drei besten Teams der Liga (Dortmund, Bayern, Gladbach) nur kümmerliche drei Punkte.

Das selbstbewusstere Auftreten und eine positive Körpersprache, die sich die Verantwortlichen auch vor der Partie in gewisser Weise ergebnisunabhängig erhofften, steht bei S04 für eine sich in der Entwicklung befindliche junge Mannschaft, die Stevens Vorgaben immer besser mit Leben füllt und aus den Rückschlägen - hierbei sei an die Spiele gegen Bayern, Düsseldorf und Montpellier erinnert - zu lernen scheint. Oder, wie es Roman Neustädter ausdrückt: "Wir wussten, was wir auf dem Platz zu tun hatten." Genau das war im 141. Revierderby der Unterschied zum BVB.

Dortmund - Schalke: Daten zum Spiel

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