Franck Ribery besorgte gegen Hoffenheim beide Tore
Franck Ribery besorgte gegen Hoffenheim beide Tore
© Getty

Bundesliga - 7. Spieltag

Samstag, 06.10.2012

Sonnenbrille, Apfelschorle und Harmonie

Ohne große Gegenwehr hat der FC Bayern den Start-Rekord in der Bundesliga eingestellt. Gegner 1899 Hoffenheim war beim 2:0 zu harmlos, so dass man im Anschluss über andere Themen reden konnte. Und von diesen gab es beim FC Bayern zuhauf.

 

Reaktionen:

Jupp Heynckes: Man muss berücksichtigen, dass wir unter der Woche noch ein schweres Champions-League-Spiel absolvieren mussten. Wenn ich die heutigen 90 Minuten Revue passieren lasse, haben wir nicht nur intelligent und clever gespielt, sondern auch defensiv überhaupt nichts anbrennen lassen und das Spiel dominiert. Heute kann man nicht eine einzige Torchance von Hoffenheim aufzählen."

Markus Babbel: "Heute ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Die Jungs können eigentlich gar nichts dafür, aber ich muss mich jedes Mal in einer blauen Kabine umziehen. Als ehemaliger Roter geht das gar nicht. Hut ab vor den Jungs, sie haben eine gute Leistung gezeigt. Es hat leider nicht ganz gereicht aus den besagten Gründen."

Bastian Schweinsteiger: "Von der Bilanz mit sieben Siegen gibt es nichts zu meckern. Wir können nun entspannt auf die Wiesn gehen, da wir bis auf die Niederlage gegen Borisov gute Spiele gezeigt haben. Von mir aus kann ruhig öfters das Oktoberfest stattfinden, denn die Bilanz ist in dieser Zeit immer gut."

Marvin Compper: "Alles in allem waren wir zu harmlos, um hier etwas mitzunehmen. Wir wollten gut stehen und wenig zulassen. Doch nach dem Rückstand war es schwer zurückzukommen. Wir haben zwar Chancen bekommen, aber diese nicht genutzt. Wir wollten mutiger und frecher auftreten, was uns nicht gelungen ist."

Nachbetrachtung:

Thomas Müllers Sorge war eine Sonnenbrille. Bei Toni Kroos war es die Hand. Uli Hoeneß sprach über ein Treffen mit Herbert Hainer, seinem Stellvertreter im Aufsichtsrat. Franck Ribery redete über die Apfelschorle, die er sich auf dem Oktoberfest genehmigen will. Nach dem 2:0 des FC Bayern gegen 1899 Hoffenheim sprach man über alles. Nur eben nicht über das 2:0 gegen Hoffenheim.

Zu offensichtlich, zu schnell gesichert, zu klar war der Sieg gegen harmlose Gäste, die - wenn man es positiv nimmt - diesmal ein 1:7 verhinderten. Wobei man das Gefühl hatte, dass ein ähnliches Ergebnis hätte herausspringen können, wenn man denn gewollt hätte. Aber ein 2:0 reichte auch, um über andere Themen zu reden.

Zum Beispiel über Thomas Müllers blaues Auge, das er sich im Zweikampf mit Mitspieler Mario Mandzukic holte. "Jetzt brauche ich eine Sonnenbrille", witzelte Müller, der das 1:0 Riberys noch vorbereitete. Beim Oktoberfest-Treffen der Mannschaft wird Müller dabei sein - im Gegensatz zu Aufsichtsratschef Uli Hoeneß, der "leider absagen" musste.

Vielleicht wäre die Anwesenheit des Bayern-Bosses gar nicht so unwichtig - alleine schon, um zu kontrollieren, ob seine Angestellten Jupp Heynckes und Matthias Sammer auch wirklich herzlich genug anstoßen, wenn die Wiesn-Maß serviert wird. Im Einklang sprach man darüber, dass alle Differenzen geklärt seien zwischen den Parteien Trainer und Sportvorstand.

Die besten Bilder des 7. Spieltags
 

Man lasse sich nicht "auseinanderdividieren", sagte Heynckes. Dass er bei den beiden Ribery-Toren sehr demonstrativ gemeinsam mit Sammer gefeiert habe, wollte der Bayern-Coach nicht wahr haben: "Wer mich kennt, weiß, dass ich so etwas überhaupt nicht mag. Auf der Trainerbank bin ich ja eigentlich immer sehr zurückhaltend. Wenn ich sage, dass wir uns gut verstehen und optimal zusammenarbeiten, dann ist das so! Das ist nicht aufgesetzt, das ist die Wahrheit."

Auch Karl-Heinz Rummenigge bat darum, dass man den "Kleinkrieg in den Medien" beenden solle, da man ein gutes Gespräch geführt und alle Unstimmigkeiten ausgeräumt habe. Dass sich ausgerechnet Rummenigge selbst im Stadionheft nochmals auf die Seite Sammers schlug, wollte der Vorstandsvorsitzende nicht kommentieren und forderte stattdessen "Harmonie".

Die ist nach dem siebten Sieg im siebten Spiel gegeben, sodass der Ausrutscher bei BATE Borissow in der Champions League schon wieder in Vergessenheit geraten ist. "Es war nach der Niederlage im letzten Spiel wichtig zu gewinnen. So eine Niederlage kann passieren, aber wir haben gut reagiert", sagte Ribery.

Chefstreit beigelegt, BATE vergessen, Sonnenbrille gefunden - war da noch was? Oh ja. Da ist die Sache mit dem Rekord der sieben Siege zum Start. Jedes Mal, wenn in der Bundesliga ein Team zum Start so oft gewann, hieß am Ende der Meister Borussia Dortmund. Macht man sich da etwa Sorgen? "Nein", sagt Hoeneß. "Wir haben jetzt 21 Punkte. Das ist die einzig wichtige Statistik."

Bayern - Hoffenheim: Daten zum Spiel

Aus der Allianz Arena berichtet Fatih Demireli

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Wer setzt sich in der Relegation durch und spielt nächste Saison in der Bundesliga?

1899 Hoffenheim
1. FC Kaiserslautern
34. Spieltag

Ohne Gegenwehr den Start-Rekord eingestellt. Bayerns Gegner Hoffenheim war zu harmlos, so dass man über andere Themen reden konnte. Und von diesen gibt's in München zu Genüge.

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