Mittwoch, 26.09.2012

Bundesliga - 5. Spieltag

Stevens: "Die haben keine Ahnung von Fußball"

Nach dem 3:0 (1:0) des FC Schalke 04 gegen seinen FSV Mainz 05 fand Thomas Tuchel "das Alles etwas paradox". Bei seiner Spielanalyse hielt der Mainzer Trainer einen rhetorisch feinen Vortrag. Der 39-Jährige lobte sein Team für gute Balleroberungen, eine mutige Spielweise, viel Ballkontrolle und sprach von seiner "totalen Zufriedenheit mit der mannschaftlichen Leistung".

Huub Stevens kritiesierte nach dem Sieg gegen Mainz die Schalke-Fans
© Getty
Huub Stevens kritiesierte nach dem Sieg gegen Mainz die Schalke-Fans

Tuchels wunderbares Referat geriet ein wenig länger. Dann war Kollege Huub Stevens an der Reihe, der 20 Berufsjahre mehr auf dem Buckel hat und anders als Konzepttrainer Tuchel zur alten Trainer-Schule gehört. "Wir haben nicht so gut gespielt, aber gewonnen. Und das ist wichtig. Wie heißt es doch so schön: Drei Punkte geholt, Mund abputzen und weitermachen", sagte der Niederländer. Knapper ging es kaum.

Während des Spiels war Stevens wütend vor der Trainerbank herumgeturnt, einmal hatte er die Bande mit einem Tritt traktiert. Es lief einfach nicht gut. Mainz war fußballerisch besser, und nicht nur Tuchel fand das Ergebnis ziemlich paradox. Aber drei Tore fielen für Schalke. Dem ersten Treffer durch einen von Jefferson Farfan vollstreckten Foulelfmeter (21.) folgten zwei weitere von Lewis Holtby (81.) und Teemo Pukki (89.).

"Das war ein dreckiger Sieg. Wir haben keinen guten Fußball gespielt", sagte Holtby. Aber wichtiger war den Schalkern, dass sie nach dem ernüchternden 0:2 gegen die Bayern in die Erfolgsspur zurückgekehrt waren: Am Freitag beim Topduell des Westens bei Fortuna Düsseldorf kann der Platz in der Spitze vor dem Rivalen Dortmund weiter gefestigt werden.

Stevens über Pfiffe der Fans verärgert

Den Zuschauern in dem erstmals seit langem nicht ausverkauften Stadion - bei 59.000 Besuchern blieben rund 2.500 Plätze unbesetzt - gefiel die Vorstellung trotz des dritten Saisonsiegs nicht. Viele Fans pfiffen in der zweiten Halbzeit. Stevens reagierte verstimmt. "Kompliment an die Nordkurve, die haben nicht gepfiffen. Aber die anderen, die haben scheinbar keine Ahnung von Fußball", brummte der 58-Jährige, der seinen Frust mit den kleinen Wutanfällen anders als die Zuschauer ausleben durfte.

Benedikt Höwedes, der den Elfmeter gegen Junior Diaz herausgeholt hatte, konnte die unwirschen Reaktionen des Publikums nachvollziehen. "Das war kein glanzvoller Sieg, das wissen wir", sagte der Kapitän. Tatsache war aber auch, dass die Schalker nach den Pfiffen ihre Bemühungen verstärkten und besser spielten.

In Mainz hat die Saison noch einmal neu begonnen

Vieles sprach für die Gäste aus Rheinhessen. Es war fast das alte Mainz, das auf dem Platz agierte, nachdem am Samstag mit dem 2:0 gegen Augsburg der erste, befreiende Sieg gelungen war. "Wir haben uns gesagt, wir fangen die Saison neu an", erklärte Tuchel. Doch letztlich fehlte das Entscheidende. "Uns haben aber die Durchschlagskraft und die Gier gefehlt, um gegen eine so individuell klasse besetzte Mannschaft wie Schalke zu punkten", sagte der Mainzer Coach.

Auch Ivan Klasnic, der in der 75. Minute zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz seit Mai 2008 kam, half nicht. Vorher hatten Adam Szalai und Nikita Rukavytsya im Sturm mangelhaft gearbeitet. Und von den guten Mittelfeldspielern wie Andreas Ivanschitz oder Elkin Soto ging nicht genug Gefahr für das Schalke-Tor aus. "Ich hätte lieber ein Scheißspiel gemacht und drei Punkte mitgenommen", sagte Eugen Polanski.

Doch Tuchel sah das anders: "Wir können uns nicht zu sehr vom Ergebnis abhängig machen." Sich als klarer Verlierer aber wie ein Sieger fühlen, das fand der Fußball-Lehrer dann doch paradox: "Wir spielen in der Liga total auf Ergebnis." Ein 0:3 bleibt, auch mit schönen Worten garniert, ein 0:3.

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