Bundesliga - 5. Spieltag

BVB-Defensive nicht meisterlich

SID
Mittwoch, 26.09.2012 | 12:11 Uhr
Sechs Gegentreffer in zwei Spielen - Meister Borussia Dortmund ist bedient
© Getty
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Marcel Schmelzer konnte die Aufregung nicht ganz verstehen. "Wir haben 3:3 beim Zweiten gespielt. Warum soll das ein rabenschwarzer Abend gewesen sein?", fragte der Linksverteidiger. Sein Trainer gab ein paar Minuten später bei der Pressekonferenz die Antwort. "Wir haben die drittmeisten Gegentore der Liga - das ist eine Scheiß-Statistik", sagte Jürgen Klopp.

Dazu muss der auswärts weiter sieglose BVB vor allem seine bedenklichen Nachlässigkeiten in der Abwehr abstellen. "Wenn du 2:0 führst, darfst du nicht ausgekontert werden. Das ist uns zweimal passiert. Das ist nicht wahnsinnig gut. Wir müssen unsere Angriffe besser absichern", erklärte Klopp und weiß: "Wir haben ein bisschen was zu tun, keine Frage."

Zorc ging insbesondere mit der Defensive um die deutschen Nationalspieler Mats Hummels und Schmelzer ins Gericht: "Das war wild. Wenn man vorne den Ball verliert, muss es hinten noch lange nicht einschlagen."

Klopp weist Überheblichkeit zurück

Zu denken geben nicht nur die drei Gegentore. Fraglich ist nach der Aussage von Schmelzer auch, ob die Spieler den Ernst der Lage erkannt haben. Doch von einer mangelnder Einstellung will Klopp nichts wissen. "Ob wir überheblich sind? Nein! Die Spieler machen Fehler, aber sie geben bis zum Schluss alles", sagte Klopp und fügte hinzu: "Man sollte jetzt nicht über diese Mannschaft herfallen."

Die Fehler werde man trotz der Schlag auf Schlag folgenden Spiele in der Bundesliga und Champions League beheben. "Wir haben dazu nicht 40 Trainingseinheiten zur Verfügung, aber die sind auch nicht nötig", sagte Klopp, dem im Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach ein Platz auf der Tribüne droht.

Denn in der Schlussphase hatte sich der 45-Jährige nach Ansicht von Schiedsrichter Florian Meyer zu heftig über die Frankfurter Gangart beschwert und war von der Trainerbank verwiesen worden. "Ich habe nur gesagt: das war ein Foul, das war ein Foul, das war ein Foul. Das scheint zu viel gewesen zu sein", erklärte Klopp.

Reus-Einsatz wohl nicht gefährdet

Immerhin wird Marco Reus gegen Gladbach wohl einsatzfähig sein. Der Nationalspieler war zur Halbzeit angeschlagen vom Platz gegangen und gegen Mario Götze ausgewechselt worden. Die Diagnose am Mittwoch: Kapseldehnung im linken Sprunggelenk.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der BVB durch Lukasz Piszczek (24.) und das zweite Saisontor von Reus (28.) deutlich geführt. Doch Stefan Aigner (49.) und der Japaner Takashi Inui (51.) bestraften die Unaufmerksamkeiten des BVB zu Beginn der zweiten Halbzeit gnadenlos. Nach der erneuten Führung durch Mario Götze (54.) glich Bamba Anderson (73.) zum 3:3 aus. "Ich weiß nicht wie das passieren konnte", sagte Schmelzer ratlos.

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Zorc: Bayern "nicht unsere Blickrichtung"

Den Rückstand von sieben Punkten auf die Bayern wollten die Spieler und Verantwortlichen des BVB nicht kommentieren. "Das ist nicht unsere Blickrichtung. Rechnen sollen andere", sagte Zorc. Doch klar ist auch: Gegen Gladbach ist ein Sieg Pflicht, um nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Solche Sorgen hat die Eintracht nach 13 Punkten aus fünf Spielen nicht. Unbekümmert und mit großer Moral verdienten sich die Frankfurter Spieler in der zweiten Halbzeit das Remis und tanzten noch lange nach dem Schlusspfiff vor den Fans auf dem Platz. "Ich habe meiner Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie etwas machen soll. Dass es egal ist, wenn wir 0:5 verlieren. Dass beim Anschlusstreffer noch alles möglich ist", sagte Trainer Armin Veh und brachte damit den Offensivgeist der Hessen sichtbar noch einmal in Schwung.

Mit forschen Auftreten und mutigem Angriffsspiel wirbelt die Eintracht die Liga weiter durcheinander und bleibt vor dem nächsten Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg Bayern-Jäger Nummer eins. Ein großes Kompliment gab es vom Ex-Frankfurter Jan-Age Fjörtoft: "Eintracht hat wie ein deutscher Meister gespielt."

Dabei orientieren sich die Frankfurter an Dortmund. "Wir haben uns im Trainingslager vor der Saison ein paar Spiele des BVB angeschaut. Wir wollen versuchen, offensiv auch ein bisschen so zu spielen wie Dortmund", sagte Veh. Das gelang der Eintracht im zweiten Durchgang mit Bravour. "Für mich ist Dortmund aber nach wie vor die beste Mannschaft Deutschlands. Sie werden nicht mehr viele Spiele verlieren", fügte Veh hinzu. Diese Einschätzung war für den BVB wohl nur ein schwacher Trost.

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