Bundesliga - 4. Spieltag

Das Murmeltier ist aufgewacht

Von Fatih Demireli
Samstag, 22.09.2012 | 21:39 Uhr
Thorsten Fink feiert den ersten Saisonsieg des Hamburger SV
© Getty
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Mit einer beeindruckenden Einstellung und einem bärenstarken Torhüter im Rücken holte der Hamburger SV seinen ersten Saisonsieg - und das ausgerechnet gegen Borussia Dortmund, das sich anschickte einen Uralt-Rekord der Hanseaten zu brechen. Jürgen Klopp fand deutliche Worte, war aber dennoch weit weg davon, alles in Frage zu stellen.

Ernst Happel hatte also fast zwei Wochen Zeit, seine Mannschaft nach der Braunschweiger Pleite auf Vordermann zu bringen.

Beim Gastspiel gegen Borussia Dortmund, es war der 30. Januar 1982, lief aber erst einmal wieder alles gegen die Hamburger. Erdal Keser (17.) und Manfred Burgsmüller (40.) schossen den BVB zur klaren Führung.

Die nächste Pleite? Nein. Happel brachte zur Pause Stürmer Jürgen Milewski für den Strategen Franz Beckenbauer und die Aufholjagd konnte beginnen.

BVB kurz vor dem Rekord

Lars Bastrup (51., 65.) sowie Horst Hrubesch (82.) drehten die Angelegenheit vor 51.000 Zuschauern im Westfalenstadion. Der 3:2-Sieg muss dem HSV so einen Auftrieb gegeben haben, dass man in dieser Saison nicht nur Meister wurde, sondern auch die folgenden 35 Spiele nicht mehr verlor. Ein Rekord, der bis heute nicht mal ansatzweise eingestellt werden konnte.

Am Samstagnachmittag hat der HSV nun erneut gegen den BVB mit 3:2 gewonnen. Gegen einen Gegner, der den besagten Uralt-Rekord ernsthaft in Angriff nahm und von diesem nur noch fünf Spiele entfernt war.

Der HSV hat nicht nur seinen ersten Saisonsieg gefeiert, sondern auch einen Rekord behalten, der an gute alte Zeiten erinnert hat. Doch das war in Hamburg zweitrangig. "Unabhängig von irgendwelchen Serien und Rekorden ist uns ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen", sagte Marcell Jansen.

Es müssten gleich mehrere gewaltige Steine gewesen sein, so groß war der Jubel im Anschluss der Partie bei den Hamburgern. Spieler und Trainer stürmten auf den Rasen, die anderen lagen sich in den Armen, während auf der Tribüne selbst Sylvie van der Vaart in pure Begeisterung verfiel.

"Mannschaft hat das Vertrauen gefehlt"

"Wir haben ein tolles Spiel gemacht, klasse nach vorne gespielt. Das war das richtige Spiel zum richtigen Augenblick", lobte Thorsten Fink. Es war vor allem die richtige Einstellung. Den Willen konnte man dem HSV auch in den letzten Spielen nicht absprechen. Gegen den Meister war die demonstrative Geilheit auf den Sieg aber deutlich spürbar.

"Die Mannschaft kann viel. Ihr hat nur das Vertrauen gefehlt. Heute war es da. Jeder Einzelne hat gekämpft und dann kann man auch gewinnen", sagte Rafael van der Vaart, der zwei Tore vorbereitete und genauso wie Heung-Min Son zu den Garanten des ersten Bundesliga-Sieges seit April 2012 zählte.

Hauptanteil hatten aber weder der Doppeltorschütze noch der zweifache Assistgeber, sondern Rene Adler, der besonders in der Schlussphase sein ganz persönliches Duell mit dem BVB hatte. 26 Mal schoss Dortmund aufs Tor, davon mehrere Hundertprozentige, die Adler vereitelte. Ganz stark seine Reaktionen in den Situationen gegen Jakub Blaszczykowski oder Julian Schieber, die frei vor Adler auftauchten.

Adler bärenstark

"Ich habe meinen Teil zum Sieg beigetragen, aber das wichtigste war, dass wir endlich angefangen haben zu gewinnen", so Adler, für den es der erste Pflichtspielsieg im Hamburger Trikot war.

Gefeiert wurde beim HSV nur dieser. "Ich habe mich gefühlt wie bei ‚Täglich grüßt das Murmeltier'", sagte Trainer Fink. Jede Woche ein weiterer Rückschlag, jede Woche die Aufgabe, neuen Mut zu schöpfen, aber jede Woche dann doch ein erneuter Rückschlag. Damit ist jetzt Schluss, denn das Murmeltier ist endlich aufgewacht.

Auch weil Fink die richtige Idee hatte: "Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwierig es ist, nach so einem Champions-League-Abend wie ihn der BVB hatte, am Wochenende gegen eine Mannschaft anzutreten, die in der Liga unten drin steht. Wir wollten daher von Anfang an Druck machen, um sie auf dem falschen Fuß zu erwischen", so Fink. Der Plan ging auf, denn Dortmund verpennte die Anfangsphase völlig.

"Wir haben nicht griffig angefangen. Das erste Gegentor passte zur Anfangsphase", kritisierte Jürgen Klopp. "Wir haben trotzdem über 90 Minuten das Spiel bestimmt, aber über 90 Minuten auch nie gut verteidigt. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, hätten wir 5:3 gewonnen."

Letzte BVB-Pleite: September 2011

Klopp war aber weit weg davon, seine Mannschaft in Grund und Boden zu vernichten, weil sie erstmals seit dem 18. September 2011, also fast genau auf den Tag vor einem Jahr, verloren hat.

"Wenn man so lange so erfolgreich waren wie wir, kann ich mich nicht hinstellen und die Dinge so kritisieren, wie man sie eigentlich kritisieren müsste", so Klopp, fand aber dennoch die eine oder andere deutliche Ansage.

"Die Anfangsphase war schon richtig scheiße. Wir haben gesagt, dass der Gegner händeringend darum kämpft, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Da sitzt man draußen und fragt sich: Wo waren die denn eben in der Sitzung?" Das fragte sich damals sicher auch Branko Zebec, Trainer der BVB-Mannschaft 1982.

Hamburg - Dortmund: Daten zum Spiel

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