Sonntag, 16.09.2012

Bundesliga - 3. Spieltag

Japaner Hiroshi Kiyotake macht den Unterschied

Als die Frage nach dem Grund für den gelungenen Nürnberger Saisonstart aufkam, zögerte Hanno Balitsch nur einen kurzen Moment. "Das Pokalaus gegen Havelse war ein Schuss vor den Bug zum richtigen Zeitpunkt", sagte er.

Hiroshi Kiyotake (r.) erzielte den entscheidenden Treffer für den 1. FC Nürnberg
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Hiroshi Kiyotake (r.) erzielte den entscheidenden Treffer für den 1. FC Nürnberg

Während seine Teamkollegen in der Kabine den 3:2 (2:1)-Sieg bei Borussia Mönchengladbach lautstark feierten, sang Balitsch ein Loblied auf Matchwinner Hiroshi Kiyotake. "Er ist kaum da und schon mittendrin. Er hat überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten und tut unserem Spiel unheimlich gut", sagte Balitsch.

Auch Trainer Dieter Hecking war voll des Lobes für den Japaner, der das "sehr, sehr gute Auswärtsspiel" mit zwei Vorlagen und dem Siegtreffer entscheidend prägte. "Er macht in unserem Spiel, in dem wir noch nicht die spielerische Leichtigkeit haben wie andere Vereine, mal etwas, bei dem man mit der Zunge schnalzen kann."

Diese Leichtigkeit erreicht die Borussia in dieser Saison noch nicht. Doch gegen Nürnberg hatten die Gladbacher keinen, der wie Kiyotake den Unterschied machte. "Ich habe aber auch positive Sachen gesehen. Es war gut manchmal", sagte Trainer Lucien Favre.

Gladbachs Frust sitzt tief

Aber eben nur manchmal. Umgekehrt gesagt also zu selten, um sich nebenbei auch Selbstvertrauen für das erste Gruppenspiel in der Europa League am Donnerstag bei AEL Limassol zu holen. Darüber sprechen wollten sie noch nicht wirklich, zu tief saß der Frust über eine Niederlage, die so unnötig wie unglücklich war. "In einer Saison kann man mal solch ein Spiel haben. Man sollte aber nicht zu viele davon haben", sagte Gladbachs Abwehrspieler Martin Stranzl. Granit Xhaka, Torschütze zum 2:2 (53.), sah vor allem zu viele Fehler.

"Es waren wieder drei eigene Fehler und nicht, dass Nürnberg hier drei Traumtore gemacht hat", sagte der Schweizer, der mit Tolga Cigerci tauschte und von der Sechs auf die Zehn rückte. Und bewies, dass er als Spielmacher eine weitere Variante für das bisweilen lahmende Offensivspiel der Fohlen sein könnte.

Während die Borussia also weiter nach der richtigen Mischung sucht, hat Nürnbergs Trainer Dieter Hecking offenbar das Rezept gefunden. "Wenn man hier gewinnen will, braucht man auch ein wenig Glück", sagte er. Gepaart mit "Leidenschaft und Charakter" (Balitsch) hat sich der Club mit sieben Punkten aus drei Spielen nach dem peinlichen Aus im DFB-Pokal beim Viertligisten Havelse in der Bundesliga erst einmal oben festgesetzt.

Die Stärke des FCN, die Standards, ist aber auch zugleich die Schwäche, denn aus dem Spiel heraus gelang bislang erst ein Treffer. "Wir lassen den Sieg jetzt erst einmal sacken", sagte Hecking, der bei seiner Analyse aber auch nicht den Gegner vergaß. "Wenn Luuk de Jong den Ball am Ende reingemacht hätte, wäre ich wahrscheinlich auch applaudierend von der Trainerbank aufgesprungen." In der Stunde des Sieges kam Hecking das natürlich leicht über die Lippen.

Die Top-Torjäger der Bundesliga-Saison 2012/13
Rang 1: Stefan Kießling von Bayer Leverkusen (25 Tore)
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Rang 1: Stefan Kießling von Bayer Leverkusen (25 Tore)
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Rang 2: Robert Lewandowski von Borussia Dortmund (24 Tore)
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Rang 2: Robert Lewandowski von Borussia Dortmund (24 Tore)
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Rang 3: Alexander Meier von Eintracht Frankfurt (16 Tore)
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Rang 3: Alexander Meier von Eintracht Frankfurt (16 Tore)
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Rang 4: Vedad Ibisevic vom VfB Stuttgart (15 Tore)
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Rang 4: Vedad Ibisevic vom VfB Stuttgart (15 Tore)
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Rang 4: Mario Mandzukic von Bayern München (15 Tore)
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Rang 4: Mario Mandzukic von Bayern München (15 Tore)
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Rang 6: Marco Reus von Borussia Dortmund (14 Tore)
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Rang 6: Marco Reus von Borussia Dortmund (14 Tore)
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Rang 7: Adam Szalai vom FSV Mainz 05 (13 Tore)
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Rang 7: Adam Szalai vom FSV Mainz 05 (13 Tore)
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Rang 7: Thomas Müller von Bayern München (13 Tore)
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Rang 7: Thomas Müller von Bayern München (13 Tore)
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Rang 9: Artjoms Rudnevs vom Hamburger SV (12 Tore)
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Rang 9: Artjoms Rudnevs vom Hamburger SV (12 Tore)
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Rang 9: Heung-Min Son vom Hamburger SV (12 Tore)
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Rang 9: Heung-Min Son vom Hamburger SV (12 Tore)
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Rang 9: Mame Diouf von Hannover 96 (12 Tore)
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Rang 9: Mame Diouf von Hannover 96 (12 Tore)
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De Jong sieht das Positive

Denn wie schmal der Grat zwischen "Hero und Zero" ist, stellte ausgerechnet de Jong unter Beweis. Vor seinem zweiten Pfostentreffer der Marke "Fast-Tor des Jahres" lag der Niederländer zunächst quer in der Luft, danach aber einmal mehr auf dem Boden, hob die Hände und schüttelte den Kopf.

Tippspiel

Er hatte sein Tor zwar gemacht und die Aufholjagd damit eingeleitet (45.), zum Helden des Tages fehlten in der 87. Minute jedoch nur Zentimeter. Der 12-Millionen-Einkauf sah aber in erster Linie das Positive: Flanken. "Wir haben darüber gesprochen, vor und auch während des Spiels. Und es waren gute Flanken dabei", sagte de Jong.

In der Tat: Erstmals in dieser Saison konnte der 22-Jährige sein Potenzial nicht nur andeuten, als ihm die Bälle im Strafraum endlich mal um die Ohren flogen. "Mir ist es ganz egal, ob er Tore macht", sagte Favre. Wichtig sei, dass die Mannschaft Chancen kreiere. Der Rest komme ganz automatisch. Trotzdem betonte Favre noch einmal, dass es eine extrem schwere Saison werde. Mit dem neuen Zusatz: "Das kann ich ihnen garantieren". Ob es nun schwer werde, wieder in den Europapokal einzuziehen oder der Blick gar weiter nach unten gerichtet werden müsse? Das führte der Schweizer (noch) nicht weiter aus.


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