Sonntag, 02.09.2012

Bundesliga - 2. Spieltag

Hannover schießt die Wölfe ab

Herber Dämpfer für den VfL Wolfsburg: Die Mannschaft von Trainer Felix Magath verlor am 2. Bundesliga-Spieltag das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 mit 0:4 (0:2).

Die Spieler von Hannover bejubeln den Führungstreffer durch Karim Haggui (3.v.r.)
© Getty
Die Spieler von Hannover bejubeln den Führungstreffer durch Karim Haggui (3.v.r.)

Die erste Heimniederlage gegen den Nachbarn und Konkurrenten um die Europacup-Plätze seit dem 15. September 2006 (1:2) war selbst in dieser Höhe verdient, denn Wolfsburg präsentierte sich eine Woche nach dem Auftaktsieg beim VfB Stuttgart (1:0) im Abwehrverhalten erschreckend schwach.

"Wir haben im Spiel nach vorn vieles richtig gemacht. Unser Kader ist einfach sehr ausgeglichen besetzt, und es ist ein schönes Gefühl, mit vier Punkten in die Länderspielpause zu gehen", sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka.

Magath: "Team verkrampft"

Sein Pendant Magath erklärte: "Ich muss mich bei unseren Fans entschuldigen. Wir hatten uns viel vorgenommen, doch die Mannschaft ist im Bemühen, einen guten Saisonstart hinzulegen, verkrampft. Wir waren Hannover von Beginn an unterlegen. Das war ein bitterer Nachmittag."

Karim Haggui (10. Minute) und Artur Sobiech (26.) nutzten die Fehler schon vor der Pause gnadenlos aus und stellten mit ihren Toren die Weichen für den ersten Saisonsieg der Hannoveraner. Ein Doppelschlag kurz nach der Pause zerstörte vor 29.450 Zuschauern alle Gedanken an eine Wende: Erst köpfte Leon Andreasen (52.) nach einem Eckball unbedrängt zum 0:3 ein, vier Minuten später war Sobiech (56.) mit dem Kopf zur Stelle.

Obendrein musste der erst zur Pause eingewechselte Robin Knoche in der 65. Minute mit Gelb-Rot nach Foulspiel schon wieder vom Platz.

Die Männer von Trainer Mirko Slomka, die mit einem Remis gegen Schalke 04 (2:2) gestartet waren, hatten erst am Donnerstag gegen Slask Wroclaw (5:1) in überzeugender Manier den Einzug in die Gruppenphase der Europa League geschafft und unterstrichen nun gegen allerdings desolate Wolfsburger ihre gute Form.

Diego müht sich vergeblich

Bei Wolfsburg lief es dagegen überhaupt nicht rund, auch wenn sich Spielmacher Diego vor allem in der ersten Halbzeit als Ballverteiler redlich mühte. Torgefährlich war der VfL nur selten. Die beste Gelegenheit hatte Ivica Olic in der 23. Minute nach schönem Pass von Diego, der Zugang von Bayern München hämmerte den Ball aber weit über das Gehäuse.

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Für die in der Defensive insgesamt sehr sicheren Hannoveraner war es nach insgesamt sechs Auswärtsniederlagen auf fremden Plätzen am Ende der vergangenen Saison der erste Dreier. In der Derbybilanz mit dem VfL durften die 96er über den erst zweiten Auswärtserfolg in der elften Partie jubeln.

Einladung zum Toreschießen

Der überragende Mann auf dem Platz war Hannovers Neuzugang Szabolcs Huszti , der alle vier Treffer der Gäste vorbereitete.

Doch die Wolfsburger luden den Gast auch zum Toreschießen förmlich ein. Nach einem Eckball von Huszti war Haggui am kurzen Pfosten unbedrängt zum Kopfball gekommen - 0:1. Die frühe Führung war verdient, denn schon zuvor hatten Kapitän Steven Cherundolo (Außennetz) und Lars Stindl (Flachschuss nach Naldo-Fehler) Schwächen in der für diese Saison neu formierten VfL-Abwehr um ein Haar genutzt.

In der 26. Minute leistete sich dann Josue bei seinem Saison-Einstand einen katastrophalen Fehlpass. Sergio Pinto spielte schnell auf Jan Schlaudraff, der schickte Huszti steil und dessen Ablage brauchte der Pole Sobiech nur einschieben. In der Abwehrzentrale hinterließen die Neuverpflichtungen Naldo und Emanuel Pogatetz gegen seinen Ex-Verein keinen sicheren Eindruck. Pogatetz wurde von seinen einstigen Fans mit Pfiffen bedacht, vor allem nach einem bösen Foul an Pinto.

Knoche wurde bestraft

Magath hatte lediglich zwei Änderungen in der Startaufstellung gegenüber der Stuttgart-Partie vorgenommen. Der Brasilianer Josue rückte für Knoche ins Mittelfeld, das VfL-Eigengewächs durfte dann ab der Halbzeit ran - und wurde für seine Fouls schnell bestraft. Vieirinha lief für Ashkan Dejagah auf, der erst am Freitag zum englischen Erstligisten FC Fulham gewechselt war.

Bei den Hannoveranern standen gegenüber der Donnerstag-Partie gegen Wroclaw Christian Schulz, Manuel Schmiedebach und Mohammed Abdellaoue nicht in der Anfangsformation. Neu kamen dafür Sergio Pinto, Konstantin Rausch und Artur Sobiech in die Mannschaft.

Wolfsburg - Hannover: Daten zum Spiel


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