Saisonvorschau: Hamburger SV

Es ist Vorsicht geboten!

Von Stefan Rommel
Freitag, 17.08.2012 | 22:51 Uhr
Trainer Thorsten Fink (r.) und der Hamburger SV stehen vor einer schwierigen Saison
© Getty
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna

In den Tagen vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison stellt SPOX alle 18 Klubs in einer Vorschau-Serie vor - mit allen Transfers, Hintergründen und der Saison-Prognose. Diesmal: Der Hamburger SV.

Die letzte Saison wurde beinahe zum Desaster, am Ende rettete sich der HSV noch auf Rang 15. Jetzt will der Klub vom ersten Spieltag an erst gar nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Dafür wurde ein sanfter Umbruch im Kader bewerkstelligt.

Das ist neu

Auf dem Papier hat der HSV zwei knallige Zugänge zu verzeichnen. Ex-Nationalkeeper Rene Adler (von Bayer Leverkusen) und Artjoms Rudnevs (von Lech Posen) sollen die Qualität des Kaders merklich stärken.

Adler hat in der Vorbereitung schon gezeigt, dass er nach langwierigen Verletzungspausen wieder auf dem Weg zu alter Stärke ist und ein Gewinn für den HSV werden kann - obwohl die Position des Torhüters nach Jaroslav Drobnys gelungener Rückrunde eigentlich nicht die dringlichste Baustelle dargestellt hat.

Rudnevs, mit 22 Toren zuletzt Schützenkönig der polnischen Liga und immerhin rund 3,5 Millionen Euro teuer, soll vorne drin Paulo Guerrero ersetzen, der für fünf Millionen nach Brasilien abgewandert ist. Der Lette hatte in der Vorbereitungsphase aber noch einige Probleme, sich anzupassen.

Dazu kommen Rückkehrer Maxi Beister (von Fortuna Düsseldorf) und Milan Badelj von Dinamo Zagreb. Der wird allerdings erst ab frühestens Ende August zum HSV stoßen. Davor darf er noch mit dem abgebenden Verein die Qualifikation zur Champions League spielen.

Im Hintergrund hat sich Sportdirektor Frank Arnesen von seiner viel gerügten Strategie losgesagt, er sehe sich nur bei seinem Ex-Klub Chelsea nach Spielern um. Waren es damals fünf Akteure, die er von einem Verein loseiste, hat sich Arnesen diesmal breiter gefächert positioniert. Unter anderem holt Arnesen den umworbenen Hakan Calhanoglu an die Elbe.

Arnesen hat das letzte Jahr viel lernen dürfen und müssen, sein Portfolio aufgebessert und wichtige Kontakte geknüpft. Allerdings muss Arnesen auch weiter für die finanziellen Verfehlungen der Vergangenheit büßen.

Nicht eben reibungslos war das Verhältnis zu Trainer Thorsten Fink, besonders in Transferangelegenheiten. Arnesen, der den weitsichtigen Blick für den Verein haben muss, wollte den Umbruch radikaler als Fink, der nicht jeden Abgang so unterschrieben hätte.

Die finanzielle Lage des Klubs macht die Arbeit für beide aber schwer. Der HSV ist deutschlandweit wohl der Klub mit dem größten schlummernden Potenzial. Das wird vorerst auch so bleiben.

Die Taktik

Fink hat ein 4-2-3-1 installiert. Das grundsätzliche Vorgehen mit den beiden hochstehenden Außenverteidigern bei eigenem Ballbesitz soll bestehen bleiben, einer der beiden defensiven Mittelfeldspieler holt den Ball tief in der eigenen Hälfte ab und gestaltet den Spielaufbau. Unter anderem deshalb auch Finks vehemente Forderung nach einem spielstarken Sechser, den er mit Badelj bekommen haben dürfte.

"Wir wollen die Zuschauer begeistern, wollen schneller und weniger zurückspielen", gibt Fink das Ziel aus. In der Theorie hört sich das vielversprechend an. Die Umsetzung in die Praxis bereitet aber immer noch einige Probleme.

Bei Ballverlust ist das Gros der Mannschaft weit aufgerückt, der Gegner wird förmlich zu Kontersituationen in Gleich- oder Überzahl eingeladen. Rudnevs ist nach einer mäßigen Vorbereitung im Ranking hinter Marcus Berg gefallen, der vorne die einzige Spitze geben soll.

Mit Beister (rechts) und Jansen (links) soll das Flügelspiel schneller werden - wenn schon in der Kreativoffensive im Mittelfeld ein Loch klafft. Tolgay Arslan soll da Abhilfe schaffen. Mehr als ein paar Tore in Testspielen hat der Youngster aber bisher nicht vorzuweisen.

Neben den harten Fakten setzt Fink besonders darauf, dass seine Mannschaft wieder bei Null anfangen darf. "Wir arbeiten jetzt länger zusammen, können Dinge einstudieren", sagt Fink und hofft: "Ohne den Druck des Abstiegskampfs können wir wieder befreiter aufspielen."

Das setzt allerdings einen mehr oder weniger gelungenen Start voraus. Eine ähnliche Anfangsphase wie in der abgelaufenen Saison würde Finks Gedanken schnell ad absurdum führen.

Der Spieler im Fokus

Rene Adler hat sich eine Luftveränderung verschrieben. In Leverkusen war früh klar, dass es für ihn an Bernd Leno kein Vorbeikommen mehr geben würde. Also kam der Kontakt mit dem HSV schon sehr früh zustande, der Wechsel wurde bereits im Frühjahr realisiert.

"Ich bin geil darauf, ein Teil des HSV zu sein", sagt Adler. Er gilt als Hoffnungsträger einer neu formierten und strukturierten Mannschaft, der Führungspersönlichkeiten wie David Jarolim oder überdurchschnittliche Spieler wie Mladen Petric, Paulo Guerrero oder Gökhan Töre abgehen.

Adler sieht den HSV als Chance für einen Neustart und man darf es ihm abnehmen, dass er seinem neuen Klub nicht nur aus Pflichtbewusstsein ein "enormes Potenzial" bescheinigt. Dem 27-Jährigen ist aber auch bewusst, dass es keine einfache Saison werden könnte. Also nutzt er seine natürliche Autorität schon in den ersten Spielen und geht neben Kapitän Heiko Westermann lautstark voran.

Für Adler, der innerhalb von zwei Jahren komplett aus dem Fokus der Nationalmannschaft verschwunden ist, ist der HSV gleichzeitig auch eine neue und vielleicht letzte Chance, noch einmal ins jugendhafte Treiben in der Torhüterfrage einzugreifen.

Das Interview

SPOX: Sie sprechen wie ein Leader. Genau die Rolle, für die Thorsten Fink Sie vorgesehen hat. Wie sehr freuen Sie sich über die positiven Aussagen des Trainers?

Michael Mancienne: Es gab positive Aussagen? Das wusste ich gar nicht. Ich bin noch dabei, Deutsch zu lernen, und verstehe daher keine deutschen Berichte. Ich sollte wohl noch schneller lernen, um die Artikel lesen zu können. Ich weiß natürlich, dass mich der Trainer schätzt und mir eine wichtige Rolle zutraut. Das gibt mir sehr viel Selbstvertrauen. Ich werde mich für den Coach zerreißen!

SPOX: Zweitligist Wolverhampton, trainiert von Stale Solbakken und mit Ambitionen auf die Premier League, soll fünf Millionen Euro für Sie geboten haben. War das verlockend?

Mancienne: Ich liebe den HSV, die Fans, die gesamte Stadt. Jeder ist gut zu mir. Daher fühle ich mich Hamburg moralisch verpflichtet. Ich wäre sogar in die Zweite Liga mitgegangen, wenn wir letztes Jahr abgestiegen wären. Warum sollte ich also wechseln?

Hier geht's zum kompletten Interview mit Michael Mancienne!

Die Prognose

Es gab Sommerpausen, da hat der Hamburger SV einen Gegner nach dem anderen vom Platz gefegt - und dann zum Start der Pflichtspielsaison doch nur mittelmäßige Leistungen abgerufen. Die Fallhöhe ist diesmal garantiert nicht gegeben. Zwei sportlich unbedeutenden Turniersiegen stehen einige Testspiele mit fragwürdigen Vorstellungen gegenüber.

Besonders auffällig dabei, dass das Offensivspiel enorm stockt. Tomas Rincons Verletzung zwingt Fink, seinen Kapitän Westermann ins defensive Mittelfeld zu ziehen. Wahrlich keine optimale Lösung. Einige Spieler und auch Trainer Fink haben sich über die negative Stimmung im Umfeld und in den Medien beschwert. Vielleicht auch zu Recht - allerdings hat die Mannschaft bisher auch keinen Anlass dazu gegeben, übermäßig optimistisch zu sein.

Dem Team fehlen trotz Adler und Westermann Spieler, die vorangehen. Marcell Jansen kann so einer sein, muss das in dieser Saison aber auch zeigen. Mit unkonventionellen Maßnahmen (Trainingscamp in der Wildnis) will Fink die Kommunikation und das Wir-Gefühl innerhalb der Mannschaft stärken. Der Grat zwischen nützlicher Methode und Hokuspokus ist da durchaus schmal.

Immerhin haben die Störfeuer von außen, besonders durch Investor Klaus-Michael Kühne, verflüchtigt. Trotzdem bleiben Zweifel, ob der Hamburger SV schnell die Kurve bekommen und die Saison ruhiger absolvieren kann.

Viele Dinge sind ungewiss: Funktioniert das Offensivspiel? Kann sich die Defensive stabilisieren? Werden die Abgänge kompensiert? Finden Fink und Arnesen öfter eine Wellenlänge? Ein Großteil der Fans hat den Ernst der Lage offenbar erkannt und ihre früher traditionell hohen Ansprüche nach unten geschraubt.

Dem HSV steht eine schwierige Saison bevor. Läuft alles gut, ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld drin. Von mehr sollten nicht einmal kühne Optimisten träumen. Kommt aber wieder einiges zusammen, so wie in der letzten Saison, kann es ganz schnell wieder Richtung Abstiegskampf gehen. Es sollte große Vorsicht geboten sein.

Der Hamburger Kader

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung