Was wird aus Schweinsteiger?

Von Andreas Lehner
Freitag, 24.08.2012 | 11:54 Uhr
Mit dieser Mannschaft will der FC Bayern Meister werden
© Getty
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In den Tagen vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison stellt SPOX alle 18 Klubs in einer Vorschau-Serie vor - mit allen Transfers, Hintergründen und der Saison-Prognose. Diesmal: FC Bayern München.

Den ersten Titel der Saison hat der FC Bayern schon eingefahren. Beim 2:1 im Supercup gegen Borussia Dortmund durften die Münchner nach ihrer Triple-Vize-Saison endlich einen Pokal in Empfang nehmen und gleichzeitig das aufkommende BVB-Trauma besiegen.

Dortmund schlagen, das ist auch das Motto der Saison beim FC Bayern. Nachdem die Schale zwei Jahre an die Schwarz-Gelben ging, soll in dieser Saison der Meister endlich wieder Bayern München heißen. Dafür haben die Münchner sogar mit Matthias Sammer einen externen Querkopf als Sportvorstand verpflichtet und kräftig auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Mit Javi Martinez soll noch ein Kracher kommen. Doch eine Frage schwebt über allem: Was wird aus Bastian Schweinsteiger?

Das ist neu

Die gravierendste Veränderung ergab sich beim FC Bayern in der Führungsetage. Sportdirektor Christian Nerlinger wurde entlassen und mit Matthias Sammer ein neuer Sportvorstand installiert. Der ehemalige Sportdirektor des DFB soll in München neue Strukturen schaffen, Abläufe optimieren und den Erfolg zurück an die Säbener Straße bringen.

Sammer ist für alle Bereiche der Lizenzspielermannschaft sowie für die Nachwuchsarbeit und das Scouting verantwortlich. Seine Aufgabe ist es nicht, den Verein von Grund auf neu zu erfinden, sondern "die fehlenden zwei, drei Prozente zu suchen und zu analysieren, damit es nicht wieder der zweite Platz wird".

Die entscheidenden Begriffe waren bisher Identität und Mentalität. Das etwas ausgelutschte "Mia san Mia" soll wieder mit Leben gefüllt werden. "Wo FC Bayern drauf steht, soll auch immer FC Bayern drin stecken", sagt Sammer.

Um die Rückkehr an die nationale Spitze zu forcieren, hat der FC Bayern den Kader in der Breite kräftig verstärkt. Mit Mario Mandzukic und Claudio Pizarro wurden zwei Topstürmer verpflichtet, die Mario Gomez entlasten, aber auch Druck machen sollen. Die dünne Personaldecke in der Innenverteidigung wurde mit Dante gestärkt. Dazu kommen mit Mitchell Weiser (1. FC Köln), Emre Can und Patrick Weihrauch (beide eigener Nachwuchs) drei Talente mit Potenzial.

Die große Überraschung der Saison könnte aber Xherdan Shaqiri werden. Der Schweizer hat in seinen bisherigen Einsätzen angedeutet, dass er eine ernsthafte Alternative zu Arjen Robben, Franck Ribery und Thomas Müller sein kann. "Was ich von dem bisher gesehen habe, lässt mich glauben, dass wir über Marco Reus in München bald nicht mehr reden werden", sagt Präsident Uli Hoeneß.

Die Taktik

Trainer Jupp Heynckes hat zwar mehr personelle Möglichkeiten als in der Vorsaison, vom altbewährten 4-2-3-1-System wird er aber nicht abweichen. Mit Mario Gomez und Mario Mandzukic stehen zwei Stoßstürmer zur Verfügung, die auf Zuspiele von Außen angewiesen sind.

Mit Claudio Pizarro steht aber jetzt auch ein anderer Spielertyp zur Verfügung, der als zweiter Angreifer um einen zentralen Mann herumspielen kann. Ein 4-4-2 ist also möglich. "Da müssen dann aber alle mit nach hinten arbeiten", hat der Trainer schon leichte Zweifel an der Umsetzbarkeit angedeutet.

Insgesamt soll das Spiel der Bayern variabler werden. Die Außen sollen ihre Position deutlich öfter auflösen und die oftmals berechenbare Spielanlage aufbrechen. Zudem will Heynckes das Spiel gegen den Ball und das Gegenpressing optimieren. Auch Franck Ribery und Arjen Robben sollen sich mehr an der Balleroberung beteiligen.

Der Spieler im Fokus

Bastian Schweinsteiger. 2012 hätte sein großes Jahr werden sollen. Zuerst das Champions-League-Finale zuhause in München, dann bei der EM endlich Spanien schlagen.

Es kam alles anders. Schweinsteiger wurde zum Gesicht der Vize-Saison. Sein verschossener Elfmeter gegen den FC Chelsea, das Entsetzen in seinem Gesicht danach, das alles blieb hängen nach einer Spielzeit, die von Verletzungen geprägt war. Dabei wurde Schweinsteiger nach seiner Leistung im CL-Halbfinale in Madrid - mit verwandeltem Elfmeter - als Leader gefeiert. Jetzt attestiert ihm der Boulevard einen psychischen Knacks.

Sicher wird Schweinsteiger einige Tage gebraucht haben, um die Erlebnisse der vergangenen Saison zu verarbeiten. Aber es ist nicht davon auszugehen, dass Schweinsteiger daran zerbricht. Der 28-Jährige ist mental stark und in seiner Rolle als Führungsspieler im Team unumstritten.

Die Frage nach seinem Fitnesszustand schwebt über allem. Der körperliche Heilungsprozess schreitet nämlich nur langsam voran. Er muss die Folgen seiner langwierigen Knöchelverletzung überwinden und sein ursprüngliches Fitnesslevel erreichen. Nur so kann er das Spiel der Bayern wieder entscheidend bestimmen.

Das Interview

Frage: Warum sind Sie der perfekte Mann, das "Mia-san-mia"-Motto, das ja auch auf den Trikots verewigt ist und in letzter Zeit etwas abhanden kam, wieder zu reanimieren?

Sammer: Ich bin ja nicht der perfekte Mann. Ich habe das Motto mitbekommen, es ist wieder klar definiert worden, was auch wichtig ist. Die Definition an sich ist zunächst einmal die Grundlage des Lebens, finde ich. Wir müssen aber einfach dazu kommen, dass wir nicht so viel darüber reden, sondern es nachweisen, beweisen, bearbeiten, erarbeiten und geistig sichtbar machen.

Hier geht's zum kompletten Interview mit Matthias Sammer

Die Prognose

Die Bayern haben ihren ohnehin schon luxuriösen Kader in der Breite verstärkt und mit Matthias Sammer einen neuen Mann geholt, der den Verein langfristig nach vorne bringen soll.

Das Konfliktpotenzial in der Mannschaft und im Umfeld ist groß, aber die Basis für eine erfolgreiche Saison ist gelegt. Auf dem Weg zur Meisterschaft kann die Münchner wohl nur Borussia Dortmund stoppen.

Der Kader des FC Bayern München im Überblick

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